• Tag 1 & 2: Xin chao Hanoi ☕️🥰

    October 29, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C

    Endlich Urlaub. Nach einem Jobwechsel, einem Umzug mit Erkältung und diversen anderen gleichzeitig zu erledigenden To-Dos ging es für uns von Basel nach Vietnam, zuerst in die 8 Millionen Einwohner Hauptstadt Hanoi!

    Der Flug mit Turkish Airlines war zunächst ziemlich angenehm. Das Essen war lecker, wir konnten immer zusammen sitzen und die Weinbecher wurden immer bis oben hin vollgeschenkt. 😄
    Beim Zwischenhalt in Istanbul gab es die Möglichkeit einen türkischen Kaffee zu kosten. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und bestellten uns direkt 2.
    Vielleicht haben wir etwas falsch gemacht oder wir wissen diese Zubereitungsart einfach nicht zu schätzen, bei der man zum Kaffee noch den gesamten Kaffeesatz dazubekommt... 😄
    (Ja Tamer, wir haben gewartet und er hat sich leider kein bisschen abgesetzt. 😅) Wahrscheinlich haben wir einfach keine Ahnung, aber für uns schmeckte er irgendwie einfach nur staubig. 😅

    Nach mehreren weiteren Vinos während des zweiten Flugs hatte ich (Jan) in den frühen Morgenstunden einen Traum...
    Ich war Teil der Mannschaft auf der Black Pearl (ihr erinnert euch: Davie Jones, Fluch der Karibik?). Im Traum skandierte ich mit den anderen Zombiemembern im Chor die Worte "Teil des Schiffs, Teil der Crew, Teil des Schiffs, Teil der Crew...".
    Genau in dem Moment wurde ich von einer Durchsage geweckt: "If there is a medical Doctor on board, please get in contact with the crew". Perfekt, der Alptraum eines jeden Arztes an Bord eines Flugzeugs ist gerade wahr geworden. 🫠
    Ich war noch halb in Trance, doch der im Traum geleistete Schwur weckte mein Pflichtgefühl.
    Also weckte ich die ebenso unfassbar müde Katja und wir liefen wie die Untoten in meinem Traum halb schlafend in die Businessclass zu der Crew. Katja ging im Kopf schon die Reanimationsalgorithmen durch und ich hoffte einfach nur, dass jetzt niemand hier anfängt zu gebären.
    Glücklicherweise war ein anderer Arzt scheinbar schneller als wir gewesen und lehnte unsere Hilfe bei der hochkomplexen Behandlung einer cephalgischen Pathologie des Patienten in 10.000 Metern Höhe dankend ab. Irgendjemand hatte halt leichte Kopfschmerzen. Spolier: Er hat es überlebt. 😄

    Angekommen in Hanoi beschafften wir uns SIM-Karten und Cash in Millionenhöhe (1 Euro sind aktuell ca. 30.000 vietnamesische Dong wert.) Endlich tranken wir unsere erste hiesige Kaffeespezialität, den Coconut Coffee 🥥😍! Dieser liess uns den türkischen Staubkaffee ganz schnell vergessen und wir waren direkt verliebt.
    Die wahre Motivation hinter der Reise hierher: Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeexporteur der Welt und außerdem bekannt für seine unfassbar leckeren Kaffeespezialitäten. Also genau das richtige Land für uns 😃!!

    Danach ging es in unser Hotel im Old Quarter in Hanoi. Das Klima in Hanoi war ziemlich angenehm, ca. 25 Grad mit wenig bis keinem Regen.

    Wir spazierten zuerst zum Note Kaffee. Ein Café, welches komplett mit Millionen von Nachrichten auf kleinen Notizzetteln von Besuchern aus der ganzen Welt beklebt ist.
    Hier trauten wir uns einen Salted coffee und einen Egg coffee zu probieren, beides war der absolute Wahnsinn!

    Danach machten wir uns auf zum Hoang-Kiem-See.
    Dieser scheint besonders für asiatische Touristen als Photoshoot-Spot zu dienen. Die Vielfalt an angebotenen professionellen Posen war beachtlich. Heidi Klum hätte sie alle in die Villa nach L.A. von GNTM mitgenommen.

    Für einen Snack gingen wir in das "Hidden Gem" Café. Das Essen hier war so frisch, bunt, aromatisch und einfach richtig lecker.
    Katja meinte, es sei für die Gesundheit gut, jede Woche mindestens 30 verschiedene Pflanzen zu essen. Das bekommt man hier ohne Anstrengung jeden Tag locker hin!

    Um den Jetlag bei 6 Stunden Zeitverschiebung vorzubeugen, gönnten wir uns im Hotel direkt ein Spa-Treatment.
    Ich hatte eine 45 Minuten Schulter-Nacken-Rücken-Massage, die sehr gut tat. Katja wollte am liebsten alles von der Spa-Karte und schaffte sich schließlich auf ein 2 Stunden Ganzkörper-Massage-Programm zu beschränken.😂

    Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging es dann zur berühmt berüchtigten Train Street.
    Eine Straße, wo seit 1902 ein Zug durchfährt, der damals während der Kolonialzeit von den Franzosen installiert wurde. Das besondere ist, dass der Zug nur etwa eine Handbreit vor einem fährt, während man dort gemütlich einen Kaffee trinkt. Die Durchfahrt des Zuges wurde richtig zelebriert, Touristen und Locals machten Party auf den Gleisen bis der Zug durchfuhr. Man kann auch Kronkorken auf die Gleise legen, die danach komplett platt sind und als Erinnerungsstücke mitgenommen werden können.

    Weil wir immer noch nicht genug gegessen hatten, gingen wir danach noch bei dem Restaurant Madam Tran zu Abend speisen. Es gab das erste Pho, frischen Mangosalat, Banenblütensalat (Highlight!) und frische Sommerrollen. Einfach top!!

    An Tag 2 schauten wir uns zuerst die St. Joseph Cathedral an. Ein Bauwerk, das stark an die Notre Dame in Paris erinnert.
    Auf dem Weg dahin kamen wir auch zufällig an einer Klinik vorbei. Die Ärzte hier tragen ganz entspannt kurzärmlige Kittel, Chinohosen und Adiletten.

    Wir besichtigten anschliessend noch den Temple of Literature, wo über 1000 Jahre lang Dynastien von vietnamesischen Gelehrten ausgebildet wurden. (Natürlich tranken wir auch hier noch eine Kaffee-Spezialität, einen Rose Coffee! Das ist ein Kaffee mit echten Rosenblüten eingekocht in die Kondensmilch.)

    Dann kam das langersehnte Highlight für uns, unser Kaffee-Workshop! Das war das erste, was wir nach den Flügen gebucht hatten. 😅

    Wir lernten mit dem sympathischen Luka sehr viel über die vietnamesische Kaffeekultur und Geschichte und durften insgesamt 6 verschiedene Kaffee Sorten selbst zubereiten und verkosten: Den Salted-, Egg-, Coconut-, Pour-over-, den Phin- und den Brown-Coffee. Außerdem kam es am Ende noch zu einem Schnapstasting (unter anderem einem Wurm!!!-Schnaps für die Herren 😵🤢) und einem von Luka kreiertem Kaffee Cocktail mit Artischockenschnaps. Am Ende waren wir nicht schlecht dabei und konnten dem Kauf von 2 "Spaß-Gläsern" die man wie Kreisel drehen kann nicht widerstehen. 😄 Absolute Notwendigkeit.

    Noch zwei interessante Fakten: Der Kaffee in Vietnam schmeckt sehr intensiv und schokoladig und ist dafür weniger sauer und bitter. Tatsächlich enthält er auch mehr Koffein als unser Kaffee zuhause. Das liegt daran, dass es Robusta ist und wir in Europa eher Kaffee aus Arabica Bohnen bzw. Mischungen der beiden trinken.
    Der ultraleckere Egg Coffee wurde witzigerweise erfunden, weil ein Mann namens Nguyen Giang den europäischen Touristen Mitte der 90er in Hanoi einen Ersatz für den gefragten Cappuccino bieten wollte. Es gab (und gibt auch immer noch tendenziell) wenig frische Milch und mit der hiesigen Kondensmilch lässt sich nicht so eine hübsche Schaumkrone auf dem Kaffee erzeugen. Das Eigelb wird hierbei so lange (10 Minuten mit dem Mixer!) mit Kondensmilch, Sojapulver, Honig und Zimtaroma aufgeschlagen, bis es eine feste und sehr helle schaumige Masse bildet.

    Nach einem kurzen Powernap (ja, auch nach 6 Kaffees geht das noch 😄) ließen wir den Tag bei einem kleinen Lokal ausklingen, welches wir am Vortag bei einem Spaziergang entdeckt haben. Hierbei bekam man eine Pfanne oder einen Topf auf einem kleinen Gasherd direkt auf den Tisch gestellt und dann jede Menge kleine Schalen mit diversem Gemüse, frischem Fisch, Erdnüssen und nun ja... Fischmägen. Wir konnten leider keinen Rückzieher mehr machen und Jan aß sie tapfer alle bis auf den letzten Magen auf.
    Ich konnte mich leider nicht dazu überwinden, kämpfte meinerseits aber für uns mit dem thailändischen Salat mit (wir glauben) Tintenfischstücken.
    Es klingt vielleicht nicht ganz so toll, aber eigentlich war es ziemlich lecker! 😄
    Besonders gut hat uns aber die Atmosphäre gefallen. Nach den doch recht touristischen letzten Orten, saßen wir inmitten von Locals auf winzigen Stühlchen und genossen alle zusammen das gleiche Essen während um uns herum die Stadt einfach immer lebendiger wurde.
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