• Argos und Festung Larissa

    May 27 in Greece ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute Nacht standen wir an der Pyramide von Hellinikon und hatten einen geilen Blick auf Argos und den Argonischen Golf.
    Die meisten Archäologen datieren die Pyramide an das Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. (ca. 350–325 v. Chr.).Begründung: Der Baustil (das sogenannte polygonale Mauerwerk aus lokalem grauem Kalkstein) ist typisch für die griechische Antike dieser Epoche. Zudem wurden bei Ausgrabungen im Fundament und der Umgebung hauptsächlich Keramikscherben und Tonscherben von Dachziegeln aus genau dieser Zeit gefunden.​Die umstrittene Labor-Datierung: ca. 2700 v. Chr. (Bronzezeit)​In den 1990er Jahren untersuchte ein griechisches Forscherteam die Steinoberflächen mit einer damals neuen physikalischen Methode (der optisch stimulierten Lumineszenz). Das verblüffende Ergebnis: Die Steine wurden angeblich um 2730 v. Chr. (± 720 Jahre) behauen. Damit wäre sie älter als manche ägyptische Pyramide.​Die Kritik: Die Fachwelt lehnt dieses Ergebnis fast geschlossen ab. Die Methode galt für diese Art von Kalkstein als ungeeignet und ungenau. Zudem fand man unter dem Fundament frühhelladische Scherben – die Pyramide muss also jünger sein als die Schichten darunter.
    ​Wer auch immer sie errichtet hat, eines ist sicher: Es waren die antiken Bewohner der Region Argolis (die Argiver). Es gibt keinerlei Verbindung zu Ägypten; die Bauweise (Neigung, Innenraum, Steintechnik) ist rein griechisch.​Da das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte komplett ausgeräumt wurde, lässt sich der Zweck nur über die Architektur und antike Berichte rekonstruieren:​Die wahrscheinlichste Theorie (Militärischer Wachturm):
    Bin dann noch in die Berge gelaufen und habe Reste einer Stadt gefunden, Das muss Kenchreia sein. Kenchreai war ein strategisch wichtiger Außenposten und eine Kleinstadt im Grenzgebiet zwischen den verfeindeten Stadtstaaten Argos und Sparta. Wenn die Spartaner versuchten, über die Berge in die argolische Ebene einzufallen, war dies der erste Ort, auf den sie stießen.
    Später sind wir tatsächlich nach Argos gefahren - nur leidet wiedermal zu spät, um die Griechen mit unseren Eintrittsgeldern zu beglücken. Argos ist seit 5000 Jahren kontinuierlich bewohnt, früher vielleicht sogar mit bedeutend mehr Einwohnern. Das antike Theater fasste mindestens 20000 Zuschauer - das ist die heutige Einwohnerzahl. Dann gab es noch ein Odeon, eine Therme und eine Agora. Heute gibt es einmal in der Woche Wochenmarkt und im einzigen Cafe, das wier gefunden hatten, waren wir die einzigen Gäste. Hier lebt man nicht vom Tourismus sondern von der Landwietachaft. Argos ist das Orangenimperium von Griechenland.
    Über Argos thront die Burg Larissa mit einer fenomenalen Rundumsicht. Ihre Geschichte reicht von der mykenischen Kultur 1300 v. CHR. über alle Epochen, Byzantiner, Franken, Venezianer und Osmanen.
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