Tag 29: Vulkantour Teil III/III
August 6, 2024 in Indonesia ⋅ 🌙 12 °C
-- Unsere kleine Sendepause hatte mit einem 3-tägigen Funkloch zu tun, woran ein anderer Vulkan schuld war.... Dazu schon bald mehr! ❤️😇 --
Um 2 Uhr waren wir erneut auf den Beinen und fuhren mit Dimas und einem Jeepfahrer (der wie ein Indianerhäuptling aussah 😄) zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man den Vulkan Bromo am besten bei Sonnenaufgang anschauen kann.
Der Mount Bromo ist ein 2329 m hoher und ebenfalls aktiver Vulkan. Zuletzt brach er 2015 aus, weshalb damals der örtliche Flughafen in Malang geschlossen werden und die Bewohner der Region Masken tragen mussten, um sich vor dem Aschestaub zu schützen. Der Bromo besitzt einen großen, rauchenden, schwefligen Krater. Er sieht einfach richtig mächtig aus. Vielleicht heißt er deswegen Bromo, was vom hinduistischen Schöpfungsgott Brahma abgeleitet wurde. Es gibt hier eine lokale Geschichte: Lange Zeit war der Krater des Bromo eine Opferstätte der Hindus und das ist er leider auch noch immer. Hier werden von Bauern Früchte, Reis, oder sogar Tiere hineingeworfen, um sich den Segen des Gottes einzuholen und die Ernte so fruchtbarer zu machen! Für Hindus aus der Region Tengger und anderen wie z.B. Bali ist er heute noch eine wichtige religiöse Gebets- und Pilgerstätte und wir haben auch einige größere Gruppen dorthin pilgern sehen.
("Nach einer Geschichte gründete am Ende des 15. Jahrhunderts die Prinzessin Roro Anteng des Majapahit-Imperiums zusammen mit ihrem Ehemann Joko Seger ein eigenes Fürstentum. Sie nannten es Tengger nach den Endsilben ihrer Namen. Das Fürstentum florierte, aber dem herrschenden Paar war es nicht möglich, Nachkommen zu zeugen. So kletterten sie in ihrer Verzweiflung auf den Bromo und beteten zu den Göttern, sie mögen ihnen beistehen. Diese versprachen ihnen zu helfen unter der Bedingung, ihr letztgeborenes Kind den Göttern zu opfern. Die beiden hatten 24 Kinder und als das 25. und letzte Kind, Kesuma, geboren wurde, weigerte sich Roro Anteng, ihr Kind wie versprochen zu opfern. Die Götter drohten mit Feuer und Schwefel, bis sie schließlich das Kind doch opferte. Nachdem es in den Krater geworfen wurde, befahl die Stimme des Kindes den Einheimischen, jährlich eine Feier am Vulkan abzuhalten. Dieses Kassada genannte Fest wird auch heute noch abgehalten. Es besteht hauptsächlich aus einer nächtlichen Prozession zum Gipfel, wo dann Tiere, Früchte und Reis geopfert werden.")
Mit dem Jeep ging es anderthalb Stunden in der Dunkelheit steil den Berg hoch. Am Ende gab es sogar keine Straße mehr, sondern es ging über eine riesige Vulkansandfläche. Und wir waren nicht alleine, den hunderte Jeeps beladen mit Indonesiern und Touristen lieferten sich ein Wettrennen in Fast&Furious-Manier zum Aussichtspunkt. Denn wenn man spät ankam, bekam man oben keinen Parkplatz mehr und musste kilometerweit hochlaufen (und die Indonesier können unnötige Fußwege nicht ausstehen, Dimas sagt alles über 100m wird immer gefahren 😂). Wir schafften es, um halb 4 dort zu sein, sodass wir vor Ort nach lokaler Tradition vor brennender Kohle noch einen Kaffee und eine Portion Instant-Nudeln zu uns nehmen konnten, um uns aufzuwärmen. Es war nämlich trotz Thermounterwäsche und 4 Schichten Kleidung echt kalt geworden! Um 4 Uhr stiegen wir einen Hügel hinauf. Unter Dimas Führung umgingen wir mal wieder eine Horde fotografierwütiger chinesischer Touris und gelangten schließlich zu einem geheimen Ort am Viewpoint. Hier musste war es abschüssig und man musste aufpassen, nicht in den Abgrund zu stürzen. Wir saßen quasi unter einer Klippe im(!) Abhang und bohrten unsere Füße in den Boden um nicht in die Tiefe zu rutschen.😅
Dafür gab es einen perfekten Ausblick auf den Sonnenaufgang, die Vulkane Semeru und Bromo, den Berg Batok (ein Berg, der aussieht wie ein Gugelhupf Kuchen) und das die umgebende Wolkenmeer. Außerdem war es schön ruhig, nur wenige Leute außer uns waren dort. Bevor die Sonne aufging, hatten wir Spaß daran, mit dem Smartphone Bilder im Nachtmodus aufzunehmen. Mittlerweile kann man wirklich den Sternenhimmel fotografieren... Auch das Bergpanorama konnte man in völliger Dunkelheit schon auf dem Bildschirm sehen! Die Sonne ging auf und färbte die Landschaft mit der ganzen Palette an Rottönen. Glücklicherweise gab es keinen Nebel, die Sicht war also klar uns einfach perfekt.
Der Anblick war einfach wunderschön. Das Frieren und das frühe Aufstehen hatten sich mehr als gelohnt. Wir sahen auch immer wieder kleine Rauchwolken aus den Kratern der Vulkane aufsteigen und konnten sogar den Tempel der Hinduisten am Fuße des Mount Bromo erkennen.
Nachdem die Sonne vollständig aufgegangen war, stiegen wir wieder hinab und fuhren mit dem Jeep zu einer Stelle 2,5 km entfernt vom Krater des Bromo. Wir wanderten dann durch eine Fläche, die von schwarzem Vulkansand bedeckt war, während sich langsam wieder die Hitze einstellte. Viele Touristen bestiegen sogar Pferde, um die Strecke zu überwinden (und natürlich für ein cooles Foto). Am Ende gab es eine große Treppe nach oben zum Kraterrand. Der Krater enthält Sulfur, was man sehen und riechen konnte. "Beeindruckend" kann dieses imposante Werk der Natur nicht im geringsten beschreiben. Man konnte die Aktivität des Vulkans sogar als rauschendes, leichtes Brodeln hören! So etwas hatten wir noch nie gesehen. Auch im Nachhinein wirken die Bilder so krass und wir können gar nicht mehr glauben, dass wir tatsächlich da gewesen sind.
Danach ging es per mehrstündiger Autofahrt nach Surabaya, wo wir am nächsten Tag unseren Flug zum nächsten Ziel nehmen würden. Hier hatten wir nicht so viel Zeit, aber wir konnten noch die Luxusmall besichtigen, einen English Breakfast Tea im kolonialistisch designten Mahapajit Hotel trinken, ein altes russisches U-Boot und die Hauptstraße anschauen. Man sah auch schon die Vorbereitungen für den 79. Unabhängigkeitstag Indonesiens am 17. August, wo es die Freiheit der Kolonialherrschaft Hollands erkämpfte. Nach einem Training im Fitnessstudio mit super netten und coolen Einheimischen waren wir etwas spät dran fürs Essen. Deshalb bekamen wir nur noch ein ultra scharfes Essen bei einem KFC ähnlichen Restaurant, weil das als einziges noch offen hatte und nur noch diese Gerichte übrig hatte. Im Ernst, es war so scharf, dass meine Nase schlimmer als bei einer Erkältung lief und die Lippen brannten als hätte man ein Osterfeuer geküsst. Außerdem hatte dieses Huhn nur 20 % Fleisch, der Rest war Panade und Knochen 🤣. Nächstes Mal also lieber wieder ein harmloses Nasi Goreng bei einem Straßenstand. Die haben immer offen und tun einem nicht weh 😂. Wieder mal ein verrückter Tag, nach dem wir jetzt wieder reif für eine Insel sind, also ab nach Lombok!Read more












Traveler
Hätte nie geglaubt, dass sowas klappt. Wunderschön!
Traveler
Herrlich!
Traveler
Einfach wunderschön!