Gletscherwanderung
July 17, 2025 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C
Heute morgen stand ich mal etwas früher auf und war pünktlich für meine Gletscherwanderung am Treffpunkt.
Ich hatte die Empfehlung für einen kleineren Veranstalter gestern im Nationalparkzentrum bekommen. Nach kurzem Überlegen hatte ich dann nicht die "normale" 3-stündige Wanderung, sondern die Adventure Tour gebucht, die in gut 4,5h deutlich weiter auf den Gletscher hinauf ging.
Wir waren nur 5 Leute und fuhren im Jeep mit unserem Guide Kate an den Falljökull heran. Das ist einer der großen Auslassgletscher des Vatnajökull. Falljökull ist ein kriechender Gletscher, der sich von der Caldera des Öræfajökull erstreckt und von deren 1.800m hohen Rand herab fließt. Der Falljökull ist buchstäblich ein riesiger gefrorener Wasserfall, der über unzählige Jahrzehnte Millimeter für Millimeter in die Tiefe zu stürzen scheint, aktuell mit etwa 2cm pro Tag. Daher auch der Name: „fallender Gletscher“.
Zu Beginn der Wanderung stiegen wir über etwas, dass zunächst wie ein riesiger Geröllhaufen aussah. Allerdings war auch das schon Eis, dass einfach nur von sehr viel Moräne bedeckt war. Am Ende des Geröllfeldes zogen wir dann unsere Steigeisen an und begaben uns deutlich spürbar auf das Eis.
Kate erklärte, dass die Gletscher im Sommer so weiß und dreckig aussehen, weil sich durch die Wärme eine leicht angetaute Kruste bildet. Zum einen ist das Eis hier lockerer und beinhaltet mehr Luft (daher die weiße Farbe) und zum anderen bleiben dort einfach mehr vom Wind aufgetragene Partikel hängen.
Im Gänsemarsch setzten wir unseren Weg über das Eis fort und passierten oder überquerten mehrere Schmelzwasserläufe. Immer wieder sahen wir auch tiefblau leuchtende "Sinkholes". Diese entstehen dort, wo längere Zeit schwarzes Gestein auf dem Eis liegt. Die schwarze Farbe zieht die Wärme an und das Gestein sinkt langsam in das schmelzende Eis ein. Das Wasser in diesen Löchern ist unbewegt, im Gegensatz zum Wasser in den sogenannten "Mulan". In diesen Mühlen fließt das Wasser aktiv und schneidet sich so immer tiefer und breiter in das Eis, weswegen man hier auch Abstand halten sollte.
Nach einiger Zeit ließen wir das untere Plateau des Gletschers hinter uns und stiegen weiter auf den Gletscher hinauf. Die Steigungen waren teilweise echt herausfordernd und der Aufstieg ziemlich schweißtreibend. Allerdings wurde das Eis um uns herum auch immer faszinierender und rauer. Während sich oben an der Kante, von der der Gletscher herunter kommt, tiefe Querrisse bilden, wird der Gletscher hier durch die einengenden Berge rechts und links geformt. Hier bilden sich dadurch lange Längsrisse.
Aber Kate führte uns immer weiter sicher bergauf.
Auf 410m Höhe machten wir dann schließlich eine längere Pause, setzten uns und aßen die mitgebrachten Snacks.
Anschließend begann der Abstieg... Ich stellte fest, dass auch der anstrengend ist. Wegen der Steigeisen muss man - entgegen dem gewohnten seitlichen Gang beim Bergwandern - die Fußspitze immer nach unten zeigen lassen und sich nach hinten lehnen. Anfangs hatte ich große Probleme damit, den Metallzacken so zu vertrauen, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und der Abstieg wurde einfacher. Wir machten noch einen Abstecher in eine Eisspalte hinein. Hier konnten wir an deren Boden tief in das Eis eintauchen, dass rechts und links in den Himmel ragte.
Als meine Wasserflasche leer war, füllte ich sie mit dem klaren Schmelzwasser, dass hier über das Eis lief, auf - herrlich erfrischend! Allerdings sollte man nicht zu viel davon trinken, da es quasi destilliertes Wasser ist und damit in größeren Mengen nicht gut für den Körper.
Als wir wieder am Jeep ankamen, war ich sehr erschöpft, aber auch super glücklich über dieses unglaubliche Erlebnis!
Den restlichen Tag legte ich dann aber auch nur noch die Füße hoch und ruhte mich aus.Read more





















TravelerTraumhaft schöne Bilder
TravelerMega Aufnahmen 👌
TravelerBoah Martina, du hast es richtig, richtig gut. Danke für die Infos und deine atemberaubenden Bilder.