• Ein Tag in Kopenhagen

    July 25 in Denmark ⋅ ☁️ 19 °C

    Eigentlich war ich schon sehr oft in Kopenhagen... Nur während ich von der Stadt leider noch nichts gesehen habe, kenne ich den Flughafen wie meine Westentasche - Zeit, das zu ändern!

    Findus blieb außerhalb auf dem Parkplatz stehen und ich fuhr mit der Bahn in die Stadt. Erster Stopp: die Marmorkirche, die eigentlich Frederikskirche heißt. Leider nur von außen, Baugerüste und Bauzäune hinderten mich an einem Blick ins Innere. Fast schon passend, denn die Kirche kennt Baustellen aus langer Erfahrung: 1749 legte Frederik V. den Grundstein, geplant komplett aus norwegischem Marmor – daher der Name. Der war dem Staat dann aber viel zu teuer, 1770 stoppte Struensee den Bau komplett, und die Kirche stand über 100 Jahre als Ruine mitten in der Stadt, bis sie 1874 ein Industrieller kaufte und aus dänischem Sandstein fertigbauen ließ. Erst 1894 wurde sie geweiht – mit einer der größten Kirchenkuppeln Europas, 31 Meter im Durchmesser. Nur leider auch heute wieder eine Baustelle. Weiter zu Schloss Amalienborg, ebenfalls nur von außen: benannt nach Sophie Amalie, deren erstes Lustschloss 1689 komplett abbrannte, bevor reiche Adlige in den 1750ern die vier heutigen Rokoko-Palais rund um den achteckigen Platz finanzierten – bis heute Königsresidenz. Allerdings ist der König heute gar nicht anwesend.

    Am Wasser hatte ich dann freien Blick auf die Oper, bevor es für mich weiter nach Nyhavn ging - dem Postkartenmotiv Kopenhagens überhaupt. Der Kanal wurde 1670–73 unter Christian V. ausgehoben, damit Handelsschiffe bis ins Zentrum kamen – Haus Nr. 9 von 1681 ist das älteste, und H. C. Andersen wohnte gleich an drei verschiedenen Adressen am Kai. Ich holte mir hier in der nähe einen Hotdog, aber bei dem Gedränge wollte ich nicht lange bleiben. Also weiter zum Rundetaarn: 1637 von Christian IV. als Sternwarte gebaut, mit einer 209 Meter langen Spiralrampe statt Treppe, damit Pferdefuhrwerke Bücher und Instrumente nach oben bringen konnten. Zar Peter der Große ritt da 1716 tatsächlich zu Pferd hoch – ich sparte mir den Aufstieg...

    Durch die Fußgängerzone spazierte ich zum Parlament, und warf dort einen kurzen Blick in die Kapelle. Im Garten der Königlichen Bibliothek habe ich eine kleine Pause gemacht. Die Bibliothek wurde übrigens schon 1648 von Frederik III. gegründet und umfasst heute über 75 Kilometer Regalmeter. Drinnen durfte ich dank meines internationalen Studierendenausweises sogar in den für Besucher eigentlich gesperrten alten Lesesaal (ich hatte mir online vorab schnell die Signatur eines Psychologiebuches rausgesucht, dass wirklich interessant war) – dort saß angeblich schon Lenin während seines Kopenhagener Exils. Irre, an so einem Tisch zu sitzen, für Kopenhagener Studis aber jederzeit möglich! Da hier drinnen das Fotografieren absolut verboten war und ich mein Glück nicht überstrapazieren wollte, habe ich aus dem Inneren leider nur ein Bild aus dem Internet.

    Zum Schluss ging ich noch an die Rückseite des Parlaments, wo regelmäßig die Interviews zur dänischen Politik gedreht werden, dann fuhr ich zurück mit der Bahn zum Auto.
    Read more