• Felsritzungen in Schweden

    26 июля, Швеция ⋅ ⛅ 17 °C

    Auf dem Weg in Richtung Norwegen legte ich noch einen Zwischenstopp bei den Felszeichnungen von Aspeberget ein. Hier war kaum jemand unterwegs, nur der Wind in den Bäumen und ich, die ich mir mal wieder die Beine vertreten konnte.

    Diese unscheinbaren grauen Felswände hier gehören seit 1994 zum UNESCO-Welterbe und sind Teil eines 41 Quadratkilometer großen Gebiets mit über 600 erschlossenen Felswänden voller Bilder aus der Bronzezeit. Kein Meißel, kein Pinsel – die Menschen haben die Motive vor über 3000 Jahren mit Hammersteinen regelrecht in den Bohusgranit eingeschlagen, Stück für Stück, Schlag für Schlag. Und dieser Granit selbst wurde schon vor 920 Millionen Jahren tief unter der Erde geformt, glattgeschliffen von der letzten Eiszeit und ist erst vor rund 5000 Jahren wieder aus dem Meer aufgetaucht.

    Überall sind Boote in den Felsen – kein Zufall, denn über Wasserwege kam damals das Bronze-Metall aus halb Europa nach Skandinavien, und mit jedem Handelsboom wuchs offenbar auch die Lust, neue Bilder in den Stein zu hämmern. Und nun stehen hier Besucher wie Forscher und versuchen, sich aus den Bildern einen Reim zu machen. Ist die Menschengruppe auf dem Weg zu einer rituellen Zeremonie? Oder wurde hier dargestellt, wie viele Sklaven und Kriegsgefangene verschifft wurden? Über solche Fragen diskutieren die Wissenschaftler wohl bis heute... Manche guten Geschichten brauchen eben keine Worte, nur einen sehr geduldigen Hammerstein. 😉

    Anschließend erreichte ich dann (endlich) Norwegen und fand einen sehr schönen Stellplatz im Grünen an einer Nebenstraße.
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