Let's go!
September 7 in the United States
☀️ 25 °C
Nach einem grossartigen Theaterbesuch der Freilichtbühne Rüthi und einer kurzen Nacht hiess es Montags um 6 Uhr Tagwach. Nach einem kleinen Zmorga ging es mit Bus und Zug nach Zürich. Alles klappte problemlos, der Flieger nach Frankfurt hob eine 3/4h zu spät ab, aber das war uns egal, weil wir sowieso viel Umsteigezeit hatten. In Frankfurt wurde für unseren Flug am Gate noch viel Werbung für Economy plus und Business Class Upgrades gemacht und das Gate war auch zur Boardingzeit nicht wirklich voll. So kam es, dass unser Flug mit 2, 4, 2 Sitzen pro Reihe wenn überhaupt zu einem 3tel belegt war. Nach dem Premium Economy Menu, welches wohl übrig war durch die schlechte Auslastung, habe ich, Sarah, mir dann einen eigenen 2er geschnappt. Somit liess es sich nicht schlecht dösen/schlafen. Wir sind über Grönland geflogen, davor sah man aber schon ganz viele Eisschollen im Meer. Mega eindrücklich das einmal zu sehen. Leider wars beim Landeanflug zu bedeckt, sonst hätten wir die beste Aussicht auf den Denali (höchster Berg Nordamerikas) gehabt. Nach der Landung wollten wir mit dem Public Bus zum Hotel, das war dann aber nicht möglich, weil man hier beim Feiertag (Labor Day) den ÖV einfach Mal komplett einstellt. Darum haben wir ein Uber genommen. Beim Motel 6 angekommen haben wir uns nach dem Zimmerbezug auf zum "Alaska Burger and Brew" gemacht, wo wir einen feinen Burger gegessen haben. Nach dem Znacht hiess es auch schon bald ab ins Bett. Das Wetter ist bescheiden, wir sind aber optimistisch, dass sich das noch verbessert die nächsten Tage und freuen uns mega auf alles was kommt.Read more
Überlandfregatte "Big Red"
September 8 in the United States
☁️ 13 °C
Um ein paar Stunden Schlaf nachzuholen ging es gestern zeitig in die Haia. Da wir jedoch noch nicht im richtigen Rhythmus waren, waren wir um 03.00 Uhr aber hellwach. Nach ein paar Seiten lesen konnten wir jedoch nochmal ordentlich schlafen. Um 08.30 Uhr sind wir dann aufgestanden und haben uns aufgemacht, um Frühstück und Bärenspray (typisch alaskaische Kombination) an einem Drive in, wobei wir aber noch zu Fuss unterwegs waren, abzuholen. Das Bärenspray hatte Sarah bereits zuvor online ausgeliehen und wir hoffen, dass dieses nicht zum Einsatz kommt. Das Frühstück bestand aus Bagels und Cinnamon Rolls, wobei vor allem letzteres dem Prinzip "everything's bigger in USA" alle Ehre machen (eine Cinnamon Roll hat knapp 1/2 kg). Nachdem wir gefrühstückt hatten (2 Bagel & 1/4 Cinnamon Roll) haben wir noch etwas gechillt, anschliessend ausgecheckt, unsere grossen Backpacks im Motel gelassen und sind Richtung Downtown aufgebrochen. Hier konnte Sarah dann in einem Wollgeschäft Material für ihr nächstes Strickprojekt besorgen. Dannach sind wir auch schon weiter zur Mietwagenfirma. Hier haben wir unser Gefährt für die kommenden Wochen abgeholt. Was nach lokalem Verständnis als Automobil durchgeht, zählt im europäischen Raum vermutlich bereits zur Fregattenklasse 126. Aufgrund der knalligen Farbe haben wir das gute Stück "Big Red" getauft. Nach einer kurzen Einführung konnten wir auch schon losdüsen. Zunächst haben wir unsere Backpacks wieder aufgegabelt, dannach haben wir eine ausgedehnte Einkaufstour im Walmart gemacht. Anschliessend ging es auch schon weiter Richtung Norden, heraus aus Anchorage und ab in die Natur. Nach einer ca. 1.5 stündigen Fahrt haben wir unser Lager am Matanuska River aufgeschlagen. Hier haben wir uns erst mal richtig eingerichtet, dann ein bisschen Spiele gespielt und uns dann auch schon Bettfertig gemacht. Die kommenden Tage soll das Wetter etwas besser werden und wir freuen uns auf die tolle Natur.Read more
Hatcher Pass
September 9 in the United States
🌧 10 °C
Nach einer guten Nacht jedoch mit 1-2h Schlaflosigkeit aka lesen sind wir um 8 Uhr aufgestanden und haben gefrühstückt. Danach gings los zum Hatcher Pass. Anfangs auf asphaltierten Strassen zur Independence Mine. Dies war von 1936 bis 1943 eine grosse Goldmine. Einige Gebäude wurden wohl saniert, vieles ist aber einfach zusammengefallen. Trotzdem war es spannend, da man auf einigen Tafeln Einblick in das Leben der Mineure und ihrer Familien gekriegt hat. Es waren recht wenige Leute unterwegs, wäre interessant zu wissen wie es im Sommer ist. Nach dem Rundgang sind wir auf einer Gravelroad weiter gefahren. Sebi und Big Red wurden somit am 2. Tag schon richtig auf die Probe gestellt. Nach dem Ghana Motto "scheiss auf Rechtsverkehr, gefahren wird wo am wenigsten Schlaglöcher sind" haben wir uns auf den Pass hochgekämpft. Sarah wie immer bei solchen Sachen ein bisschen am Krise schieben, Sebi souverän wie ein 50-jähriges Trucker Babe und Big Red bzw. die Schwimmnudel zwischen dem Dach des Autos und der Unterseite der Living Box hat gequitscht als obs kein Morgen gäbe. Auf dem Pass angekommen (3886 Feet, 1184 m ü. M.) haben wir einen kurzen Spaziergang gemacht und dann was zu Mittag gegessen. Beim Öffnen des Campers mussten wir leider feststellen, dass der Kühlschrankverschluss die holprige Strasse nicht so toll fand und darum sind wir nun Besitzer von 2 halben anstatt einer ganzen Gemüseschublade. Shit happens. Die ganzen spektakulären Aussichten haben uns das Problemchen schnell vergessen lassen. Es ist einfach unglaublich schön überall. Die Berge verfärben sich durch das Fireweed (schmalblättriges Weidenröschen) jetzt im Herbst mega rot, was zum gelb und grün einfach spektakulär aussieht. Beim Craigie Creek haben wir dann einen Spaziergang talhoch gemacht. Abgesehen von 3 ATV (sowas wie Quads aber mit Dach) ist uns kein Mensch begegnet. Auch hier waren die Aussichten einfach spektakulär. Danach sind wir weiter Richtung Willow gefahren, wo wir uns am Strassenrand direkt am Fluss einen Übernachtungsplatz ausgesucht haben. Wildcampen ist in Alaska an den meisten Orten erlaubt, darum greifen wir gerne darauf zurück. Da sich nun sogar die Sonne zeigte (und es gefühlt knapp 20°C hat) haben wir uns für ein ultra kurzes Bad im Fluss entschieden. Hoppla Schorsch, war das kalt. Danach haben wir in Ruhe gelesen und bald gabs Znacht. Als Abendprogramm wurde QuiXX gespielt, bis Sarah endlich auch Mal gewonnen hat und danach noch gelesen oder gelismet (das nur durch Sarah) bis bald auch schon Nachtruhe war. Die Nacht war sternenklar aber leider keine Nordlichter in Sicht. Wir hoffen, das Wetter bleibt noch so schön und warm, ist aber wohl eher unüblich für diese Jahreszeit.Read more
Mooses durch das Wasser
September 10 in the United States
☁️ 14 °C
Heute hatten wir richtig sonniges Wetter. An unserem Übernachtungsort am Hatchers Pass gab es zunächst einen zMorgen, dann ging es auch schon weiter auf der Gravel Road. Die Schlaglöcher in der Strasse merkt man in Big Red kaum, man hört sie mehr als dass man sie fühlt. Nach einigen Kilometern ging es dann wieder auf eine befestigte Strasse Richtung Talkeetna. Hier machten wir einen Stop bei den Talkeetna Lakes, wo wir eine knapp 5km lange Rundwanderung unternahmen. Bereits beim Start hat uns eine Wanderin informiert, dass ca. 15 Minuten in die entgegengesetzte Richtung in die wir eigentlich laufen wollten, zwei Mooses (Elche) unterwegs seien. Daher haben wir prompt diese Richtung eingeschlagen. Und tatsächlich haben wir nach ein paar wenigen Kilometern eine Elchkuh und ihr Junges dabei beobachten können, wie sie in etwas Entfernung den See überquerten. Kurzer Einschub: Elche fühlen sich sehr wohl im Wasser und sind sogar ausgezeichnete Taucher. Mit verschliessbaren Nüstern können sie lange unterwasser bleiben und fressen sogar Seegras am Grund von Gewässern.
Nach diesem tollen Erlebnis setzten wir unseren Weg fort. Das Wetter war angenehm mild und in den ruhigen Seen haben sich die herbstlichen Wälder in wunderschönen Farben gespiegelt. Nach knapp 2 Stunden waren wir wieder bei Big Red und haben dort einen Bagel mit Schinken und Käse gegessen. Anschliessend fuhren wir nach Talkeetna, von dem es hiess, es habe eine schöne und historische Innenstadt. Die "Innenstadt" entpuppte sich dann als eine einzelne Strasse mit hauptsächlich Restaurants und Touristenläden. Talkeetna liegt jedoch sehr schön am mächtigen Susitna River. Wir sind dann die Strasse entlang gelaufen, haben uns aufgrund des schönen Wetters ein Glacé gekauft (1 Scoop für 10 USD, dafür aber ungefähr so gross wie 3 Kugeln in der Schweiz) und sind damit zum Fluss. Anschliessend ging es noch zu einem Einkaufsladen, wo wir nochmal Wasser aufgestockt haben und dann weiter zu einer Tankstelle. Hier haben wir geduscht (4 USD für 10 Minuten) und getankt. Wir hsben zwar eine Dusche in Big Red, aber diese ist eher beengt und wir wollen sie eigentlich nur im Notfall verwenden. Frisch und Munter ging es dann noch ein paar Kilometer weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Hier haben wir unsere Handtücher getrocknet QuiXX gespielt, gelesen, Thai Curry gekocht und schliesslich dann geschlafen.Read more
(Keine) Sicht auf die Alaska Range
September 11 in the United States
🌧 8 °C
Die Nacht war ziemlich mild und ruhig. Da wir keine Ganztageswanderungen machen, können wir den Tag jeweils gemütlich angehen. Ausschlafen, Frühstücken und dann geht's los. Von unserem Parkplatz fuhren wir nach Norden Richtung Denali Nationalpark. Beim View Point South haben wir angehalten und auf den klassischen Blick auf die Alaska Range gehofft. Obwohl das Wetter super war, blieben die hohen Berge inkl. Denali in den Wolken verborgen, was aber nicht ungewöhnlich ist. Wohl nur 30% der Touristen kriegen den Denali zu sehen. Nach dem wir einige Zeit die Aussicht (welche trotzdem spektakulär war) genossen haben, sind wir weiter gefahren zum View Point North. Natürlich waren auch dort die Spielverderberwolken. Beim Little Coal Creek Trailhead haben wir dann zum 3. Mal geparkt und sind Richtung K'esugi Ridge gewandert. Es war top Wetter und wir konnten sogar im T-Shirt laufen. Die Aussicht über das Tal, die Wälder und Berge war phänomenal. Leider haben wir die Bärenmama mit den 2 Jungen, von welchen uns ein entgegenkommendes Päärchen erzählt hat, nicht entdeckt. Nach ca. 2h waren wir zurück beim Big Red und die Fahrt ging weiter nach Norden. Die Umgebung verändert sich gefühlt minütlich. Von herbstgelben Bäumen, zu grünen Tannen und dann wieder knallrote Indian Summer Taiga. Es lässt sich kaum beschreiben aber am liebsten würde man alle 100m anhalten und Fotos machen.
Etwas nach Cantwell haben wir unser Lager direkt am Nenana River aufgeschlagen. Die Flüsse hier sind einfach auch super schön. Den Rest des Tages verbrachten wir mit lesen, stricken, kochen, essen,...
Infos zu unserem Big Red:
Ford F250 Superduty XL
6.8l V8 Motor
10 Gang Automatikgetriebe
Bisheriger Verbrauch ca. 20l auf 100km (wir vermissen unseren Camper Schlukas von Neuseeland, der seines Namens gar nicht würdig wurde im Vergleich)
Etwas zwischen 400 und 440 PS
In der Schweiz nur mit LKW Führerschein zu fahren.
Der in der Schweiz bekannte Ford Raptor sieht neben diesem Monster wie ein Spielzeugauto aus.
Sarah sieht knapp über die Motorhaube.
Die Radkästen sind etwa gleich gross wie eine durchschnittliche 2.5 Zimmer Wohnung in Berlin oder München.
Menschen unter 1.60m bräuchten zum Einsteigen ein Treppchen.Read more
Happy Daynali (1/2)
September 12 in the United States
☁️ 13 °C
Nach einer weiteren milden Nacht, erwartete uns heute ein verregneter Morgen. Wie es langsam schon Routine ist, haben wir gefrühstückt und dann unsere Kabine reisefertig gemacht. Danach ging es direkt weiter Richtung Denali Nationalpark. Vor dem eigentlichen Parkeingang haben wir noch einen Zwischenstopp beim Tripple Lakes Parkplatz gemacht. Da es konstant genieselt hat und relativ kalt war, haben wir beschlossen noch etwas zu warten, da Richtung Mittag besseres Wetter angesagt war. Und so kam es dann auch.
Gegen 11.30 Uhr kam die Sonne raus und wir taten es ihr gleich. Als erstes ging es zum Denali Visitor Center, wo wir den Parkeintritt bezahlt und die Ausstellung angeschaut haben. Anschliessend ging es beim Riley Creek Camground vorbei für den Check-in. Wir sind zwar an einem anderen Campingplatz, der Check-in wird aber zentral abgehandelt. Dann ging es auch schon weiter auf der einzigen Strasse in den Denali Park hinein. Unterwegs kamen wir aus dem Staunen nicht heraus, die unglaublichen Farben, gepaart mit der unendlichen Weite sind schon extrem eindrücklich. Gleichzeitig haben wir am Strassenrand permanent Ausschau gehalten, ob wir eventuell Elche oder Bären sehen. Das hätten wir uns sparen können, da auf einmal ca. 30 Meter vor uns einfach ein Elch über die Strasse gestolpert ist. Majestätisch sind diese Tiere ja schon, aber beim Laufen sehen sie etwas unbeholfen aus. Trotzdem ging das ganze so schnell, dass wir es nicht auf einem Bild festhalten konnten, bevor der Paarhufer schon wieder im dichten Unterholz verschwunden war.
Nun brauchten wir erst mal eine Stärkung, daher gab es an einem Aussichtspunkt unseren zMittag (mal wieder ein belegter Bagel). Ganz nach dem Motto "nach dem Essen sollst du ruh'n oder 1000 Schritte tun" haben wir von dem Aussichtspunkt aus eine kleine Rundwanderung gemacht (ca. 30 min). Dann ging es auch schon weiter zu unserem Campingplatz. Hier haben wir beschlossen noch ein Stück des Savage Alpine Trails zu machen. Die Aussicht war gigantisch, auch wenn wir leider wieder den Denali aufgrund der Wolken nicht sehen konnten. Sarah hat den Ausblick trotzdem eloquent, ca. 23 mal mit "z'krass" beschrieben. Daher wurde aus einem Stück dann doch der ganze Trail und wir waren ca. 2,5 Stunden unterwegs. Am Ende des Trails konnten wir in ein Shuttle einsteigen, welches uns wieder zum Savage Campground gebracht hat. Hier haben wir etwas gechillt, für den z'Nacht die Reste von den letzten beiden gekochten Mahlzeiten aufgewärmt und die Abendstimmung im Denali genossen. Wir freuen uns auf einen weiteren tollen Tag in diesem wunderschönen Stück Natur.Read more
Happy Daynali (2/2)
September 13 in the United States
⛅ 8 °C
Heute sind wir das erste Mal mit Wecker aufgestanden und zwar um 06.20 Uhr. Morgens schalten wir jeweils für ein paar Minuten die Heizung ein, bevor wir uns aus dem Bett wagen. Um 7.15 Uhr waren wir an der Bushaltestelle und bereit für einen ereignisreichen Tag. Es hat leicht genieselt, doch zum Glück bald aufgehört. Pünktlich um halb 8 wurden wir von einem grünen Bus abgeholt. Die grünen Busse kosten 33.50$ und man kann überall aussteigen und beim nächsten, falls er Platz hat, wieder einsteigen (Hop on / Hop off Prinzip). Mit dem ersten sind wir Richtung Mile 43 gefahren. Die ganze Strasse wäre 92 Meilen lang und der Roundtrip würde 12h dauern. Aktuell ist die Strasse aber wegen Schäden nach Mile 43 geschlossen. Unterwegs haben wir Bär und Bärenkind (Grizzly) 1 und 2 gesehen. Sie waren relativ weit weg, trotzdem spannend zuzuschauen. Dann ging die Fahrt weiter und auf der anderen Seite, noch weiter entfernt ist Bär Nr. 3 aufgetaucht. Bei Mile 43 sind wir ausgestiegen und der Strasse weiter nach hinten gefolgt. Die Sonne hat rausgeschaut und es war ganz angenehm. Nach einer halben Stunde sind wir umgekehrt, wildtiermässig haben wir abgesehen von einem gar nicht scheuen Ground Squirrel (die verdammt herzig sind und ein wenig wie Erdmännchen aussehen, wenn sie Ausschau halten, aber wohl auch ziemlich aggressiv sein können) nichts gesehen. Zurück bei der Bushaltestelle haben wir den nächsten Bus Richtung Parkeingang genommen. Und schon bald Bär 4 und Bärenkind 5 gesehen. Diese waren relativ nahe und man konnte sie bestens beobachten. Die Mamas sind sehr hell, die Jungen etwas dunkler. Beim Teklaneeka River sind wir zwei dann ausgestiegen und flussaufwärts gewandert. Obwohl wir in einer halben Stunde gerade Mal 600m weit durchs Gebüsch gekommen sind, war es schon ein spezielles Gefühl im "Bärenrevier" ausgesetzt zu sein. 2x haben wir auch relativ frische Bärenkacke gesehen und 1x Prankenabdrücke. Eindrücklich (und auch ein bissschen einschüchternd)! Zurück bei der Strasse hat uns der nächste Bus aufgeladen. Da gerade erst Mittag war, sind wir kurz vor dem Ausgang nochmals ausgestiegen und haben einen 4. Bus wieder rein in den Park genommen. Mittlerweile hatte es ziemlich zugezogen aber dass änderte sich schon bald wieder. Der Guide hat nach blauem Himmel Ausschau gehalten und dabei Bärenmama und 2 Kleine, sprich Nr. 6-8 entdeckt. Diese waren aber auch relativ weit entfernt. Auf der Weiterfahrt hat es aufgeklart und wir haben schon gar nicht mehr damit gerechnet, aber plötzlich war der Denali sichtbar. Die Gipfel hingen zwar noch in den Wolken, aber gemäss Guide dürfen wir uns zu dem 30%-Club (die den Denali sehen) zählen. Bei Mile 43 haben wir gewendet und sind die ganze Strecke zurück zum Camping gefahren. Nach einem feinen Znacht im Camper, mit Spaghetti Aglio Olio, haben wir noch einen Abendspaziergang gemacht. Die Sonne schien noch und es war ganz angenehm. Auf dem Camping haben wir noch die Schneeschuh-Hasen mit ihren grossen weissen Pfoten beobachtet und die Eichhörnchen, die fleissig am Wintervorrat anlegen, bzw. Touris mit Tannzapfen beschmeissen waren und dazu in einer Tour rumzettern. Köstlich. Die Nacht wurde richtig kalt, der Sternenhimmel war superschön aber leider keine Nordlichter in Sicht. Morgens war sogar die Frontscheibe gefroren...Read more

Traveler
da hat man das Gefühl das hinten besser nicht zu viele Leute sitzen sollten, sonst macht der noch Männchen 😅
Schlittenhunde ohne Schlitten
September 14 in the United States
☁️ 9 °C
Heute sind wir nochmal zeitig (07.45 Uhr) aufgestanden. Das Thermometer zeigte wohlige 27° an... leider sind wir aber in Amerika und es handelt sich um Fahrenheit nicht Celcius, heisst es waren Temperturen um den Gefrierpunkt. Macht nichts, Daunenjacke anziehen und weiter gehts. Immerhin war auch heute nochmal die Sonne mit kaum Wolken am Himmel. Die erste Station waren die Dog Kennels im Denali Park. Dabei handelt es sich um die Hundezwinger für die Schlittenhunde. Der Denali Park verwendet diese um im Winter entlegene Stationen mit Proviant zu versorgen und im Notfall auch Rettungen durchzuführen. Wir konnten zunächst die Hunde streicheln und mit den Rangers reden. Anschliessend gab es einen Vortrag mit einer kurzen Demonstration. Die Alaskan Huskys stellen zwar offiziell keine eigene Hunderasse dar, sind aber speziell auf die wideren Bedingungen angepasst und extrem aufgeregt und bereit wenn ihnen ein Geschirr angelegt wird. Da kann man schon neidisch werden, wenn einem der Job so gut gefällt.
Anschliessend ging es auch schon weiter, mit einem kurzen Zwischenstopp um Abwasser abzulassen und Frischwasser aufzufüllen und kurze Zeit später, mit einem etwas längeren Zwischenstopp an einer Tankstelle, um eine dringend notwendige Dusche nachzuholen. Mittlerweile war es auch angenehm warm, zumindest in der Sonne. Es standen ein paar Stunden Fahrt Richtung Fairbanks auf dem Programm. Um die Zeit zu vertreiben, haben wir thematisch passend einen Podcast über das Nome Race angehört. In Nome, ganz im Nordwesten Alaskas gab es nämlich in den Wintermonaten 1925 einen Dyphterie Ausbruch. Aufgrund der zugefrorenen Beringstrasse, war Nome mit dem Schiff nicht mehr zu erreichen, so dass das notwendige Gegenmittel über 650 Meilen mit Schlittenhunden durch widrigste Bedingungen transportiert werden musste. Eine absolut empfehlenswerte Geschichte über eine wahnsinnige Leistung.
Für ein verspätetes Mittagessen, sind wir in einem Diner an der Strasse eingekehrt. Hier gab es Burger und Fisch in einem sehr urchigen Loghouse. Anschliessend haben wir weiter Meilen gut gemacht. Von Fairbanks ging es dann nochmal 45 Minuten weiter nördlich, um das gute Wetter nochmal auszunutzen und eine kleine Wanderung zu machen. In der Ferne hat man dabei sogar nochmals die Alaskan Range mit dem Denali gesehen, echt imposant. Da wir noch ziemlich satt vom Mittagessen waren, gab es zum zNacht nur Cracker mit Hummus. Dann wurde wieder gelesen und gestrickt. In der Nacht war noch ein bisschen Trubel an unserem Übernachtungsplatz. Es kam ein Touribus vorbei, vermutlich um Nordlichter zu beobachten. Leider hat man aber auch diese Nacht keine gesehen.Read more
Museumstag
September 15 in the United States
☁️ 10 °C
Der Wetterbericht hatte recht, heute hat es nur einmal geregnet. Von morgens bis abends. Darum gingen wir erst Mal gemütlich frühstücken im Little Owl Coffee in Fairbanks. Danach haben wir das Museum of the North besucht. Es wird alles mögliche gezeigt, Tiere, Natur, Infos über die Native People,... Im Planetarium haben wir noch einen Film über die Nordlichter geschaut. Fairbanks ist ideal um diese zu beobachten, leider waren aber letzte Nacht keine sichtbar und die nächsten Nächte werden wohl kaum klar genug, als dass man den Himmel sieht.
Nach diesen vielen Informationen sind wir noch zum Morris Thompson Visitor Center gefahren und haben dort ebenfalls die Ausstellung angeschaut. Danach gings Richtung Chena, unterwegs haben wir noch Znacht gekocht und den Übernachtungsplatz ausgecheckt. Die Strasse ging meist dem Fluss Chena entlang, dieser schlängelt sich durch die Landschaft und es gibt alle paar Meter Ausläufer, eine richtige Flusslandschaft, wäre wohl ein ganz cooles Kanugebiet. Als Abendprogramm ging es in die Chena Hot Springs. Das sind natürliche, heisse Quellen. Nach dem wie gebädelet haben, bis wir schrumplig waren, sind wir zurück Richtung Übernachtungsplatz gefahren und was erspäht Adlerauge Sebi, da im Wald? Wir haben's schon kaum mehr erwartet, aber tatsächlich, Elche! Sofort kehrt um gemacht und wir konnten die Elchkuh mit den beiden Kälbern gut beobachten. Nach einer Weile sind sie über die Strasse getrottet und dann im Busch verschwunden. Leider war es schon sehr dämmerig und die Fotos spiegeln nicht wirklich das schöne Erlebnis wieder.
Beim Übernachtungsplatz angekommen, haben dir noch die Werbezeitschriften für die kommenden Regionen gelesen, welche wir vom Visitor Center mitgenommen haben. Danach gab es unser Standartprogramm, lesen und lismen und bald fielen wir müde ins Bett.Read more
Kurzer Abstecher zum Nordpol
September 16 in the United States
🌧 9 °C
Heute sind wir nochmal zu einem sehr verregneten Tag aufgewacht. Wir hatten es daher auch nicht eilig mit dem Aufstehen und Frühstücken. Zum Frühstück gab es heute Wraps, mal etwas anderes. Nachdem wir alles verstaut hatten, fuhren wir nochmal nach Fairbanks hinein. Hier ging es zunächst zum Walmart um Proviant für die kommenden Tage zu kaufen, anschliessend wurde noch getankt und dann ging es auch schon weiter. Nur eine gute Viertelstunde von Fairbanks entfernt gibt es den kleinen Ort North Pole. Soweit wir gesehen haben, besteht dieser fast ausschliesslich aus dem Santa Claus Village. Das Ganze ist liebevoll (bzw. kitschig) aufgezogen, alles ist weihnachtlich dekoriert (z.B. sehen die Strassenlaternen aus wie Zuckerstangen), es wirkt aber Mitte September dann doch etwas komisch. Wir haben uns dies dennoch angeschaut und uns auch in das Santa Claus Haus und Elfenwerkstatt, die gleichzeitig als Shop dienen begeben. Hier hatten wir die Chance, nach ca. 15 aufgeregten Asiaten aller Altersklassen, ein Foto mit Santa zu machen. Er wirkte gefasst und hat das stoisch mitgemacht, wir sind uns aber nicht sicher ob Santa insgeheim ein leichter Rassist ist und etwas gegen Asiaten hat.
Inzwischen war es bereits 14.30 Uhr und wir hatten Hunger, daher haben wir etwas gegessen. Eigentlich wollten wir zu Taco Bell, da aber beide Filialen (ca 300m voneinander entfernt) zu hatten, ging es zu Taco King. Nach einem nicht so kleinen zMittag wie eigentlich geplant ging es auch schon weiter.
Da es die kommenden Tage leider nicht wirklich Aussicht auf besseres Wetter in der Fairbanks Region gibt (schade, wir hatten eigentlich auf Nordlichter gehofft), haben wir beschlossen uns Richtung Süden aufzumachen. Das heisst es standen nochmal ein paar Stunden Fahrt auf dem Programm. Weiter im Süden hat es dann aufgehört zu regnen und wir hatten wieder ganz gute Sicht auf die schöne Tundralandschaft. In Delta Junction haben wir unser Propan aufgefüllt (der Tank war aber wohl noch halb voll) und sicherheitshalber nochmal Big Red vollgetankt. Kurz nach Delta Junction ging es auch schon auf den heutigen Übernachtungsplatz, direkt bei mehrerem Baggerseen (die aber vermutlich nicht als Badeseen genutzt werden). Im Hintergrund haben wir sogar etwas Sicht auf die Gaspipeline. Diese ist in den USA sehr bekannt, da sie ein sehr teures Bauprojekt war und Gas für Alaska eines der wichtigsten Handelsgüter darstellt. Wir sind dann noch eine kurze Runde um die Baggerseen gelaufen, haben Spiele gespielt, gelesen, noch etwas kleines gegessen und sind dann auch schon wieder ins Bett gegangen.Read more
McCarthy Road
September 17 in the United States
☁️ 11 °C
Beim Aufwachen waren wir fast schon überrascht über den Sonnenschein nach 2 Tagen Regen. Heute stand Kilometer machen auf dem Programm. Alles dem Richardson Highway entlang Richtung Süden. Die Aussichten sind einfach grossartig! Taiga aus gelben Wäldern (Espen und Birken) und grünen Wäldern (Fichten), dann wieder Tundra ohne Bäume, Seen- und Flusslandschaften, Berge,... Man fühlt sich wie mitten in einer Naturdoku. Einfach traumhaft. Auch unser erstes Stachelschwein haben wir gesehen, leider lag es neben seinen Innereien. Rest in Peace oder eher Pieces.
Unterwegs haben wir in Glennallen noch getankt und danach das Visitor Center des Wrangell-St.-Elias-Nationalparks besucht und sind dann in diesen weitergefahren. Der Nationalpark ist ohne Superlative kaum zu beschreiben. Er ist der grösste der USA (grösser als die Schweiz) und beherbergt 9 der 16 höchsten Berge Nordamerikas. Ausserdem befindet sich in ihm das Bagley Icefield, welches das grösste zusammenhängende Gletscher-Eisfeld ausserhalb der Polregionen ist. Womit er aber nicht protzen kann sind Strassen, davon gibt es nämlich genau 2 mit einer Gesamtlänge von nicht mal 170km.
Bevor wir uns auf eine von diesen gewagt haben, gab es noch einen Spaziergang mit Blick auf die Berge und Beobachten von Eichhörnchen. So herzig. Höchsttemperatur war übrigens 15°C, also ganz angenehm. Danach sind wir losgefahren auf der McCarthy Road. Diese ist 96 Kilometer lang und anfangs wars wie die Strasse zum Montlinger Schwamm. Mal asphaltiert, dann Schotter, dann wieder aspahltiert, irgendwann dann nur noch Schotter. Die Ausblicke waren fantastisch. Sarahs Angst dass wir die Klippe runterstürzen, einen Platten einfahren, von der Strasse abkommen oder irgendwelche Tiere an- (z.B. Elche oder Bären) oder überfahren (z.B. Eichhörnchern oder Hasen) waren gänzlich unbegründet (ausser bei 1-2 Eichhörnchen und Fichtenhühnern sind wir nicht ganz sicher). Das Wissen, dass das Befahren der Strasse mit unserem Mietwagen nicht erlaubt ist, hat's nicht besser gemacht. Die einspurige Kuskulana Bridge aus dem Jahr 1910 welche dammi hoch ist, haben wir aber auch erfolgreich überquert. Verkehr hatte es so gut wie keinen, wie wir dann festgestellt haben, weil die Kupfermine am Ende der Strasse (Touristenmagnet) sowie das ganze Dorf seit 3 Tagen im 8-monatigen Winterschlaf sind. Bei der Gilahina River Bridge einer alten Holzbrücke, welche früher als Zugbrücke für den Abtransport von Kupfer aus der Mine verwendet wurde, haben wir unseren Stellplatz gefunden. Nach einem feinen Chili con Carne und dem üblichen Feierabendprogramm ging es bald ab ins Bett.Read more
Kennecott Coppermine
September 18 in the United States
☁️ 9 °C
Heute war gegen späteren Mittag wieder Regen angesagt, daher haben wir den Wecker auf 07.30 Uhr gestellt, um die trockenen Stunden noch nutzen zu können. Nachdem gefrühstückt und alles verstaut war, ging es auch schon los. Zunächst mussten wir noch eine Stunde auf der McCarthy Road fahren, die Bedingungen (siehe Beschrieb von Sarah gestern) haben sich dabei nicht verbessert, ausser es waren exponentiell mehr Eichhörnchen, Hasen und Fichtenhühner unterwegs. In McCarthy angekommen mussten wir feststellen, dass hier ganz schön tote Hose ist. Das ist hier wohl Normalzustand, sobald die Touristensaison durch ist... und das ist leider ab dem 15. September der Fall. Knapp verpasst, aber können wir natürlich nicht ändern. Prinzipiell ist es ja mega angenehm, wenn man ohne Menschenmassen unterwegs ist. Blöd ist nur dass unser Ziel, die Kennicott Kupfermine, normalerweise mit dem Shuttle erreicht wird, da die offizielle Strasse in McCarthy endet. Und diese Shuttles fahren natürlich auch nicht mehr. Heisst wir mussten den Fussbus nehmen, der leider nur mit Schrittgeschwindigkeit fährt. Am Parkplatz haben wir noch einen grossartigen Ausblick auf den Root Gacier, bzw. das zugehörige Eisfeld genossen, dann ging es auch schon los. Auf dem Hinweg sind wir einen ruhigen Waldpfad entlang gewandert. Bei den Blackbourn Cabins wollten wir noch fragen ob wir Bikes ausleihen können (Sarah hatte gestern noch gelesen dass sie das machen). Leider haben wir bei den Cabins aber ums verrecken niemanden gefunden (wie sich später herausgestellt hat, machen sie die Bike Vermietung aber sowieso nicht mehr). Also weiter laufen. Die Laune von Sarah war definitiv auch schon besser.
Nach ca. 2 Stunden (5.3 Meilen) sind wir angekommen und konnten die Kupfermine, bzw. die "Mühle" von aussen besichtigen. Natürlich hatte auch das Visitor Center, sowie praktisch alle Gebäude die nicht im Privatbesitz sind schon "Winterschlaf". Wir haben die beeindruckenden Bauwerke und die schöne Aussicht dennoch genossen und es gab immerhin noch ein paar Informationstafeln. Die Kennicott Kupfermine wurde an einem aussergewöhnlich ergiebigen Kupfervorkommen erbaut und war ca. 30 Jahre lang in Betrieb. Nach dem schliessen der Mine in den 1930er Jahren, sind die Gebäude zunächst verfallen, bevor sie von privater Hand ab Anfang der 1950er erhalten wurden. In den 1970er Jahren wurde die Erhaltung dann in staatliche Hand übergeben und wurde dann zur Touristenattraktion.
Von der Mine aus kommt man theoretisch in einer 6.8km Runde bis an den Root Gletscher heran. Vor einem halben Jahr hätten wir dies bestimmt noch gemacht, aufgrund der aktuellen Umstände haben wir aber auf diese zusätzliche Anstrengung verzichtet und sind die knapp 2 Stunden wieder zurück zum Parkplatz gewandert. Das Wetter hat glücklicherweise gut gehalten, nur ungefähr im letzten Kilometer hat es leicht zu regnen angefangen, so dass wir fast trocken wieder bei Big Red angekommen sind. Wir haben dann den Rückweg angetreten, wieder zwei Stunden zurück auf der McCarthy Road und nochmal knapp eine Stunde auf (Gott sei Dank) asphaltierter Strasse zum heutigen Übernachtungsplatz. Dort angekommen gab es zum zNacht noch das restliche Chili von gestern in Wraps.Read more
Seelöwen, Möwen und Weisskopfseeadler
September 19 in the United States
🌧 7 °C
Nach einer regnerischen Nacht sind wir bei trockenem Wetter aufgewacht. In Kenny Lake haben wir dann erstmal geduscht (für 8 Min duschen 6$ ist zwar eher teuer, dafür gabs ein frisches Tüechli dazu), getankt und sind losgefahren Richtung Valdez. Auf den Bergen liegt Schnee aber die Wälder sind hier noch nicht komplett gelb, sondern zum Teil noch hellgrün. Erster Halt nach einer Stunde beim Worthington Gletscher. Dieser reichte in den 1950er Jahren noch bis zum Parkplatz, heute hat sich da ein See gebildet und der Gletscher endet einiges weiter oben. Es gab viele Infotafeln, die wir uns angeschaut haben. Danach ging die Fahrt hoch auf den Thompson Pass (855 m ü. M.) in den Chugah Mountains. Im Winter fallen hier durschnittlich 14m Schnee, somit ist es der Ort mit den meisten Schneefällen in Alaska. Schnee lag noch keiner, aber es war saukalt und zügig. Wir haben dann aber doch einen längeren Spaziergang gemacht und die Farbenpracht war wieder super schön. Nach einem Zmittag in Big Red ging es weiter durch den Keystone Canyon zu den Bridal Veil Falls sowie den Horsetail Falls. Da diese praktischerweise an der Strasse liegen, war es quasi ein Wasserfälle Drive In. Nächster Stop war die Solomon Gulch Hatchery. Dies ist eine riesige Lachszuchtanlage in Valdez, die jedes Jahr über 250 Millionen junge Lachse ins Meer entlässt. Doch wie funktioniert das ganze? Kurzer (oder etwas längerer) Exkurs: Die Fische (Buckellachse/Pink Salmon und Silberlachse/Coho Salmon) schwimmen nach 2 bzw. 3 Jahren vom Salzwasser ins Süsswasser, zurück dahin wo sie geboren wurden, in diesem Fall die Solomon Gulch Hatchery. Auf dem Weg dorthin, stellen sie das Essen ein und ihr Körper verbraucht seine kompletten Energiereserven für die Reise. Bei der Hatchery steigen sie eine 29 stufige Fischtreppe hoch. Da wo diese beginnt, ist natürlich ein All-you-can-eat-Buffet für alle Tiere, auf deren Speiseplan Lachse stehen, doch dazu später. Oben angekommen, schwimmen sie in grosse Becken. Dann werden sie rausgefischt, betäubt und getötet und den Weibchen die Eier und den Männchen die Samen entnommen. Diese werden gemischt so dass einige Tage später, in den Becken kleine Fische schlüpfen. Im natürlichen Umfeld, würden die Fische nach der Eiablage im Kies eines Flusses ebenfalls verenden. Hier werden die toten Fische z.T. zu Tierfutter, z.T. aber wohl auch den Wildtieren überlassen. Die kleinen Fische (pro Jahr 250 Mio. Pink Salmon und 1.8 Mio. Coho Salmon) werden dann 1 bzw. 2 Jahre zuerst in den Becken, danach in Netzen im Meer aufgezogen, bis sie in die Freiheit entlassen werden. Dann schwimmen sie in einem Jahr eine Strecke von bis zu 1500 Meilen im Golf von Alaska bevor sie für die Fortpflanzung und das anschliessende Sterben zurück zur Hatchery kommen. Und so beginnt der Kreislauf von vorne. Das Ziel der Hatchery ist, die Erträge der Sport- und Berufsfischerei in der Region Valdez zu steigern. Um selber wirtschaflich zu bleiben, fischt die Hatchery einen Teil der Tiere selber und verkaufen sie bzw. den Kaviar, sie sind aber eine Non-Profit- Organisation und verkaufen nur so viel wie nötig ist, um kostendeckend zu bleiben. Ganz spannend, war mir vorher nicht bekannt, dass es so was gibt.
Zurück zur Fischtreppe, wenn die Lachse von Juni bis Oktober zurückkehren (die Saison ist für dieses Jahr leider schon fast vorbei) lassen sich Seelöwen, Möwen, manchmal auch Bären und Seeotter blicken. Wir haben vorallem Seelöwen und Möwen gesehen. Das Geruchserlebnis war echt "grüsig" es stinkt wahnsinnig nach all den toten Fischen die da rumliegen. Das Klangerlebnis ist sehr laut, die Möwen kreischen und die Seelöwen grunzen. Und das virtuelle Erlebnis ist beeindruckend. Die Stellerschen Seelöwen sind die grössten der Welt, die Männchen werden 3 Meter lang und 1,1 Tonnen schwer. Da man direkt neben den Bachlauf konnte, kam man bis auf 3-4 Meter an die Giganten heran, trotzdem gut geschützt durch den Steinwall.
Übrigens, wenn so ein Tier niesst, wird der Schnudder locker 3 Meter weit katapultiert (wir habens gesehen). Am Abend nach dem Znacht sind wir zur Flut nochmals zurück gekommen, in der Hoffnung noch weitere Tiere zu sehen. Tatsächlich haben wir noch kurz zwei Weisskopfseeadler gesehen, der eine hat sich gerade mitten auf der Strasse an einer Möwe gütlich getan, ist dann aber vor Big Red geflohen. Im Halbdunkeln haben wir einen Übernachtungsplatz gesucht und uns unserem Abendprogramm gewidmet.Read more
Waschtag
September 20 in the United States
🌧 7 °C
An unserem Übernachtungsplatz hat es letzte Nacht ziemlich gestürmt. Sarah hatte daher die ganze Nacht Angst, dass uns ein Baum auf das Auto fliegt. Heute Morgen musste sie dann feststellen, dass die Angst ziemlich unbegründet war, da die nächsten Bäume doch ganz schön weit weg waren.
Da das Wetter nicht so toll angesagt war, hatten wir für heute hauptsächlich eines auf dem Programm: Wäsche waschen. Dafür sind wir nach Valdez gefahren. Diese Hafenstadt am Prince William Sound ist umgeben von Fjorden und ist der nördlichste, ganzjährig eisfreie Hafen Alaskas. Hier endet zudem die Öl-Pipeline, weshalb die Stadt wirtschaftlich sehr wichtig ist. Der Name ist ausserdem vielen vermutlich noch aufgrund der Ölkatastrophe der Exxon Valdez bekannt. Am Hafen haben wir ein paar Bilder gemacht und sind dann zur Wäscherei. Während die Waschmaschine lief haben wir die nächsten Tage etwas genauer durchgeplant. Nachdem wir die Wäsche dann in den Trockner vefrachtet hatten, haben wir die halbe Stunde Zeit ausgenutzt, um den Civic Center Overlook Trail zu machen. Dieser war nur 2 min entfernt und ging nur 15 Minuten. Danach ging es schon wieder zurück, die Wäsche wurde zusammengelegt und ins Auto verfrachtet, dann ging es auch schon weiter zum einkaufen (hauptsächlich Wasser) und tanken. Für unseren zMittag sind wir zum Valdez Glacier Lake gefahren und haben diesen dann mit der Sicht auf kleine Eisschollen im Gletschersee genossen. Da das Wetter noch überraschend schön war, haben wir noch einen kleinen Spaziergang und eine Fotosession eingelegt. Zurück am Auto haben wir dann auch schon die Weiterreise angetreten. Wir sollten bis Dienstag Vormittag in Whittier sein, eine Strecke von etwas mehr als 570 km. Daher haben wir bereits einen Teil dieser Strecke heute noch zurückgelegt. An einem kleinen See etwas abseits der Strasse, haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen. Zum zNacht gab es dann Tortellini mit Alfredo Sosse und Erbsen. Das Abendprogramm bestand einmal mehr aus Spiele spielen und lesen.Read more
Whittier
September 21 in the United States
🌧 7 °C
Der Wetterbericht war wieder eher bescheiden, aber das hat sich gut mit unserem Plan, Kilometer zu machen, getroffen. Den Tag über war's mal trocken, dann stockdichter Nebel, dann wieder regnerisch. Wir sind aber gut durchgekommen mit einem Zwischenstopp in Anchorage, um nochmals etwas Vorrat aufzustocken. Wir waren dann aber auch wieder froh aus Anchorage raus zu sein, die Strassen sind zwar alle gut breit aber bei 3-4 Spuren pro Richtung, ist der Fahrer gefordert und die Beifahrerin gestresst (obwohl sie nichts machen muss). Dann ging es der windigen Küste nach, nach Whittier. Dieses war letzte Woche in den Schlagzeilen (20 Minuten), da am Hafen ein relativ neues 80 Mio. Dollar Dock gebrannt hat, und keiner der Hydranten in der Nähe funktioniert hat.
Kurz vor Whittier sind wir durch den Anton Anderson Memorial Tunnel gefahren. Dieser ist mit 4km Länge der längste kombinierte Strassen- und Eisenbahntunnel Nordamerikas. Eine halbe Stunde ist er für eine Richtung geöffnet, die nächste halbe Stunde in die andere. Und man fährt quasi auf den Gleisen. Gebaut wurde er im 2. Weltkrieg von der US Army als Eisenbahntunnel. Seit 2000 ist er auch für Autos geöffnet. Am späteren Nachmittag haben wir dann noch eine kleine Wanderung gemacht, leider hat es uns komplett verregnet, sonst wäre es wohl ganz schön gewesen. Beim Losgehen haben wir den 14-stöckigen Begich Tower und das Buckner Building gesehen. Die beiden Gebäude passen so gar nicht ins Dorfbild und wurden ebenfalls im 2. Weltkrieg gebaut. 1964 gab es ein schlimmes Erdbeben, seit da ist das Buckner Building zerstört und verlassen. Im Begich Tower leben fast alle der knapp 300 Einwohner Whittiers. Das Gebäude ist unterirdisch mit der Schule verbunden und auch sonst ist eigentlich die gesamte Dorfinfrastruktur (Post, Lebensmittelladen, Kirche, Hotel,...) in diesem Gebäude untergebracht, was im kalten Winter wohl ganz praktisch ist. Nach dem Znacht gings bald ins Bett und wir freuen und auf morgen, weil morgen wird das Wetter zum Glück "prettier in Whittier".Read more
Rund um den Prince William Sound
September 22 in the United States
🌧 8 °C
Nach einem kurzen Frühstück sind wir heute Morgen nach Whittier reingefahren. Hier haben wir eine ausgiebige Dusche (7 Minuten / 2 Personen = 3.5 Min p.P.) genossen und uns mal wieder so richtig sauber gefühlt. Dann ging es auch schon weiter zum Cruise Terminal, für heute stand nämlich eine Schiffrundfahrt im Prince William Sound auf dem Programm. Nachdem die Parkplatzsituation und die etwas umständliche Bezahlvariante geklärt waren, ging es auch schon ans Boarding der M/V Bravery. Dieser Katamaran ist seit einigen Jahren hier im Prince William Sound unterwegs, hat jedoch eine bewegende (Pun intended) Vorgeschichte. Sie war nämlich am 11. September 2001 noch der Feuerwehr Manhattans unterstellt und hat nach den Anschlägen knapp 2500 Menschen von Manhatten ans Festland in Sicherheit gebracht.
Heute war das Schiff weit entfernt von vollbesetzt, es waren ca. 50-60 Passagiere (bei 286 Plätzen) an Bord. Das ist dann wohl der grosse Vorteil vom Reisen in der Nebensaison.
Nachdem wir abgelegt hatten, wurde auch schon das Mittagessen serviert, da es mittlerweile schon 12.30 Uhr war. Das Essen wurde von der Crew frisch zubereitet, es gab entweder Salmon Chowder (z.B. für Sarah) oder Veggie Chili (z.B. für Sebi). Dennoch hat man sich ein bisschen wie im Flugzeug gefühlt, mit Plastikbesteck und verpackten Brötchen. Es war aber sehr lecker. Die Aussicht war von Anfang an unglaublich spektakulär. Auf der Strecke ging es vorbei an Fjorden und insgesamt 26 Gletschern, von denen hier nicht alle einzeln aufgezählt werden. Das Wetter war perfekt, am Anfang noch teilweise mit leichtem, mystischem Nebel über der Wasseroberfläche, aber durchgehend sonnig und mit toller Sicht. Neben den Gletscherlandschaften, gab es auch eine tolle Sicht auf den Chugach National Forst, dem nördlichsten Regenwald der Welt. Ausserdem konnten wir auf dem Hinweg einige Steller Sea Lions und sogar ein paar Seeotter bewundern. Auf dem letzten Stück des bis dahin schon gigantischen Weges, kulminierte das ganze dann noch am Harvard Gletscher. Hier geht der Gletscherarm direkt ins Meer und wir wurden bis kurz vor den Gletscher gefahren. Auch beim Kalben konnten wir zuschauen, den grössten Abbruch sahen wir dabei direkt beim darauf zufahren, was das Schiff nach ein paar Sekunden auch merklich ins Schwanken gebracht hat. Hier direkt am Gletscher wurde einige Zeit einfach beobachtet, bevor es an den Rückweg ging. Auf dem Weg zurück hatten wir noch das Glück ein Buckelwal Weibchen mit Jungem zu sehen. Die Buckelwale sind zu dieser Zeit eigentlich schon auf dem Weg Richtung Hawaii. Buckelwale machen jedes Jahr eine Strecke von 6000 Meilen, am meisten von allen Säugetieren. Die jungen Tiere können im Winter in den nördlichen Gewässern nicht überleben, daher geht es in wärmere Gefilde. Im Sommer geht es dann wieder in den Norden, da hier viel Nahrung zu finden ist. Mit diesem krönenden Abschluss ging es zurück nach Whittier. Die Tour ging 5.5 Stunden und wir haben 120 Meilen zurückgelegt. Definitiv ein Highlight der bisherigen Reise!
Zurück am Auto angekommen, ging es wieder durch den Anton Anderson Memorial Tunnel und noch ca. 1 Stunde fahrt Richtung Seward, bevor wir dann unser Nachtlager errichtet haben. Zum zNacht haben wir noch Shakshuka gekocht, Spiele gespielt und gelesen.Read more
Highlight-Tag
September 23 in the United States
⛅ 10 °C
Heute war nochmals schönes Wetter angesagt, darum haben wir uns für ein Stück der Wanderung zum Harding Icefield entschieden. Dieses ist Teil des Kenai Fjord Nationalpark, der 3. Nationalpark auf unserer Reise. Der grösste Teil des NP ist nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen, einzig dieser Teil beim Exit Glacier kann mit dem Auto angefahren werden. Die gesamte Wanderung beim Exit Glacier bzw. Icefield wäre 6-8h gewesen, 1000hm auf 6.3 km rauf und genau so viele runter. Es gibt aber bereits nach 2.3 km und knapp 500hm den Ausblickspunkt Marmot Meadow welchen wir ins Auge gefasst haben oder aber nach 3.7km und 750hm gäbe es den Aussichtspunkt Top of Cliffs. Da wir mit 2-4h retour für die 500hm gerechnet haben, haben wir ausgeschlafen und sind dann um 11 Uhr beim Trailhead gestartet, mit dem Bauch voll Shakshuha, Vorfreude und Baby (1 davon nur bei Sarah). Bereits auf der Strasse war alle paar (hundert) Meter Tafeln mit Jahreszahlen, wann der Exit Glacier bis wo ging und diese Tafeln gab es dann auch auf dem ersten Teil des Trails. Dieser führte anfangs flach durch üppige Vegetation bis er dann steil anstieg. Ausblick hatte man keinen. Nach 1.5-2h haben wir Marmot Meadow erreicht, wo man einen grossartigen Blick auf den Exit Glacier hat. Bei Gletschern ist es wie bei Sternschnuppen, wenn man mal eine gesehen hat, wird man süchtig und darum haben wir (bzw. Sarah) uns entschieden, noch zum nächsten Ausblickspunkt zu wandern (Sebi wär wohl schon längst am Ende des Trails gewesen, wenn er nicht auf mich hätte warten müssen). Bald erreichten wir Top of Cliffs, nun war die Vegetation alpiner (sprich Bären hätte man schon gesehen bevor sie direkt vor einem stehen). Zuoberst am Gletscher konnte man das Icefiel erahnen und wir waren nun definitiv Eisfeldsüchtig. Da es gerade so gut "flowte" und Sarah keinerlei Wehwehchen ausser die beim Wandern übliche Atemnot verspürte, haben wir uns entschieden, ohne grosse Pause weiter zu gehen und vielleicht doch die gesamte Wanderung zu machen? Zum Glück war's nun flacher und wir konnten das Tempo etwas erhöhen. Unterwegs sahen wir noch sehr verfressene Murmeli und haben mit einem englischsprachigen Mann Smalltalk gehalten und er war begeistert wie ein kleines Kind von der Aussicht am Ende des Trails. Später haben wir noch einen Schweizer getroffen und mit diesem ein bisschen gequatscht. Kurz vor 15 Uhr erreichten wir tatsächlich den Shelter. Dort gab es dann Zmittag und wir waren gestärkt für die letzten Meter. Und dann standen wir da, vor uns Eis soweit das Auge reicht. Das Eisfeld ist der Teil in welchem Schnee fällt und sich dann Gletscher daraus bilden (die sogenannte "Accumulation Zone"). In diesem Fall geben die Quellen etwas zwischen 30 und 40 Gletscher an, die vom Eisfeld abgehen und das Eisfeld ist zusammen mit den Gletschern 2800km² gross und bis zu 1200m dick. Zum Vergleich, der Kanton St. Gallen ist 2028km² gross. Wir haben nur einen Teil des Eisfeldes gesehen, trotzdem war es extrem imposant und wir hätten noch Stunden drauf schauen können. Leider war die Zeit aber schon ziemlich fortgeschritten und wir haben uns an den Abstieg gemacht. Auf den letzten Metern waren wir direkt hinter 3 anderen Wanderern, welche wohl einen Grizzly ziemlich nahe beim Weg gesehen haben. Wir haben ihn aber (zum Glück?) nicht zu Gesicht bekomm. Um 18 Uhr waren wir zurück beim Parkplatz und (zumindest Sarah) nudelfertig. Als Belohnung gab es eine heisse Dusche in Seward für gerade mal 2$ und dann haben wir uns einen Übernachtungsplatz rausgesucht. Die Chancen auf Nordlichter standen ganz gut, Problem war, dass es rund um Seward extrem bergig ist. Wir haben dann aber mit iOverlander (damit suchen wir Stellplätze, Duschen, Laundrys) einen Platz gefunden und mit Maps Gelände gesehen, dass es gegen Norden tatsächlich relativ flach ist. Auf dem Weg dahin ist uns aber aufgefallen, dass wir die ganze Zeit durch Wald fahren, aber was für ein Glück, der Platz lag etwas erhöht, ausserhalb des Waldes und mit Blick frei Richtung Norden. Um 22 Uhr war der Kp-Index auf ca. 4-5 prognostiziert, als es dann aber 22 Uhr war, war er gesunken auf <2 und wir haben füdlinünt gesehen. Zusätzlich stand im Süden der Fast-Vollmond und es war ziemlich hell. Darum habe ich den Wecker auf 1 Uhr gestellt, da sollte die Intensität nochmals ansteigen. Um 1 habe ich dann eine Weile aus dem Fenster geschaut, de rien. Darum bin ich zurück ins Bett. Da habe ich dann gedacht, wenn ich jetzt schon wach bin, kann ich ja zumindest noch kurz in die Büsche (ganz nach Sandros Motto bei Bergtouren "wenner mond, denn gond"). Und was erblicke ich beim Aussteigen? Die Nordlichter! Sofort Sebi rausgerufen und dann haben wir das Spektakel verfolgt. Einige Male sah man sie ziemlich deutlich tanzen, oft lag einfach ein weisser Nebel über dem Horizont, dieser erscheint auf den Bildern aber auch in grün. Es waren nicht die intensivsten Nordlichter, trotzdem war es einfach magisch. Direkt darüber stand der grosse Wagen. Nach fast einer Stunde waren wir ziemlich durchfroren und sind zurück ins Bett. Gemäss Vorhersage war der Höhepunkt vorbei, am nächsten Morgen habe ich aber gesehen, dass wohl um 4 Uhr nochmals ein Peak war, aber da lagen wir bereits glücklich und zufrieden in den Federn. Was für ein Tag (und eine Nacht). Was sind wir für Glückskinder!Read more
Ab an den Strand
September 24 in the United States
☀️ 11 °C
Nach einer nicht ganz so erholsamen, dafür sehr eindrücklichen Nacht, starteten wir heute gemütlich in den Tag. Frühstücken und den Camper für die Weiterfahrt vorbereiten ist mittlerweile ja Routine. Zunächst ging es nochmal nach Seward, wir haben einen kleinen Spaziergang an der Bucht gemacht und dann mal wieder Frischwasser aufgefüllt, das erste mal seit dem Denali Nationalpark. Dann ging es noch kurz ins Visitor Center, hier gab es aber nicht viel zu sehen, daher sind wir auch gleich weiter Richtung Kenai gefahren. Unterwegs haben wir bei einigen der zahlreichen Aussichtsbuchten Halt gemacht und die tolle Natur bei nochmal richtig schönem Wetter bestaunt. An einem Picknickplatz am einem der vielen Seen haben wir dann unseren zMittag gegessen. In Kenai sind wir zunächst zur Holy Assumption Russian Orthodox Church, einem Überbleibsel der einst russischen Siedler die sich im späten 18. Jahrhundert auf der Kenai Halbinsel niedergelassen hatten. Anschliessend ging es an den Strand von Kenai, mit richtigem Sand. In der Sonne war es auch schön warm und man hat sich (fast) wie am Mittelmeer gefühlt. Hier haben wir eine Weile damit verbracht das schöne Wetter zu geniessen und zu lesen. Dann ging es auch schon weiter zu unserem Übernachtungsplatz, direkt bei einer Klippe mit wunderschöner Aussicht auf Strand und Meer. Von hier haben wir noch ein Tier im Meer gesehen, von der Form her etwas delfinähnliches, eventuell war es ein Schweinswal. Zum zNacht gab es Pasta Carbonara und dann stand auch schon das standardmässige Abendprogramm an.Read more
Chiller Tag
September 25 in the United States
☁️ 11 °C
Der Wetterberich hatte wieder nicht so schönes Wetter angesagt. Darum hiess es ein weiteres Mal ausschlafen. Danach sind wir via Ninilchik und Anchor Point nach Homer gefahren. In Ninilchik haben wir noch eine russisch orthodoxe Kirche von aussen betrachtet. Anchor Point ist der westlichste Ort Nordamerikas, welcher mit dem Auto über ein zusammenhängendes Highwaysystem erreicht werden kann. Wir haben dort noch einige Robben, Seelöwen oder ähnliche im Meer gesehen. Die beiden Orte liegen am Cook Inlet, dies ist eine Bucht im Golf von Alaska. Bei schönem Wetter wären auf der anderen Seite der Bucht verschiedene Vulkane sichtbar.
Das Städtchen Homer muss im Sommer wohl sehr touristisch sein. Wir sind auf den Homer Spit rausgefahren. Das ist eine berühmte, rund 7,2 Kilometer lange Landzunge aus Schotter und Sand, die in die Kachemak-Bucht hineinragt. Darauf finden sich zahlreiche Restaurants, Souvenirshops, Gallerien, Campingplätze, ein Hafen,... Jetzt ist aber so was von tote Hose. Wir haben dann im Harbor Grill Zmittag gegessen und sind danach noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, in der Hoffnung Elche zu sehen, haben aber keine zu Gesicht gekriegt. Lag vielleicht daran, dass im Restaurant Elchburger angeboten wird. Dann haben wir uns mit einem kurzen Zwischenstopp bei Safeway nach Norden aufgemacht und wieder am Meer ein Schlafplätzchen gefunden. Heute hat das Abendprogramm schon um 17 Uhr gestartet.Read more
Da ziehen die Lachse den Fluss hinauf
September 26 in the United States
🌧 9 °C
Heute machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Anchorage. Da wir jedoch Big Red erst am Montag abgeben müssen, haben wir es nicht allzu eilig. Von unserem Übernachtungsplatz ging es erst mal äusserst steil nach oben zur Strasse, so dass wir zum ersten mal in den 4 Wheel Drive geschaltet haben. Big Red hat das dann ziemlich easy hinbekommen. Als erste Station haben wir dann einen Entsorgungshof angefahren. Offizielle Begründung: PET Wasserflaschen entsorgen, inoffizieller Nebenauftrag: Weisskopfseeadler beobachten. Sarah hat nämlich herausgefunden, dass diese häufig an diesem Entsorgungshof anzutreffen sind. Scheinbar wird es hier nicht so genau genommen mit dem recyceln, man hat uns aufgetragen die Flaschen einfach in den Allgemeinmüll zu schmeissen. Weisskopfseeadler haben wir leider nur einen gesehen, dazu noch ein Jungtier dessen Kopf noch nicht die typische weisse Farbe angenommen hat. Dafür wissen wir aber nun, wie schwer wir unterwegs sind: 8820 amerikanische Pfund, das entspricht ziemlich genau 4 Tonnen (und das bei halbleerem Wasser- und auch Benzintank).
Als nächstes ging es zur Skilak Lake Road, einer Schotterstrasse parallel zum Sterling Highway, die zwar nicht ganz so schnell befahren werden kann, dafür aber schöne Aussichten und zahlreiche Trailheads bietet. Wir haben dann den Bear Mountain Trail gemacht. Direkt am Einstieg war auch schon Bärenkacke zu finden, zum Glück hatten wir das Bärenspray griffbereit. Zum Einsatz kommen musste es jedoch nicht, Bären haben wir keine gesehen, dafür hatten wir jedoch eine wunderschöne Aussicht auf den Skilak Lake und die Kenai Range. Unserem zMittag wollten wir ursprünglich am Aussichtspunkt einnehmen, wir haben dann aber entschieden, dies erst wieder am Auto zu tun, nicht dass wir damit Bären anlocken. Insgesamt waren wir auf dem Trail eine Stunde unterwegs, angegeben waren zwei. Das liegt aber vermutlich eher an einer sehr konservativen Berechnung der Dauer als an unserer Marschgeschwindigkeit.
Weiter ging es dann über die restliche Skilak Lake Road und dann den Sterling Highway zum Russian Lakes Trailhead. Hier haben wir nochmal eine kleine Wanderung zu den Russian River Falls gemacht. Man kann hier zu den richtigen Jahreszeiten die Lachse dabei beobachten, wie sie stromaufwärts schwimmen, um an ihrem Geburtsort zu laichen. Dabei ist natürlich vor allem das Überwinden von Stufen im Wasser spektakulär, da hier die Fische springen müssen. Tatsächlich haben wir an der Aussichtsplattform auch direkt einigen Lachsen beim Springen zuschauen können. Leider sind die Fische nicht sonderlich erfolgreich gewesen, wir haben uns dann gefragt wie lange sie dies schon versuchen.
An der Aussichtsplattform wurden wir noch von 4 äusserst religiösen Amerikanerinnen angesprochen. Wie sich herausgestellt hat, hat eine von ihnen schweizerische Wurzeln (sie heisst sogar Heidi). Kurzerhand haben die vier dann noch für uns und unser baldiges Baby gebetet.
Dann ging es auch schon wieder zurück zum Auto und bei Cooper Landing zu einer Dusche (6 USD für 10 Minuten). Bei unserem Übernachtungsplatz gab es dann noch Pasta mit Tomaten/Bohnen Sauce... so langsam müssen wir halt schauen, dass wir unsere Vorräte aufgebraucht bekommen.Read more

TravelerSolls wohl manchmal da geben, aber ich glaube die verirrten, zu spät kommenden, komplett erschöpften Lachse möchten die Bären nicht mehr😅
2 Highlights in 2 Stunden
September 27 in the United States
🌧 8 °C
Für heute hatten wir eigentlich keinen Plan. Darum in aller Ruhe ausschlafen und frühstücken. Danach sind wir nach Anchorage gefahren. Irgendwo am Wegesrand stand was mit "Bore Tide" davon habe ich, Sarah, bereits mal was gelesen, aber dazu später mehr. In Anchorage haben wir unser Abwasser und das Klo entleert (welches exakt 1x für ein kleines Geschäft in Anspruch genommen wurde) und waren im Walmart einkaufen für den Znacht, 2-3 Kleidungsstücke und einen Ersatztoilettenspiegel für einen der uns kaputt ging vom Camper. Dann war unser Pflichtprogramm erledigt. Mittlerweile habe ich aber rausgefunden, was es mit der Bore Tide auf sich hat und darum sind wir zum "Bore Tide Viewing Spot - Turnout #4: Milepost 94.2" gefahren (lag auf der Strecke von heute morgen, jenu). Dort haben wir die Wartezeit mit packen und Auto usabäsala verbracht bis es Zeit für die Bore Tide war. Dies ist eine sogenannte Gezeitenwelle. Eine Naturerscheinung bei der eine Welle stromaufwärts rollt. Jetzt wirds etwas nerdig aber auch spannend. Dieses Phänomen kommt nur an 60 Orten auf der Welt vor. Beim Turnagain Arm (so heisst die Bucht hier) sind alle 4 Voraussetzungen für die Entstehung einer solchen gegeben.
1. Extremer Tidenhub (großer Gezeitenunterschied): Der Unterschied zwischen Hochwasser (Flut) und Niedrigwasser (Ebbe) muss sehr gross sein, mindestens 6 Meter. Hier liegt er z. T. sogar bei 9 bis 12 Metern.
2. Flaches und seichtes Gewässer: Das einlaufende Wasser muss auf eine sehr flache Bucht oder eine seichte Flussmündung treffen.
3. Trichterförmige Geografie: Die Bucht oder der Fluss muss sich landeinwärts stark verengen.
4. Gegenströmung: Es muss noch ausreichend Wasser aus der vorherigen Ebbe oder von einem Fluss entgegen der Flutrichtung abfliessen. Das einströmende Meerwasser prallt wie gegen eine Wand auf dieses abfliessende Wasser, wodurch sich die steile, rollende Flutwelle formiert.
Als wir angekommen sind, war Ebbe eigentlich schon lange vorbei, aber trotzdem ist immer noch Wasser abgeflossen. Punkt 4 also schon mal gegeben. Da bei der zeitlichen Vorhersage folgende Info dabeistand: "FYI: We are wrong on our predictions most days. The bore tide is really hit or miss! You never know what nature will make it do. This part of the world is extremely different day to day." waren wir nicht sicher ob das heute was wird. Obwohl alle Vorzeichen gut aussahen, am besten ist die Welle wohl um Leer- oder Vollmond (was gestern war) zu sehen, sowie um die Äquinoktien (oder auf gut deutsch Tagundnachtgleiche was am 23. September war). Nach viel Warten, sind dann Autos mit Surfbrettern aufgetaucht, was uns positiv gestimmt hat. Sobald die Surfer dann ans Wasser sind, sind wir auch raus gestanden und haben geschaut und tatsächlich weit entfernt eine deutliche Welle gesehen. Diese ist dann mit irgendwas zwischem 15 und 40km/h buchteinwärts gerollt. Die Surfer haben sie leider nicht richtig erwischt und erst in 12h und 25 Minuten die nächste Chance, schon ein bisschen deprimierend für sie. Es war echt eindrücklich diese "Flutwelle" zu sehen, siehe Video. Da es hiess, dass man manchmal 1.5-2h nach der Welle Beluga Wale sehen kann, haben wir dann im Camper Znacht gemacht und haben dann nochmals aufs Wasser geschaut. Wale haben wir keine gesehen, aber alle Sandbänke waren durch die Flut nun verschwunden. Dann sind wir losgefahren Richtung Anchorage, wir hatten uns in 15 Meilen Entfernung einen Stellplatz rausgesucht. Nach einigen hundert Metern war ich dann aber komplett aus dem Häuschen! Da sind Belugas im Wasser! Sebi geistesgegenwärtig beim nächsten Parkplatz angehalten und wir raus. Wir haben mehrere handvoll Belugas buchteinwärts ziehen sehen, sie jagen dort nach Fischen, die durch die Flut reingekommen sind. Belugas sind weiss (zumindest die Ausgewachsenen), haben keine markante Rückenflosse, werden 3-5 Meter lang und leben in arktischen und subarktischen Gewässern.
Immer wieder sind weitere Gruppen aufgetaucht und wir waren einfach nur begeistert. Nach einiger Zeit sind die ersten dann wieder Richtung Meer gezogen und das ziemlich nah am Ufer. Was für ein schöner Anblick. Somit konnten wir heute 2 Sachen von unserer Bucketlist streichen, die da gar nicht drauf standen. Und wir hatten wirklich mega Glück, diese zwei seltenen Momente zu erleben. Was für ein Abschluss vom unserer Camperreise. Morgen wird Big Red dann zurück gegeben und übermorgen geht unser Flug nach Hause.Read more
Abschied von Big Red
September 28 in the United States
☁️ 10 °C
Heute mussten wir unseren Camper Big Red abgeben. Deshalb sind wir zeitig aufgestanden, haben gefrühstückt und dann alles was noch nicht verpackt war verpackt (es ist immer mehr als man denkt). Dann gab es eine Putz Session, zunächst einmal in der Living Box und dann auch im Auto selber. Anschliessend startete das, was wir im Nachhinein als die Anchorage Odyssee bezeichnen. Dabei wurden die folgenden Stationen angefahren:
- Entsorgungsstelle für unseren restlichen Müll im Süden von Anchorage. Hat sich dann aber als industrielle Entsorgungsstelle bzw. Entrümpelung herausgestellt.
- Entsorgungsstelle im Norden von Anchorage (es ist echt schwierig überhaupt so etwas hier zu finden und das in Zeiten von google maps). Hier wurden wir gefragt ob wir recyceln wollen. Da haben wir natürlich ja gesagt. Wir wurden dann an eine Stelle etwa auf der anderen Strassenseite verwiesen.
- Recyclingstelle auch im Norden von Anchorage. Es hiess Plastik können sie recyceln, alles andere (Glas, Karton, etc.) nicht. Wir haben dann gesagt wir würden gerne alles los haben und sind wieder zur anderen Entsorgungsstelle.
- Entsorgungsstelle im Norden von Anchorage (Part II). Wir haben gesagt wir wollen jetzt endlich unseren Müll einfach loswerden. Dann hiess es ok, 10 USD und wir können alles reinhauen. Es handelte sich dann um eine grosse Lagerhalle wo wirklich alles "reingehauen" und periodisch mal mit dem Bagger abgeführt wird. Immerhin war dann dieser Punkt endlich erledigt.
- Waschanlage im Norden von Anchorage. Uns wurde mitgeteilt dass wir zu gross sind für ihre Buchten. Sie haben aber einen zweiten Platz mit grösseren Buchten, Überraschung: im Süden von Anchorage.
- Waschanlage im Süden von Anchorage. Hier konnten wir dann Big Red tatsächlich sauber machen und unter anderem, die Spuren der Gravel Roads entfernen.
- Hotel Check-in. Eigentlich wollten wir nur fragen, ob wir unsere grossen Rucksäcke schon mal deponieren können. Freundlicherweise konnten wir dann sogar gleich (es war 11 Uhr) den Check-in und Zimmerbezug machen.
- Benzin und Propan tanken. An einer Tankstelle haben wir geschaut, dass sowohl der Tank von Big Red als auch das Propan der Living Box, auf dem Anfangsstand als wir Big Red abgeholt haben sind.
- Abgabe von Big Red. Das ging dann super easy und schnell.
Damit war das gröbste (und wir) mal durch. Wir sind dann noch kurz zu Fuss das Bärenspray, was wir zum Glück nicht gebraucht hatten, abzugeben. Dann sind wir mit dem Bus nach Downtown, sind ein bisschen durch die Stadt gelaufen, haben zMittag gegessen (die letzten Reste an Bagels, Wraps, Aufstrich und Käse) und eim bisschen gelädelet. Weil wir ein bisschen kaputt waren, ging es dann ins Hotel. Hier haben wir gechillt und den Online Check-in (soweit möglich) für den Rückflug durchgeführt. Am Abend ging es für den zNacht ins Moose's Tooth, einer sehr beliebten Pizzeria mit zugehöriger Brauerei.Read more






































































































































































































































































































































































































































































































TravelerHey - ganz schöni Flitterzeit! Geniesst euer neues Abenteuer! Und ich bin natürlich gespannt auf die spannenden Berichte. Lg irene
TravelerDanka Irene!
Curdin MattleViel Spass
TravelerDanka!