Ankunft in Dänemark
August 5, 2025 in Denmark ⋅ 🌬 17 °C
Am Montag fuhren wir sehr früh morgens an den Shetland-Inseln vorbei. Nachmittags dann fuhren wir entlang der Küste von Norwegen. Das nutzte ich, um ein bisschen Mobilfunknetz abzugreifen und selbst noch einmal das neuste Wetterupdate zu checken. Mit 21 Knoten, also rund 40 km/h gab das Schiff alles und tatsächlich waren wir vor dem größten Sturm davongekommen. Dennoch wurde es jetzt stürmischer und oben an Deck war es schwierig, sich auf den Beinen zu halten. Später bei einer Windgeschwindigkeit von etwa 22m/s (rund 80 km/h) wurde das Oberdeck auch gesperrt.
Ich genoss also die frische Luft lieber windgeschützter auf dem Achterndeck und setzte mich gemütlich ins Café.
Wir passierten einige Fischerboote und sogar eine Edda (die Edda Flora) fuhr in unserer Nähe - die Reederei erkenne ich doch sofort an der Lackierung. 😉
Obwohl wir teilweise in weniger als 5km Abstand an der norwegischen Küste vorbeifuhren, konnte ich wegen des Wetters leider gerade mal die Südspitze dieses wunderbaren Landes am Lindesnes Fyr sehen. Hier bogen wir dann auch nach Süden ab und verließen die Küste, um nach Dänemark zu kommen.
Nach einem ausgiebigen Abendessen war das für mich nun auch der Zeitpunkt, noch etwas Schlaf zu tanken. Das klappte nicht ganz, da es um 22 Uhr an meiner Tür klopfte - ich wurde als Medic ins Hospital bestellt. Dort angekommen traf ich auf den First Officer und einen Deutschen und erfuhr, dass weniger meine fachliche Expertise als meine muttersprachliche Überzeugungskraft gefragt war. Der Patient war umgeknickt und sein Sprunggelenk geschwollen. Daher verlangte er jetzt sofort einen Rettungshubschrauber - bei mittlerweile 25 m/s Wind und 6m Wellen... Ich fühlte zwar sehr mit ihm, erklärte ihm aber doch sehr deutlich, dass das nicht nur unmöglich, sondern auch extrem unnötig wäre und schließlich stimmte er einem in den Hafen bestellten Rettungswagen zu - was der First Officer und ich auch noch übertrieben fanden, aber immerhin besser als der Hubschrauber...
Um Mitternacht dänischer Ortszeit mussten wir dann auch die Kabinen verlassen und die Lichter von Hirtshals waren schon am Horizont sichtbar.
Um 1 Uhr kamen wir dann dort an und wurden auf die Straße entlassen.
Nachdem ich die Berichte aus Irland und Schottland über den Sturm Floris sah, war ich doch sehr froh über unsere frühere Fahrt!
Nach der kurzen Nacht war ich überraschend fit und fuhr direkt durch nach Hause, wo ich dann gegen 9 Uhr ankam.Read more











