2 Highlights in 2 Stunden
September 27 in the United States
🌧 8 °C
Für heute hatten wir eigentlich keinen Plan. Darum in aller Ruhe ausschlafen und frühstücken. Danach sind wir nach Anchorage gefahren. Irgendwo am Wegesrand stand was mit "Bore Tide" davon habe ich, Sarah, bereits mal was gelesen, aber dazu später mehr. In Anchorage haben wir unser Abwasser und das Klo entleert (welches exakt 1x für ein kleines Geschäft in Anspruch genommen wurde) und waren im Walmart einkaufen für den Znacht, 2-3 Kleidungsstücke und einen Ersatztoilettenspiegel für einen der uns kaputt ging vom Camper. Dann war unser Pflichtprogramm erledigt. Mittlerweile habe ich aber rausgefunden, was es mit der Bore Tide auf sich hat und darum sind wir zum "Bore Tide Viewing Spot - Turnout #4: Milepost 94.2" gefahren (lag auf der Strecke von heute morgen, jenu). Dort haben wir die Wartezeit mit packen und Auto usabäsala verbracht bis es Zeit für die Bore Tide war. Dies ist eine sogenannte Gezeitenwelle. Eine Naturerscheinung bei der eine Welle stromaufwärts rollt. Jetzt wirds etwas nerdig aber auch spannend. Dieses Phänomen kommt nur an 60 Orten auf der Welt vor. Beim Turnagain Arm (so heisst die Bucht hier) sind alle 4 Voraussetzungen für die Entstehung einer solchen gegeben.
1. Extremer Tidenhub (großer Gezeitenunterschied): Der Unterschied zwischen Hochwasser (Flut) und Niedrigwasser (Ebbe) muss sehr gross sein, mindestens 6 Meter. Hier liegt er z. T. sogar bei 9 bis 12 Metern.
2. Flaches und seichtes Gewässer: Das einlaufende Wasser muss auf eine sehr flache Bucht oder eine seichte Flussmündung treffen.
3. Trichterförmige Geografie: Die Bucht oder der Fluss muss sich landeinwärts stark verengen.
4. Gegenströmung: Es muss noch ausreichend Wasser aus der vorherigen Ebbe oder von einem Fluss entgegen der Flutrichtung abfliessen. Das einströmende Meerwasser prallt wie gegen eine Wand auf dieses abfliessende Wasser, wodurch sich die steile, rollende Flutwelle formiert.
Als wir angekommen sind, war Ebbe eigentlich schon lange vorbei, aber trotzdem ist immer noch Wasser abgeflossen. Punkt 4 also schon mal gegeben. Da bei der zeitlichen Vorhersage folgende Info dabeistand: "FYI: We are wrong on our predictions most days. The bore tide is really hit or miss! You never know what nature will make it do. This part of the world is extremely different day to day." waren wir nicht sicher ob das heute was wird. Obwohl alle Vorzeichen gut aussahen, am besten ist die Welle wohl um Leer- oder Vollmond (was gestern war) zu sehen, sowie um die Äquinoktien (oder auf gut deutsch Tagundnachtgleiche was am 23. September war). Nach viel Warten, sind dann Autos mit Surfbrettern aufgetaucht, was uns positiv gestimmt hat. Sobald die Surfer dann ans Wasser sind, sind wir auch raus gestanden und haben geschaut und tatsächlich weit entfernt eine deutliche Welle gesehen. Diese ist dann mit irgendwas zwischem 15 und 40km/h buchteinwärts gerollt. Die Surfer haben sie leider nicht richtig erwischt und erst in 12h und 25 Minuten die nächste Chance, schon ein bisschen deprimierend für sie. Es war echt eindrücklich diese "Flutwelle" zu sehen, siehe Video. Da es hiess, dass man manchmal 1.5-2h nach der Welle Beluga Wale sehen kann, haben wir dann im Camper Znacht gemacht und haben dann nochmals aufs Wasser geschaut. Wale haben wir keine gesehen, aber alle Sandbänke waren durch die Flut nun verschwunden. Dann sind wir losgefahren Richtung Anchorage, wir hatten uns in 15 Meilen Entfernung einen Stellplatz rausgesucht. Nach einigen hundert Metern war ich dann aber komplett aus dem Häuschen! Da sind Belugas im Wasser! Sebi geistesgegenwärtig beim nächsten Parkplatz angehalten und wir raus. Wir haben mehrere handvoll Belugas buchteinwärts ziehen sehen, sie jagen dort nach Fischen, die durch die Flut reingekommen sind. Belugas sind weiss (zumindest die Ausgewachsenen), haben keine markante Rückenflosse, werden 3-5 Meter lang und leben in arktischen und subarktischen Gewässern.
Immer wieder sind weitere Gruppen aufgetaucht und wir waren einfach nur begeistert. Nach einiger Zeit sind die ersten dann wieder Richtung Meer gezogen und das ziemlich nah am Ufer. Was für ein schöner Anblick. Somit konnten wir heute 2 Sachen von unserer Bucketlist streichen, die da gar nicht drauf standen. Und wir hatten wirklich mega Glück, diese zwei seltenen Momente zu erleben. Was für ein Abschluss vom unserer Camperreise. Morgen wird Big Red dann zurück gegeben und übermorgen geht unser Flug nach Hause.Read more








TravelerJedä Tag es Highlight, derfä z läsä, was iär erläbed 🤩 mega toll!
TravelerJöö, schöö wenns di o freut :)
Travelerwooow!! 🤩🤩