Lava Show
July 15, 2025 in Iceland ⋅ ☁️ 14 °C
In Vík besuchte ich dann heute noch die Lava Show.
Das Konzept der Lava Show entstand 2010, als Júlíus und Ragnhildur, ein Ehepaar, von einem faszinierenden Lavafall während des Ausbruchs des Fimmvörðuháls beeindruckt waren, der dem bekannten Ausbruch des Eyjafjallajökull einige Wochen vorausging.
Beim Ausbruch des Vulkans in Südisland stand das Ehepaar voller Ehrfurcht und fasziniert vor einem glühenden Lavafall, der 200 Meter eine Klippe hinunterstürzte, und hatte eine verrückte Idee: Was wäre, wenn Menschen dies das ganze Jahr über sicher, hautnah und ohne das Risiko einer Vulkanbesteigung erleben könnten?
Anfang 2016 entfachten sie ihren Traum neu. Ohne Blaupause, ohne Vorbild und mit vielen Skeptikern, die sie für verrückt erklärten, beschlossen sie, etwas zu bauen, was es noch nie zuvor gab: die weltweit erste Live-Lava-Show.
Zunächst erzählte uns unser Showmaster etwas über das Leben mit den Vulkanen auf Island. Er selbst ist vor 5 Jahren aus Spanien eingewandert und musste sich erst daran gewöhnen. Der Ort Vík liegt direkt unterhalb des Katla - über die Gefahr einer Flut habe ich schon berichtet. Ab dem Moment des Ausbruchs hat man hier in der Gegend geschätzt noch 30 Minuten Zeit, sich in höherem Gelände in Sicherheit zu bringen. Dabei gibt es verschiedene Sammelpunkte. Der für die Touristen wird dann in der Benachrichtigung stehen und ist die höher gelegene Kirche von Vík. Die Einheimischen dagegen haben - obwohl der Vulkan seit über 100 Jahren schlummert - fest eingeübte Fluchtprozedere. Jeder hat im Haus einen Evakuierungsrucksack mit dem nötigsten Equipment und ein gedrucktes Schild, dass das Haus evakuiert wurde. Außerdem hat jeder Bewohner zwei weitere Häuser, in denen er nachsehen muss, ob die Nachbarn Hilfe benötigen. Dann gibt es Fahrgemeinschaften, um mit so wenig Autos wie möglich zu fahren, wobei geländegängige Fahrzeuge bevorzugt genutzt werden sollen.
Der Urgroßvater des Showgründers war einer der Überlebenden des letzten Ausbruchs 1918. Seine Geschichte wurde in einem kurzen Film gezeigt.
Anschließend floss die Lava in den Raum und es wurde schlagartig wärmer - ich liebe ja diese Hitzestrahlung von Feuer!
Mit 1100°C bahnte sich der Fluss seinen Weg, wobei an der Oberfläche schnell schwarze Stellen zu sehen waren, wo die Lava erkaltete. Unser Showmaster hob den halb erkalteten Lavafluss an und es bildete sich eine stabile Brücke, unter der die noch flüssige Lava jedoch herunter tropfte. Außerdem zog er die Lava in lange Fäden. Beim Erkalten bildeten sich dann dünne Glasfäden, die hier auch Hexenhaar genannt werden.
Ich hatte zusätzlich noch die Backstage-Tour gebucht und erfuhr dabei, wie die Lava gemacht wird. Dazu wird "einfach" Basalt-Sand vom nahegelegenen Strand eingeschmolzen und mit einem gasbefeuerten Ofen auf 1100° erhitzt. Anschließend durfte ich sogar noch zwei Stücke "Hexenhaar" mitnehmen.
Übrigens war diese Lava wenig siliziumhaltig, und das Glas daher "nur" vulkanisches Glas. Bei einem höheren Siliziumgehalt wäre das entstehende Glas Obsidian.Read more



















