Tag 33: Auf den Rinjani! 🌋 Teil I/II
August 10, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 20 °C
Wir verließen das wunderschöne Kuta um 4:30 Uhr morgens um die größte Herausforderung unserer Reise anzutreten: die Besteigung des Gipfels des höchsten Vulkans Lomboks und mit 3726 m Höhe zweithöchsten Vulkans Indonesiens - dem Rinjani. Warum so eine Aktion im Urlaub? Aus 2 Gründen: 1. Weil wir die Herausforderung lieben und 2. weil die Natur im Rinjani atemberaubend sein sollte. 😊😄
Ein paar Fakten und Geschichten zum Vulkan: Der Rinjani ist immer noch aktiv, der letzte Ausbruch ereignete sich im Juli 2018. Der wohl heftigste Ausbruch fand im Jahr 1257 statt. Die Aschewolke war so gewaltig, dass sie die Sonne noch jahrelang verdeckte 😶🌫️. So verursachte er eine kleine Eiszeit. 1990 konnte ein Flugzeug aufgrund schlechter Wetterlage nicht am Flughafen Selaparang landen und flog stattdessen geradewegs in den Rinjani hinein. Alle Insassen des Flugzeugs starben. Auch beim Wandern auf dem Rinjani verunglücken regelmäßig Leute aufgrund der Höhe oder des schwierigen Terrains, manchmal sogar tödlich. Er ist genau genommen ein Komplex mit vielen Gipfeln und besitzt einen Kratersee in der Mitte des ganzen, worin sich wiederum der Schlot des oberhalb eingestürzten Vulkans befindet. Über den Wolken, vom höchsten Punkt des Komplexes (des Rinjani-Summits) aus soll man einen der besten Ausblicke der Welt haben! Man kann den Kratersee, das Meer, die Natur der Insel Lombok und der Nachbarinseln sehen.
Um 7 waren wir an der Unterkunft unseres Guide-Unternehmens Green-Rinjani, wo wir ein leckeres Frühstück bekamen. Man konnte neben Reisfeldern und Dschungel bereits einen Gipfel des Komplexes sehen. Er sah aus, als mache er sich mit seiner Größe lustig darüber, dass wir kleinen Menschen dort hochgehen wollten... Katja meinte, das würde schon werden. Ihr einziges Kriterium sei, dass wir uns nicht so beeilen müssten beim Gehen und den Weg selber genießen könnten. Ein Mitarbeiter der Company gab uns noch eine kleine Einführung (nach der wir zugegebenermaßen kurz unser Leben hinterfragten 😆).
Wir hatten uns für eine 3-Tages-Tour entschieden. An Tag 1 sollte es von 1000 m an die Sembalun-Route bis auf 2600 m hochgehen (s. 1. Bild). Die Übernachtung war am Kraterrand mit Blick auf den See geplant. An Tag 2 begann der Morgen um 2 Uhr nachts, da man nach 3 Stunden und 1100 Höhenmetern den Sonnenaufgang auf dem Summit sehen sollte. Danach stieg man dieselbe Strecke wieder runter bis zu seinem Camp, um dort zu frühstücken. Gegen 10 ging man ca. 700 Höhenmeter runter zum Kratersee und direkt danach zu heißen Quellen in der Nähe. Das Ziel war es aber auch, danach wieder oben an einer anderen Stelle am Krater zu übernachten, weshalb man danach wieder 600 Höhenmeter raufsteigen musste. Man ging an diesem Tag insgesamt 3500 Höhenmeter über eine Strecke von 30 Kilometern 😆. Am 3. und letzten Tag sollte es dann nur noch 5 Stunden durch den Dschungel zum Exit Point gehen. Merkwürdig war auch, dass der Mann die Abschnitte der Strecke an Tag 2 alle ähnlich beschrieb ("that will be very hard", "oh, that will be the hardest part!" und "at this time, you will be completely exhausted so it will be harder then all the other parts for you").😅
Nach der ermutigenden Einführung fuhren wir zur Registrierung für den Nationalpark, wo wir aufgrund der vielen Gipfelstürmungsaspiranten einiges an Wartezeit hatten. Endlich ging es dann zum Eingang des Nationalparks, wo wir Bekanntschaft mit unserem Guide Basri machten. Unerklärlicherweise waren wir scheinbar 3 Stunden zu spät. Basri teilte uns deshalb mit, dass wir am 1. Tag so schnell wie es irgendwie gehe zum Camp hochgehen müssten. Katjas Albtraum war also direkt war geworden. Aber es half nichts, im Eilschritt ging es durch den Wald und das Gebirge hoch. Einen Weg, der normalerweise 8 Stunden dauern soll, machten wir in 5 Stunden. Es ging hauptsächlich durch Savannengrassland und uns begrüßten direkt ein paar Kühe der ansässigen Dorfbewohner, die alleine im Wald grasten. 😄
Wir kamen an den drei Orientierungspositionen 1, 2, 3 und 4 vorbei wo man sich immer ein wenig ausruhen konnte und einen Snack in die Hand gedrückt bekam. 😊
An POS 3 gab es dann endlich ein absolut köstliches Mittagessen, was von den Portern für uns frisch auf dem Berg zubereitet wurde! 😛🤯
Die Porter verdienen großen Respekt, da sie die Zelte, Kochutensilien, Essen usw. nur in Flip-Flops an den Füßen (!!!) den Berg hochtragen. Das Gepäck befindet sich dabei einfach in 2 großen Körben, die an einer Bambusstange befestigt sind. Während wir schon mit unseren Rucksäcken zu kämpfen haben, tragen sie das besagte Gepäck mit einer absolut wahnwitzigen Geschwindigkeit auf einer Schulter an uns vorbei! Wozu Menschen fähig sind ist immer wieder erstaunlich...
Oben beim Camp angekommen genossen wir die atemberaubende Aussicht von unserem Camp direkt an einer Klippe mit Sicht auf den Kratersee mit einem Kaffee und einer frittierten Banane. Warm eingepackt ging es dann bereits gegen 19 Uhr in den Schlafsack, damit wir noch ein paar Stündchen für den vermutlich körperlich anstrengendsten Tag unseres Lebens vorschlafen können. 😬😅Read more












Traveler
Herrlich!
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Über die Wolken…
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😍