Tag 1 & 2: Xin chao Hanoi ☕️🥰
October 29, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C
Endlich Urlaub. Nach einem Jobwechsel, einem Umzug mit Erkältung und diversen anderen gleichzeitig zu erledigenden To-Dos ging es für uns von Basel nach Vietnam, zuerst in die 8 Millionen Einwohner Hauptstadt Hanoi!
Der Flug mit Turkish Airlines war zunächst ziemlich angenehm. Das Essen war lecker, wir konnten immer zusammen sitzen und die Weinbecher wurden immer bis oben hin vollgeschenkt. 😄
Beim Zwischenhalt in Istanbul gab es die Möglichkeit einen türkischen Kaffee zu kosten. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und bestellten uns direkt 2.
Vielleicht haben wir etwas falsch gemacht oder wir wissen diese Zubereitungsart einfach nicht zu schätzen, bei der man zum Kaffee noch den gesamten Kaffeesatz dazubekommt... 😄
(Ja Tamer, wir haben gewartet und er hat sich leider kein bisschen abgesetzt. 😅) Wahrscheinlich haben wir einfach keine Ahnung, aber für uns schmeckte er irgendwie einfach nur staubig. 😅
Nach mehreren weiteren Vinos während des zweiten Flugs hatte ich (Jan) in den frühen Morgenstunden einen Traum...
Ich war Teil der Mannschaft auf der Black Pearl (ihr erinnert euch: Davie Jones, Fluch der Karibik?). Im Traum skandierte ich mit den anderen Zombiemembern im Chor die Worte "Teil des Schiffs, Teil der Crew, Teil des Schiffs, Teil der Crew...".
Genau in dem Moment wurde ich von einer Durchsage geweckt: "If there is a medical Doctor on board, please get in contact with the crew". Perfekt, der Alptraum eines jeden Arztes an Bord eines Flugzeugs ist gerade wahr geworden. 🫠
Ich war noch halb in Trance, doch der im Traum geleistete Schwur weckte mein Pflichtgefühl.
Also weckte ich die ebenso unfassbar müde Katja und wir liefen wie die Untoten in meinem Traum halb schlafend in die Businessclass zu der Crew. Katja ging im Kopf schon die Reanimationsalgorithmen durch und ich hoffte einfach nur, dass jetzt niemand hier anfängt zu gebären.
Glücklicherweise war ein anderer Arzt scheinbar schneller als wir gewesen und lehnte unsere Hilfe bei der hochkomplexen Behandlung einer cephalgischen Pathologie des Patienten in 10.000 Metern Höhe dankend ab. Irgendjemand hatte halt leichte Kopfschmerzen. Spolier: Er hat es überlebt. 😄
Angekommen in Hanoi beschafften wir uns SIM-Karten und Cash in Millionenhöhe (1 Euro sind aktuell ca. 30.000 vietnamesische Dong wert.) Endlich tranken wir unsere erste hiesige Kaffeespezialität, den Coconut Coffee 🥥😍! Dieser liess uns den türkischen Staubkaffee ganz schnell vergessen und wir waren direkt verliebt.
Die wahre Motivation hinter der Reise hierher: Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeexporteur der Welt und außerdem bekannt für seine unfassbar leckeren Kaffeespezialitäten. Also genau das richtige Land für uns 😃!!
Danach ging es in unser Hotel im Old Quarter in Hanoi. Das Klima in Hanoi war ziemlich angenehm, ca. 25 Grad mit wenig bis keinem Regen.
Wir spazierten zuerst zum Note Kaffee. Ein Café, welches komplett mit Millionen von Nachrichten auf kleinen Notizzetteln von Besuchern aus der ganzen Welt beklebt ist.
Hier trauten wir uns einen Salted coffee und einen Egg coffee zu probieren, beides war der absolute Wahnsinn!
Danach machten wir uns auf zum Hoang-Kiem-See.
Dieser scheint besonders für asiatische Touristen als Photoshoot-Spot zu dienen. Die Vielfalt an angebotenen professionellen Posen war beachtlich. Heidi Klum hätte sie alle in die Villa nach L.A. von GNTM mitgenommen.
Für einen Snack gingen wir in das "Hidden Gem" Café. Das Essen hier war so frisch, bunt, aromatisch und einfach richtig lecker.
Katja meinte, es sei für die Gesundheit gut, jede Woche mindestens 30 verschiedene Pflanzen zu essen. Das bekommt man hier ohne Anstrengung jeden Tag locker hin!
Um den Jetlag bei 6 Stunden Zeitverschiebung vorzubeugen, gönnten wir uns im Hotel direkt ein Spa-Treatment.
Ich hatte eine 45 Minuten Schulter-Nacken-Rücken-Massage, die sehr gut tat. Katja wollte am liebsten alles von der Spa-Karte und schaffte sich schließlich auf ein 2 Stunden Ganzkörper-Massage-Programm zu beschränken.😂
Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging es dann zur berühmt berüchtigten Train Street.
Eine Straße, wo seit 1902 ein Zug durchfährt, der damals während der Kolonialzeit von den Franzosen installiert wurde. Das besondere ist, dass der Zug nur etwa eine Handbreit vor einem fährt, während man dort gemütlich einen Kaffee trinkt. Die Durchfahrt des Zuges wurde richtig zelebriert, Touristen und Locals machten Party auf den Gleisen bis der Zug durchfuhr. Man kann auch Kronkorken auf die Gleise legen, die danach komplett platt sind und als Erinnerungsstücke mitgenommen werden können.
Weil wir immer noch nicht genug gegessen hatten, gingen wir danach noch bei dem Restaurant Madam Tran zu Abend speisen. Es gab das erste Pho, frischen Mangosalat, Banenblütensalat (Highlight!) und frische Sommerrollen. Einfach top!!
An Tag 2 schauten wir uns zuerst die St. Joseph Cathedral an. Ein Bauwerk, das stark an die Notre Dame in Paris erinnert.
Auf dem Weg dahin kamen wir auch zufällig an einer Klinik vorbei. Die Ärzte hier tragen ganz entspannt kurzärmlige Kittel, Chinohosen und Adiletten.
Wir besichtigten anschliessend noch den Temple of Literature, wo über 1000 Jahre lang Dynastien von vietnamesischen Gelehrten ausgebildet wurden. (Natürlich tranken wir auch hier noch eine Kaffee-Spezialität, einen Rose Coffee! Das ist ein Kaffee mit echten Rosenblüten eingekocht in die Kondensmilch.)
Dann kam das langersehnte Highlight für uns, unser Kaffee-Workshop! Das war das erste, was wir nach den Flügen gebucht hatten. 😅
Wir lernten mit dem sympathischen Luka sehr viel über die vietnamesische Kaffeekultur und Geschichte und durften insgesamt 6 verschiedene Kaffee Sorten selbst zubereiten und verkosten: Den Salted-, Egg-, Coconut-, Pour-over-, den Phin- und den Brown-Coffee. Außerdem kam es am Ende noch zu einem Schnapstasting (unter anderem einem Wurm!!!-Schnaps für die Herren 😵🤢) und einem von Luka kreiertem Kaffee Cocktail mit Artischockenschnaps. Am Ende waren wir nicht schlecht dabei und konnten dem Kauf von 2 "Spaß-Gläsern" die man wie Kreisel drehen kann nicht widerstehen. 😄 Absolute Notwendigkeit.
Noch zwei interessante Fakten: Der Kaffee in Vietnam schmeckt sehr intensiv und schokoladig und ist dafür weniger sauer und bitter. Tatsächlich enthält er auch mehr Koffein als unser Kaffee zuhause. Das liegt daran, dass es Robusta ist und wir in Europa eher Kaffee aus Arabica Bohnen bzw. Mischungen der beiden trinken.
Der ultraleckere Egg Coffee wurde witzigerweise erfunden, weil ein Mann namens Nguyen Giang den europäischen Touristen Mitte der 90er in Hanoi einen Ersatz für den gefragten Cappuccino bieten wollte. Es gab (und gibt auch immer noch tendenziell) wenig frische Milch und mit der hiesigen Kondensmilch lässt sich nicht so eine hübsche Schaumkrone auf dem Kaffee erzeugen. Das Eigelb wird hierbei so lange (10 Minuten mit dem Mixer!) mit Kondensmilch, Sojapulver, Honig und Zimtaroma aufgeschlagen, bis es eine feste und sehr helle schaumige Masse bildet.
Nach einem kurzen Powernap (ja, auch nach 6 Kaffees geht das noch 😄) ließen wir den Tag bei einem kleinen Lokal ausklingen, welches wir am Vortag bei einem Spaziergang entdeckt haben. Hierbei bekam man eine Pfanne oder einen Topf auf einem kleinen Gasherd direkt auf den Tisch gestellt und dann jede Menge kleine Schalen mit diversem Gemüse, frischem Fisch, Erdnüssen und nun ja... Fischmägen. Wir konnten leider keinen Rückzieher mehr machen und Jan aß sie tapfer alle bis auf den letzten Magen auf.
Ich konnte mich leider nicht dazu überwinden, kämpfte meinerseits aber für uns mit dem thailändischen Salat mit (wir glauben) Tintenfischstücken.
Es klingt vielleicht nicht ganz so toll, aber eigentlich war es ziemlich lecker! 😄
Besonders gut hat uns aber die Atmosphäre gefallen. Nach den doch recht touristischen letzten Orten, saßen wir inmitten von Locals auf winzigen Stühlchen und genossen alle zusammen das gleiche Essen während um uns herum die Stadt einfach immer lebendiger wurde.Read more
Tag 3 & 4: Bai Tu Long Bay & Banh mi!
November 1, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 23 °C
Morgens wurden wir nach einem ausgezeichneten Frühstück und jeweils ungefähr 10 Kaffees (wir konnten uns einfach nicht beherrschen 😅) direkt vom Hotel mit einem extrem komfortablen Reisebus abgeholt, um zur Bai Tu Long Bucht zu fahren. Diese Bucht ist in direkter Umgebung der weltberühmten Halong-Bucht (siehe Karte) und mindestens genauso schön, aber seltsamerweise überhaupt nicht überlaufen.
Unterwegs gab es einen Stopp und selbstverständlich genehmigten wir uns dabei einen Iced Salted Coffee. 😁
Angekommen am Hafen wurden wir von unserem Tourmanager Win begrüßt, ein zuvorkommender, lustiger Zeitgenosse. Ein bisschen verpeilt war er außerdem 😄. Er erzählte des öfteren nicht zum Kontext passende, verrückte Geschichten über Vietnam. Trotzdem war er ein guter Guide und stets sehr um gute Stimmung bemüht. 😂
Direkt zu Anfang wurden alle nach Essensvorlieben und Allergien gefragt.
Ein Mädel aus UK war besonders gut vorbereitet ... Sie hatte einen abgewetzten Zettel dabei, wo ungefähr 10 Früchte abgebildet waren, alle mit einem grossen roten Kreuz drauf. Das war ihre persönliche Allergieliste. Wie mit einem "Wanted-Schild" wurde sie damit von Win fotografiert. 😅
Ich wählte vegetarisches Essen, Jan sagte, er würde alles essen. Speziell wurden wir nach "Seafood" gefragt und wir sagten vorschnell, es wäre okay. Das würden wir später bereuen.
Schon ging es an Bord unseres schönen, kleinen Kreuzfahrtschiffes. Für anderthalb Tage machten wir eine Kreuzfahrt über die Bai Tu Long Bay. Die hoch aus dem Wasser ragenden, riesigen Kalksteinfelsen zählen bereits seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Kalksteinfelsen tragen teilweise dichten Dschungel und beinhalten coole Höhlenformationen. Sie entstanden durch jahrmillionenlange Kalkablagerung durch Tierskelette am Meeresboden, tektonische Verschiebungen und schliesslich Aushöhlung durch kohlensäurehaltiges Wasser.
Hier an Bord eines Schiffes mit diesem Ausblick ein frisches Pho zu genießen hatte schon etwas. Natürlich gab es auch wieder ordentlich Kaffee 😃.
Das Mittagessen bestand aus Vorspeise, Dessert und dazwischen 10 kleinen Gängen Hauptspeise. Nachdem wir zuerst Tintenfisch, dann Riesengarnelen mit Kopf, Augen usw. und einen ganzen Pott voll mit Muscheln bekommen hatten, korrigierte Jan seinen Wunsch für das Essen auf "everything, except seafood please" und ich dementsprechend "Just the veggie option please and no seafood, too" bevor die Krabbe serviert wurde. Wir haben uns schon ein bisschen fürs Nachfragen geschämt, aber das konnten wir einfach nicht genießen. Bei jedem neuen Meeresbewohner gruselte es uns immer mehr. Wir haben das Ausmaß des Seafoods völlig unterschätzt. 😅
(Es war uns nicht klar gewesen, dass wenn das Seafood "okay" ist, man nur noch das bekommt....)
Zwischendurch fuhren wir mit dem Beiboot raus zum Schwimmen und Kayak fahren in der Bucht. Mit dem Kayak haben Jan und ich auf jeden Fall beide etwas gefunden was wir nicht gut können 😂. Wir trieben immer wieder extrem nach rechts oder links und waren die langsamsten der Gruppe, obwohl wir uns wirklich Mühe gegeben hatten. 😅 Witzig war es aber trotzdem. Unterwegs hielten wir noch an einer kleinen buddhistischen Kapelle und fuhren in eine kleine Höhle hinein.
Abends gab es auf dem Schiff dann noch eine kleine Halloween-Party mit Cocktail-Happy-Hour und einem Kurs, wie man vietnamesische Sommerrollen macht (es ist wirklich sehr einfach! 😃).
Beim Duschen probierte ich (Jan) die Jet Drüsen der Badewanne in unserer Kabine des Schiffs aus. In meiner Vorstellung genoss ich die Aussicht auf die Bay in einem kleinen Whirlpool. Die Jets waren aber so stark, dass das Wasser von 4 Seiten an mir abprallte und im Endeffekt das ganze Badezimmer nass war. Aber die Aussicht blieb mir trotzdem 😂.
Nach einem guten Abendessen ohne (!) Seafood und noch ein paar köstlichen Kaffees gingen wir früh schlafen, um den Tai-Chi Kurs morgens um 6 zu besuchen.
Nachdem wir es tatsächlich um 05:30 aus dem Bett geschafft haben, mussten wir enttäuscht feststellen, dass der Kurs regenbedingt ausfällt.
Er sollte auf dem äußeren Deck stattfinden, nun sei es da aber wohl so rutschig, dass man von Bord stürzen könnte. 😅
Wir machten aber noch einen kleinen Trip mit dem Boot raus zu einer der größeren Kalksteinhöhlen, welche coole Tropfsteinformationen besaß.
Nachdem wir erneut in Hanoi angekommen waren, liess der nächste Snack nicht mehr lange auf sich warten und wir probierten endlich das Banh Mi! 🥰
Das ist ein beliebtes Fastfood, was es hier an fast jeder Ecke gibt. Auf vietnamesisch bedeutet es einfach nur "Brot", aber es ist so viel mehr.... Diese Köstlichkeit besteht aus einem warmen französischen Baguette (welches allerdings ebenso Reismehl enthält), einem Omelette, einer zusätzlichen Füllung der Wahl (meist gewürztes Fleisch), verschiedenem Gemüse (u.A. eingelegte Karotten, Gewürzgurken), Koriander und mehreren Soßen (Fischsoße, Chilisauce) und noch einigen weiteren mysteriösen Zutaten.
Es war wirklich unerwartet gut!
Genau wie Kaffeebohnen, Kondensmilch und Schnecken wurde das französische Baguette hier während des Kolonialismus eingeführt.
Jedoch hat es sich schnell unter den Locals als beliebteste Brotform durchgesetzt. Das können wir auf jeden Fall nachvollziehen...
Abends gönnten wir uns noch ein letztes Spa-Treatment hier in Hanoi und liefen anschliessend völlig entspannt zum Nachtmarkt unseres Viertels.
Wir hatten uns eigentlich bereits wieder darauf gefreut verschiedene Spezialitäten zu verköstigen, jedoch mussten wir feststellen, dass es hier fast ausschließlich Klamotten und irgendwelchen seltsamen Krimskrams gab.
Nachdem ich einem Päckchen Kaffee nicht widerstehen konnte und Jan sich neue Schuhe und Schlappen gekauft hatte, sind wir dann irgendwie in einem indischen Restaurant gelandet. 😂 Gut wars auf jeden Fall!
Das einzige Essbare was wir auf dem Markt gefunden haben, waren frische Mangos und Ananas, jeweils in Kombi mit Chilisalz 😍 richtig cool!Read more
Tag 5: Reps & Rolls 🏋♀️🍜☕️
November 2, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 21 °C
Am letzten Tag in Hanoi ging es unter anderem aufgrund des anhaltenden Regens in ein Fitnessstudio. Wir hatten richtig Bock das hier mal auszuprobieren!
Der Besitzer des Gyms Dinh war einfach selbst auf dem Werbeplakat abgebildet und dementsprechend ein richtiges Tier 💪🏼😵.
Er war außerdem ultra nett und zuvorkommend.
Der Vibe und die Musik in dem kleinen Studio waren ziemlich cool und wir trainierten 2 Stunden lang (hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicher noch länger geblieben).
Am Ende bestach uns der Besitzer mit 2 gratis Proteinriegeln für eine Bewertung bei Google... haben wir gerne gemacht 😃!
Post Workout gab es zu dem Riegel einen richtig guten Cinnamon Egg Coffee. Hach.... was könnte besser passen? 😊
Leider hat alles (wie zu erwarten war) länger gedauert und wir hätten fast unsere letzte Aktivität in Hanoi verpasst: Den Kochkurs!
2024 hatten wir in Bangkok unseren ersten Kochkurs gemacht und es war einfach überragend gewesen. Man lernt so viel neues über die lokalen Zubereitungsweisen und entwickelt ein ganz neues Verständnis für die einzelnen Zutaten. Damit wird einfach jedes Essen ein weitaus intensiveres Erlebnis. Außerdem ist es auch einfach lustig und aufregend neues auszuprobieren!
Wie eventuell in unserem Blog ganz diskret durchscheint, spielt das Essen bei uns durchaus keine Nebenrolle. 😁
Also hatten wir uns bei dem Dauerregen spontan zu einem Kurs in der "Rose Kitchen" angemeldet.
Wir wurden mit ein paar anderen Leuten aus dem Old Quarter eingesammelt und zuerst zu unserem heutigen Küchenchef Alex auf einem lokalen Markt gebracht, um ein paar frische Zutaten einzukaufen.
Die kurze Markttour war extrem lustig und informativ. Ständig wurden wir zu irgendwelchen Lebensmitteln gefragt und die gesamte Gruppe lag stets mit den Ideen um was es sich hierbei handeln könnte daneben. 😂 Es waren so viele, dass ich sie hier beim besten Willen nicht mehr zusammenbekomme.
Was bei mir aber noch (von konkreten Obst-, Pilz- und Gemüsesorten mal abgesehen) hängengeblieben ist, dass die Vietnamesen sehr, sehr viele Lebensmittel nach Drachenteilen benennen. Da gibt es die Dragon eyes (später im Text mehr), verschiedene Drachenfrüchte (und wie man von außen unterscheiden kann ob sie innen weiß oder pink sind), Dragon Skin, Dragon Hair und bestimmt noch einige mehr. 😂
Meine Lieblingsanektote wurde zum Elfantenohren-Pilz (oder Black Fungus) erzählt. Dieser hatte tatsächlich die Optik und mit seinen kleinen Härchen auf fleischigem Grund auch die passende Haptik. Diese Pilze sollten laut Alex besonders gut für die Männer sein.
Warum? Weil sie dann den Frauen besser zuhören können. 🤭
In dieser Manier ging es dann von Stand zu Stand und wir lernten wirklich viel neues.
Zum Beispiel auch, dass man beim Reisnudeln kaufen niemals eine Menge angibt. Man sagt einfach, für wieviele Personen und die Verkäufer wissen dann schon, wieviel richtig ist. Das Leben kann so einfach sein 😄
Allerdings gibt es unfassbar viele Sorten von Reisnudeln, die für jeweils unterschiedliche Gerichte verwendet werden. Dabei geht es nicht wie bei den italienischen Nudeln hauptsächlich um die Form, sondern etwa darum, ob die Nudeln fermentiert sind oder nicht...
Angekommen im Küchenstudio bereiteten wir zuerst alle gemeinsam die Zutaten für einen Green Mango Salad, für Frühlingsrollen und für Bun Cha vor.
Jeder Schritt wurde äußerst sorgfältig besprochen, vorgeführt und anschließend nach getaner Arbeit überprüft und gegebenenfalls nachkorrigiert.
Wir schnitten, probierten, lernten, grillten und frittierten gemeinsam. Wie man sich wahrscheinlich denken kann, war es einfach köstlich! Bun Cha ist ein vietnamesisches Gericht aus gegrilltem Schweinefleisch und fermentierten Reisnudeln, das mit Kräutern und einer Sauce zum Dippen serviert wird. Auch die Frühlingsrollen kann man in die gleiche Soße dippen. Die Soße besteht aus Fischsoße, Zitronensaft, Chili und einem absurd riesigen Berg Zucker (3 Suppenkellen voll auf einen Topf(!!!)). Wahrscheinlich eben deshalb ist sie auch echt lecker.
Die ersten Minuten war es beim Essen ganz still, alle waren nur mit schmecken und genießen beschäftigt.
Dazu bekamen wir dann noch einen kleinen Maulbeerenschaps (wieso nur immer Schnaps?! 😝) der sich mit den zugehörigen extrem lauten und langen vietnamesischen Trinksprüchen genehmigt wurde.
Als Dessert gab es Dragon Eyes 🐲 und wieder einen fantastischen Egg Coffee 🙌🏼. Dragon Eyes sind kleine runde Früchte mit einem schwarzen Kern, die eigentlich Longan heißen, sich aber so glibschig anfühlen wie ein Augapfel 👁 (und Litschis sehr ähnlich sind....😉).
Nun geht es 6 h mit dem Nachtbus zu unserer nächsten Destination noch weiter im Norden Vietnams, nach Sa Pa!
Dort haben wir wieder einige tolle Sachen geplant und hoffen, dass uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht...Read more
Tag 6+7: Schlamassel auf den 🍚-Terassen
November 3, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 10 °C
Die Fahrt von Hanoi zu unserem nächsten Ziel Sa Pa dauerte über 6 Stunden.
Die Idee war, mit der Nachtfahrt im Bus keine wertvolle Urlaubszeit zu verlieren und damit sogar noch eine Hotelübernachtung zu sparen. :D Klang für uns eigentlich so ganz sinnvoll... Nach ausführlicher Beratung wurde für uns eine Doppelkabine gebucht. Uns wurde versichert, dass diese für uns auf jeden Fall ausreichen und genügend Platz bieten würde.
Beim Einsteigen musste man die Schuhe ausziehen und diese in eine Plastiktüte einpacken, damit der Boden des Busses schön sauber blieb.
Wir wurden bereits ein wenig misstrauisch, als wir sahen, dass niemand zu zweit in eine Schlafkabine stieg. Überall saß oder lag stets nur eine Person.
Nachdem wir uns in unserer Kabine eingefunden haben, konnten wir das absolut nachvollziehen. Diese Kabine war knapp 170 cm lang (sodass Katja sich schon zusammenrollen musste), 90 cm breit und hatte alles nur ein einziges Mal. 😅👌 Also eine Steckdose, ein Kissen, eine Flasche Wasser usw...
Und ich, nun ja, ich passte beim besten Willen nicht einmal zusammengerollt richtig rein.
Die Nacht war dementsprechend sehr, sehr anstrengend. Wir schätzen, dass wir insgesamt auf eine Schlafzeit von maximal 30 min kamen. 😅
Mit den Toilettenpausen war das auch so eine Sache....
Es wurde gesagt, dass der Bus wohl dafür Pausen machen würde. Man wusste nur nicht wie oft, wann oder wie lange. 😂
Als ich (Katja) mal wieder mitten in der Nacht wach wurde, bemerkte ich, dass der Bus steht.
Aha, also eine Toilettenpause! Ich schnappte mir meine Schuhe in der Plastiktüte und lief schnell hinaus. Direkt draußen vor dem Bus stand eine große Kiste voll mit Schlappen, von denen man sich welche ausleihen und anziehen durfte. Seltsamerweise waren alle Schlappen vorne abgeschnitten und allesamt relativ klein. 😅
Als ich zurück war, wurde Jan gerade wach und wollte auch noch schnell die Toilettenpause nutzen. (Man wusste ja nie ob es noch eine geben würde und wenn ja dann wann).
Ich sagte ihm, dass es draußen Schlappen gäbe und er die Schuhe hier lassen könne.
Mit meinem müden Gehirn habe ich natürlich nicht berücksichtigt, dass Jan die Schuhgröße 46 trägt...
Als ich mich wieder umdrehen wollte sah ich gerade noch aus dem Fenster wie Jan mit Schlappen an den Füßen, wo gerade mal seine Zehen reinpassten durch den Regen zur Toilette hastete.
Ich blieb natürlich wach, um sicherzustellen, dass der Bus nicht ohne ihn wegfuhr.
Jan hier wieder: Als ich vom WC zurückkam, waren die Busfahrer anscheinend mit ihrer Pause fertig. Sie saßen nicht mehr an ihrem Tisch. Also rannte ich mit meinen kleinen Schlappen zum Bus. Mit Schrecken stellte ich fest, dass ich mein Handy im Bus gelassen hatte. Ich hatte mir übermüdet weder die Position noch die Busnummer gemerkt. Ich hätte ihn an der Schlappenkiste erkannt, aber diese war weggestellt worden. Alleine nachts auf der Autobahn in Vietnam ohne Handy mit diesen Schuhen ? Es gab bessere Aussichten. Schließlich fand ich den richtigen Bus und konnte Gott sei dank doch noch mitfahren. Was ein Schreck 😂
Endlich kamen wir um 7 Uhr morgens in Sa Pa an und genossen ein reichliches Frühstück bestehend aus Pho, Omelette, einem Pancake und Obstsalat. Die Preise waren hier sogar noch etwas günstiger als in Hanoi. Hier töteten wir systematisch unsere Müdigkeit mit zahlreichen Kaffees. 😄👌
Da wir das Meiste unseres Gepäcks für die nächsten 2 Tage nicht brauchen würden, konnten wir es freundlicherweise einfach bei dem Café lassen.
Um 9 Uhr morgens trafen wir uns anschliessend an der Dorfkirche mit Do, unserem Guide für die nächsten zwei Tage.
Sie ist eine Angehörige der ethnischen Gruppe der Hmong und stammt aus einem kleinen, hiesigen Dorf.
Do ist eine ca. 140 cm kleine Frau mit einem unfassbaren Humor und so einem strahlendem Lächeln, dass man einfach sofort mitlächeln muss.
In der Region Sa Pa gibt es verschiedene Stämme mit unterschiedlichen Kulturen. Die Hmong sind ein Volk, welches über ganz Südostasien verteilt ist. Sie tragen aus Naturfarben selbst hergestellte, bunte Kleidung und leben in Gruppen aus mehreren Familien zusammen. Für sie ist Familie das Allerwichtigste. Ein Sprichwort von ihnen ist: „Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein. Keine zu haben, bedeutet verloren zu sein.“
Alle haben feste Aufgaben und auch die Kinder sind früh dafür verantwortlich, sich um das nächstjüngere Geschwisterkind zu kümmern. Für Frauen ist es jedoch aufgrund der fehlenden Bildung (kein Schulbesuch o.Ä. möglich) besonders schwer einen Job zu finden.
Do engagiert sich für die Frauen in Ihrer Familien- und Freundesgruppe und hat bereits einigen von Ihnen geholfen unabhängiger zu sein und ihr eigenes Geld zu verdienen. Auserdem hat sie mit den anderen Frauen zusammen bereits genügend Geld zusammengelegt, damit auch die kleinen Mädels in die Schule gehen können.
Die Ältesten des Dorfes werden aufgrund ihrer Weisheit extrem geschätzt und um Rat gefragt. Laut Do werden die Männer oftmals bis zu 110 und die Frauen nicht selten sogar bis zu 120 Jahren alt! Damit gehört diese Region zu den sogenannten Blue Zones, also Orte der Welt, wo die Menschen besonders lange und in guter Gesundheit leben...
Wir fanden das einfach unglaublich... Der Zugang zu moderner Medizin ist den meisten Hmong nämlich verwehrt und wenn sie doch mal medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, wenden sie sich an den Schamanen des Dorfes...
Die Hmong in Sa Pa sind ein ärmeres Volk. Sie exportieren keinen Reis, sondern ernähren sich hauptsächlich selbst davon und benutzen ihn zudem auch als Wertanlage, da sie sogar damit bezahlen können, wenn ihnen das Geld ausgehen sollte.
Nun aber zurück zu unserem Trip:
Relativ schnell ging es mit unserer Gruppe los zu den berühmten Reisterassen von Sa Pa sowie mehreren kleinen Dörfern der Hmong.
Meine Motivation lag aufgrund des Schlafmangels, des Regens, des die Aussicht versperrenden Nebels und der Kälte bei ~minus 15%. Sie stieg aber relativ schnell, als wir anfingen zu laufen und die Müdigkeit nachliess.
Direkt zu Beginn musste man sich entscheiden:
Man konnte den "easy way" gehen, der zum Teil an der befahrenen Strasse entlangführte oder den "difficult way", der mitten durch die Reisterassen führte und wohl sehr anstrengend, steil, matschig und rutschig ("slippery") sein sollte...
Also teilte sich unsere Gruppe auf und 3x dürft ihr raten, welchen Weg wir uns ausgesucht hatten... 😅👌
Spoiler: Es war ein richtiger Schlam(m)assel 🥲😄.
Katja und ich hatten zwar Trailrunning-Schuhe mit gutem Profil an, dieses war jedoch direkt mit Schlamm bedeckt und dadurch völlig verschwunden. Der Weg war wirklich ein unvorstellbares Gerutsche und Gestolpere, wobei es uns ein Rätsel war, wie die Hmong-Frauen es mit Ihren Gummistiefeln schafften, ganz souverän ohne jegliche Unsicherheit dem Schlamm zu trotzen.
Zwei ältere, noch beeindruckend sportliche Hmong Frauen nahmen uns hin und wieder an die Hände und retteten uns immer und immer wieder 😂. Sie waren sehr fürsorglich und lieb, sodass wir uns später wenigstens durch den Kauf zweier selbstgefertigter Schals von Ihnen ein kleines Bisschen revanchieren konnten.
Was wir wirklich schade fanden ist, dass es den ganzen Vormittag wirklich sehr neblig und regnerisch war und wir meistens nur bis zum nächsten Wasserbüffel sehen konnten. Nach ein paar Abstechern in 2 kleine Dörfer der Region klarte es jedoch ein wenig auf und wir konnten uns das erste Mal an der Aussicht auf die zahlreichen Reisterassen erfreuen. In den Dörfern wurde uns gezeigt, wie dort Garn und Farbe für die traditionelle Kleidung hergestellt wurde, wie dort Häuser gebaut werden, wie Reis geerntet, verarbeitet und gelagert wird und auch wie die Menschen dort kochen. Anschliessend ging es zum Abendessen und Übernachten in Dos Haus.
Dieses war ganz hoch oben auf einem Berg und sehr schön, gross und gemütlich. Der letzte Aufstieg war wirklich nochmal ein Hammer zum Ende.
Hier gab es aber dann noch einen heißen Tee, ein köstliches gemeinsames Essen mit "Happy water" 😂 (= Sake), eine interaktive Tanzshow der Kinder und sogar einen Karaokeabend. (Den fanden wir aber leider schrecklich, weshalb wir früh schlafen gingen. 😂)
Am nächsten Tag hatte das Wetter eine Wendung um 180° hingelegt und hat uns nach einem leckeren Pancake-Frühstück eine absolut traumhafte Aussicht auf die Reisterassen vom Balkon des Hauses ermöglicht! Der Regen und der Nebel hatten sich vollständig verzogen! Auch heute suchten wir uns (wider besseren Wissens) die schwere Route aus und wanderten durch die Hügel und Reisfelder der Region. Diesmal hatten wir aber jeweils einen Bambus-Wanderstock bekommen, der uns wirklich sehr viel Gerutsche und sicher einige Stürze ersparte. Leider ist es aber auch mit dem Stock nicht immer leicht zu erkennen, wo der Boden fest ist und wo der Matsch einfach supertief ist, sodass ich schon nach 5 Minuten wieder nasse Füße hatte. 😂
Am Ende waren wir unter traumhaften Sonnenschein im Dorf Santa Chai angekommen, wo es unsere letzte gemeinsame Mahlzeit (natürlich wieder mit atemberaubenden Ausblick) gab. Anschliessend wurden alle in das inzwischen 35 km entfernte Sa Pa zurückgebracht und wir checkten in unser Hotel ein.
Abends ging es in ein 100 m entferntes lokales Restaurant, wo wir gefühlt die halbe Karte bestellten und wahrscheinlich alle Vorräte aufgefuttert haben. Es war so unfassbar lecker, dass wir sind in den folgenden Tagen noch weitere 2x hingegangen sind 😂. Es gab Kürbissuppe, Mangosalat mit Shrimps, Lachs und Tofu in einem heißen Keramiktopf, natürlich Reis und jede Menge Kaffee dazu. 😅
Entsprechend aufgeladen konnte es am nächsten Morgen zu unserem nächsten Abenteuer gehen... Der Besteigung des höchsten Berges von Vietnam und ganz Indochinas, dem Fansipan!Read more
Tag 7-9: "Slowly, ya...?!"
November 5, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 10 °C
Nach unserem 2-tägigen Trekking durch die Dörfer und Reisterassen Sa Pas ging es erneut früh morgens los zur Besteigung des Fansipans, den mit 3143 Metern höchsten Bergs Vietnams, Laos und Kambodschas. Man nennt ihn auch "das Dach Indochinas".
Wir wurden direkt vom Hotel aus abgeholt und gabelten unterwegs noch einen weiteren Wandergefährten namens Chris und unsere Reiseführerin May auf. Chris war ein sympathischer Brite. Er hatte noch nichts gegessen und fragte daher direkt nach dem Einsteigen extrem höflich in feinstem British-English den Fahrer (der kein einziges Wort Englisch konnte) "Would you mind stopping for a Banh Mi?".
Nachdem ihm May Chris Wunsch übersetzt hatte und nach mehreren Überzeugungsversuchen ihrerseits (der Fahrer hatte es erstaunlich eilig), haben wir dann doch irgendwann angehalten und er hat sein Sandwich tatsächlich noch bekommen.
Chris war wirklich ein cooler Typ, 52 Jahre alt, top in Form und nach dem seine Kinder erwachsen waren hat er gerade nochmal studiert.
May war ebenfalls sehr sympathisch, auch wenn sie eher weniger sprach. Sie konnte nicht so gut Englisch, aber sehr gut dafür, dass sie weder lesen noch schreiben konnte! Sie war eine Hmong, die nicht zur Schule gehen konnte. Ihr Leben ist ihre Familie und der Fansipan, auf den sie bis zu 5x die Woche hochgeht!
Was uns aber wirklich Sorgen bereitete, war das Wetter. Es war kalt, regnete ununterbrochen und es war so neblig, dass man kaum 5 Meter weit gucken konnte. Im wahrsten Sinne, tolle Aussichten. Wir hatten alle unsere warmen Sachen übereinander angezogen, darüber die Regenjacken und hofften auf das Beste.
Leider blieb es jedoch so die gesamte Zeit. Wir kämpften uns mit May und Chris insgesamt 8 Stunden lang ca. 1400 Höhenmeter hoch (der Startpunkt liegt ungefähr bei 1800 m).
Man kann seit ein paar Jahren auch mit einer Seilbahn hochfahren, was uns aber falsch vorkam, wir wollten uns den schönen Ausblick mit dem Aufstieg verdienen und ihn somit besser genießen.
Also stiegen wir bei Regen, Nebel und Kälte den steilen und rutschigen Weg hinauf. Leider verlor man ständig die mühsam erstiegenen Höhenmeter dadurch, dass immer wieder längere Abstiege dabei waren. Gefühlt stieg man 100 m hoch, dann 150 m herunter, dann wieder 200 m hoch usw.
Es war einfach super anstrengend und Katjas Erkältung schien auch seit 2 Tagen wieder zurück zu kommen.
May sagte fast ausschliesslich die Worte "Slowly, ya..?!", jedes Mal wenn man ausrutschte und auch hin und wieder ohne ersichtlichen Grund....
Nach einer gewissen Zeit strapazierte das zusätzlich unsere Nerven, da man nicht zu schnell ging, sondern es einfach nur rutschig war 😂! May war es, die stets sehr schnell voraus lief. Nach 6 Stunden gab es eine Pause in einem durch ein Lagerfeuer zugeräucherten Hüttchen auf 2800 Höhenmetern. Zusammen mit einem polnischen Pärchen gab es einen Mittagsimbiss, wobei wir im wahrsten Sinne des Wortes dampften wie unsere Suppen! Nachdem ich nochmal bei dem rutschigen Boden auf dem Weg zum Klo brutal in den Dreck gestürzt bin, ging es nun weiter zur Spitze.
Chris war schon vorgegangen (alleine!), da er schnell zu seiner erkälteten Frau wollte. Ich musste das nicht, meine erkältete Katja stieg mit mir den Berg hinauf (man möchte ja nichts verpassen im Urlaub! 😃). Als wir endlich oben angekommen waren, war die Sicht immer noch genauso schlecht. Man sah kaum den Tempel oder den riesigen Buddha neben einem auf der Spitze !! 🤨😶😑. Aber wenigstens hatten wir diesen Berg bezwungen. May zeigte uns Bilder wie es ohne Nebel aussieht, wirklich atemberaubend schön. Eine Bergspitze in einem Bergpanorama knapp über den Wolken mit wunderschönen buddhistischen Bauwerken, ein würdiger Gipfel für Indochina. (Aber wie zum Teufel haben die das hier oben hingebaut??).
May gab uns noch auf der Spitze ein Zertifikat und eine Medaille. Dann ging es mit der Seilbahn zurück in die Stadt Sa Pa (den Abstieg wollten wir uns an dieser Stelle ersparen), wo wir uns eine Full-Body-Massage und ein hier typisches Kräuterbad gönnten. Natürlich wurde sich auch wieder eine absurde Menge an gutem Essen gegönnt. 😄
Den nächsten Tag benötigten wir zur Regeneration. Er war also auch ziemlich slowly. Wir schliefen viel und organisierten die Transporte und Unterkünfte der nächsten Tage. Außerdem ging ich in einen Barbershop. Das war schon ein spezieller Vibe. Wie an den Straßenecken Hanois rauchten Kunden und Mitarbeiter hier drin die riesige Bambuspfeife mit Thuoc Lao, dem ultrastarken lokalen Tabak. Dieser macht extrem süchtig. Die Vietnamesen haben deshalb sogar ein Sprichwort ~ "Ich vermisse dich wie Thuoc Lao". Der Haarschnitt mit Bart und Haare waschen war super und schnell und kostete nur 5€. Einfach top.
Am Tag danach machten wir nochmal eine Wanderung durch das Cat Cat Village mit Wasserfall und die wunderschönen umliegenden Reisterassen und Wälder.
Das Cat Cat Village besitzt Wasserfälle und eine schöne Panorama-Aussicht und war einmal eine authentische Dorferfahrung für Besucher. Nun kann man es sich wie ein "Fake Dorf" für Touristen vorstellen, welches ausschliesslich aus Verkaufssständen, Kostümverleihen, Makeup-Studios und vielen, vielen Örtlichkeiten für Instagram-Fotos besteht. Kostümverleih? Make-Up? Ja genau! Im ganzen Dorf liefen (zugegeben wunderschön) zurechtgemachte hauptsächlich asiatische Touristinnen in traditionellen Gewändern und aufwändigem Make-Up herum und wurden vor eben diesen Wasserfällen auf Brücken professionell fotografiert.
Wir haben uns gefühlt, als wären wir in eine Falle hineingetappt. Ganz, ganz unangenehm alles...
Allerdings hatten wir endlich Glück mit dem Wetter, es war richtig warm, sonnig und es gab keinen Nebel! 😍😍😍
Die Wanderung war (nachdem man dem Cat Cat Village entflohen war) wirklich toll, neben wunderschönen Ausblicken konnte man doch noch das echte Dorfleben sehen.
Außerdem war die Wanderung nicht nur aufgrund des überraschend steilen und anspruchsvollen Weges und der vielen Insekten im Bambuswald abenteuerlich: Einmal stellten sich uns auf dem schmalen, alternativlosen Pfad sechs Wasserbüffel mit Ihrem Kalb in den Weg. Aber kein Problem, Katja trieb sie sanft den Weg entlang, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Am Ende entschieden wir uns aufgrund Katjas persistierender Erkältung, die restlichen Aufwärtskilometer fahren zu lassen.
Dadurch hatten wir eine coole Rollerfahrt bis zu unserem Hotel. Nachdem wir nochmal in unsrem Lieblingslokal "24" in Sa Pa den Laden leer gegessen und getrunken hatten, machten wir in uns auf zum Nachtbus nach Ninh Binh. Diesmal aber mit zwei Schlafkabinen, um nicht wieder völlig zerstört aus der Nacht zu kommen 😄.Read more
Tag 10-12: Affen, Ohren und 500 Buddhas
November 8, 2025 in Vietnam ⋅ 🌧 25 °C
Es ging wieder mit dem Nachtbus weiter. Diesmal nach Ninh Binh. Hier befindet sich der Cuc Phuong Nationalpark mit einem gewaltigen Regenwald sowie die "trockene Halong-Bucht", weshalb wir hier unbedingt einen Zwischenstopp einlegen wollten.
Die Fahrt mit dem Bus war diesmal ganz okay, wir konnten ein wenig schlafen und auch die Schlappenkiste mit den abgeschnittenen Schuhen beim Aussteigen war uns vertraut. Mitten in der Nacht wachte Katja jedoch mit stechenden Ohrenschmerzen auf.
Schon seit dem Herunterfahren vom Fansipan vor 2 Tagen hatte sie einen seltsamen Druck auf dem linken Ohr verspürt und seither das Gefühl, dort weniger zu hören.
Kurz nach der Ankunft in Ninh Binh fuhren wir daher rasch zum Arzt. Es gab hier im Ort sogar eine HNO-Klinik, allerdings war sie eigentlich für Kinder 😅.
Wir kamen glücklicherweise sehr schnell dran und es wurde direkt eine Endoskopie von Hals, Nase und Ohren durchgeführt. Tatsächlich konnten wir alle auf dem Bildschirm erkennen, dass es hinter dem linken Trommelfell Flüssigkeitskollektionen hatte, was den Druck und die Hörminderung erklärte...
Laut dem Arzt hatte Katja eine Sinusitis mit beginnender Mittelohrentzündung. Also genau das, was man im Urlaub braucht! 😅
Der Nasenrachenraum wurde gespült und Katja bekam Antibiotika, Cortisol, Schmerzmittel und ein Antihistaminikum für 5 Tage mit. Außerdem erhielt sie einen Arztbrief auf vietnamesisch mit der entsprechenden Diagnose und den schönen Endoskopiebildern in Farbe daraufgedruckt. Sie sollte sich zudem in den nächsten Tagen noch weitere 2x zur Kontrolle vorstellen.
Das ganze hatte zusammen weniger als eine halbe Stunde gedauert und inklusive der Medikamente nicht einmal 15 Euro gekostet. Was für eine top Behandlung! ☺️
Da die Ohrenschmerzen inzwischen wieder verschwunden waren und es Katja abgesehen vom komischen Gefühl auf dem Ohr ziemlich gut ging, wollten wir den Ort Ninh Binh unbedingt wie geplant erkunden.
Also ging es anschließend mit unserem Fahrer in den Cuc Phuong Nationalpark.
Sie haben dort eine Rettungsstation für verletzte Affen und Schildkröten. Wenn diese wieder aufgepäppelt sind, geht es zunächst in ein eingezäuntes, semiwildes Gebiet unter Überwachung.
Nach einer gewissen Zeit dann weiter in die Wildnis, wenn alles soweit gut gelaufen ist. Hier gab es allerhand interessante und coole Tiere zu sehen. Zum Beispiel die extrem lauten Gibbons, die mit ihren Schreien über den ganzen Wald kommunizieren können und die stark gefährdeten und farbenfrohen Rotschenkel-Kleideraffen, die aufgrund ihrer 4 Mägen stolz ihre riesige Plauze vor sich her tragen.
Die Schildkröten haben uns sogar noch mehr Freunde beim Beobachten bereitet: Es gab sie wirklich in allen Größen und Farben und sie haben uns nicht selten mit ihrer Mimik oder Tollpatschigkeit zum Lachen gebracht.
Auch am Wegesrand konnte man alles mögliche an interessanten Insekten und Kleintieren erspähen, wenn man genau hinschaute:
Beispielsweise tauchten immer wieder Geckos, verschiedenste Arten gewaltiger Schmetterlinge (so groß wie Vögel!) oder Kolibris in unserem Blickfeld auf.
Nach den Rettungszentrum liefen wir noch um einen hübschen See herum und durch Schwärme kleiner Schmetterlinge hindurch und stiegen noch zu einer großen Berghöhle hinauf, wo vor ein paar Jahren die Überreste und Utensilien eines Menschen von vor 7500 Jahren gefunden wurden!
Dann kam es noch zum Ende hin zu einer unerwartet abenteuerlichen und unfassbar matschigen Dschungelwanderung zu ein paar Riesenbäumen. Nach unzähligen Ausrutschern, 2 Stürzen, mehrfachen Kopfanstössen an tiefhängenden Ästen und diversen Mückenstichen kamen wir schliesslich zu der Stelle mit den riesigen Regenwaldbäumen. Wir fanden jedoch leider, dass sich die Strapazen hierfür nicht wirklich gelohnt hatten....😅
Völlig verdreckt, durchgeschwitzt und von oben bis unten schlammbeschmiert, liessen wir den restlichen Tag nach einer ausgiebigen Dusche entspannt ausklingen und erholten uns von diesem Abenteuer.
Am nächsten Tag ging es nach einem leckeren Frühstück auf eine Ganztagestour durch Ninh Binh und die umliegenden Regionen.
Unser Guide Chung hatte einen richtig trockenen Humor 😂.
Einmal ging es um die bunte, buddhistische Flagge, welche oft als Symbol der spirituellen Unabhängigkeit, des Friedens und der nationalen Einheit verwendet wird. Gemeinsam wurde die Bedeutung der Farben erörtert, wobei diese auch für Elemente stehen. Hierbei steht Rot etwa für das Element Feuer und auch die Transformation, Energie und die Leidenschaft. Gelb steht für die Erde und ebenso für die Mitte, die Ausgeglichenheit und die Stabilität. Grün steht für Wasser und damit auch die Anpassungsfähigkeit, die Weisheit und den Fluss des Lebens uns so weiter.
Chung fragte anschliessend in die Runde für welches Element die weiße Farbe auf der Flagge stehen würde.
Nachdem er jemandes Idee der "Luft" mit "It's not Avatar here, it is not the air" quittiert hatte, wurde nach "Snow" ganz optimistisch "Rice?" eingeworfen.
Der Guide schaute nachdenklich und ernst und sagte: "Rice! Yeah, Rice is good... No, of course not! Just because we are in asia, it is not always Rice!!" 😂 Das Weiss stand tatsächlich für die Elemente des Metalls und damit auch für Stärke, Reinheit und Gerechtigkeit.
Anschließend schauten wir uns den Bai Dinh Pagodenkomplex an (Pagode = Häuser zum Praktizieren des Buddhismus) und die Tempel an (Stätten zur Ehrung vergangener Dynastien).
Wir sahen neben 500 kleinen Buddha-Statuen und größeren Statuen buddhistischer Schüler (Arhats) die größte Bronzeglocke (36 Tonnen) und den größten Bronzebuddha Asiens. Auch konnten wir die Quan Yin-Statue mit den 1000 Armen und 1000 Augen besichtigen (quasi der weibliche Buddha der Güte, den man im Gegensatz zum männlichen auch um Gefallen bitten kann. Allerdings muss man im Gegenzug etwa auf eine schlechte Verhaltensweise verzichten.)
Wir besuchten auch noch die alte Hauptstadt Hoa Lu und erfuhren mehr über die königliche Geschichte und die Architektur Vietnams.
Der Guide war sehr gut und machte eine lehrreiche und unterhaltsame Führung. Wir lernten zum Beispiel, dass Buddhismus in Thailand und Vietnam sehr unterschiedlich praktiziert wird:
In Thailand dürfen Frauen zum Beispiel keine Mönche sein, in Vietnam schon. Außerdem lernten wir, dass Vietnam mit 2,0% adipösen Menschen, die niedrigste Fettleibigkeitsrate der ganzen Welt hat. Sehr interessant, da selbst Länder mit Hungersnöten bspw. der Kongo in Afrika eine höhere Adipositasrate aufweisen. Irgendwas an diesem leckeren Essen hier scheint also sehr richtig zu sein! Darauf später erstmal ein Pho und eine Menge Tofu!
Ein wenig bedauerlich war, dass es den ganzen Tag regnete.
Am stärksten regnete es beim Aufstieg des Ngoa Long Bergs zu einem fantastischen Aussichtspunkt und natürlich auch während unserer 2-stündigen Bootstour durch den Trang An durch die sogenannte "trockene" (haha 😅) Halong-Bucht. Diese ist u.A. bekannt aus dem Film "Kong: Skull Island - Rise of the King", und man konnte dort den King Kong Felsen in Echt anschauen. 😄
Trotzdem war die Bootsfahrt wirklich cool, man sah wieder riesige Kalksteinfelsen, üppige Reisfelder und fuhr durch so niedrige Höhlen, dass es trotz Kopfeinziehen ein paar mal echt knapp war 😃.
Nachdem wir uns nach dem Trip ein wenig ausgeruht hatten, ging es noch mit Lori lecker essen. Lori haben wir heute auf der Tour kennengelernt und uns direkt sehr gut verstanden! ☺️ Sie ist gerade einmal 19 Jahre alt und ist aktuell nach ihrem Abi mal eben alleine hier in Vietnam unterwegs, Respekt dafür! Wir hatten viele schöne und witzige Gespräche und bestellten natürlich mal wieder viel zu viel essen, sodass wir danach gemütlich alle zurück in unsere Unterkünfte rollten.Read more
Tag 13-15: Von King Kong (-🏔) zu Mekong
November 11, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 27 °C
Nach unserem Aufenthalt in Ninh Binh gab mein Immunsystem nun auch schließlich auf. Ich bekam eine Erkältung mit brutalen Halsschmerzen und einem fast vollständigen Absterben meiner Stimme. Super passend, Katja hörte schlecht und meine Stimme funktionierte nicht, wie ein schlechter Scherz....😃
Zum Glück musste ich mich nur in mehrere Busse und einen Flieger setzen. Denn nun ging es für uns weiter nach Can Tho, in den Süden Vietnams!
(Wir mussten unsere Reise aufgrund der gewaltigen Überschwemmungen und des Taifuns in Zentralvietnam ein wenig umplanen. So ließen wir uns im Norden etwas mehr Zeit, übersprangen dafür Zentralvietnam und verzichteten schweren Herzens regenbedingt auf die wunderschöne Strandinsel Phu Quoc. Dafür waren wir jetzt in Can Tho!)
Dort wollten wir hin, weil diese Stadt direkt im Herzen des Mekongdeltas liegt.
Das Mekongdelta ist ein riesiges Labyrinth aus Flüssen, Sümpfen und Inseln, wo es unter anderem sogenannte "Floating Markets" gibt.
Darunter kann man sich unzählige Verkaufsstände und geschäftiges Treiben vorstellen, welches ausschließlich auf Booten stattfindet. Manche Familien leben sogar komplett auf diesen Booten!
Dieser Markt ist aber im Gegensatz zu anderen Nachtmärken, die wir gesehen haben, tendenziell auf den Großhandel der Locals ausgelegt und dadurch deutlich weniger touristisch.
Die gesamte Region des Mekong-Deltas wird auch als "Reisschüssel" Vietnams bezeichnet, da sie den Großteil des Landes mit Lebensmitteln versorgt.
Wir kamen aber erstmal in unserem Hotel an, welches unerwartet luxuriös war. 🙊Wir hatten sogar das erste Mal einen Skyline-Ausblick über die Stadt aus unserem Zimmer! 😍
Außerdem gab es ein riesiges Frühstücksbuffet und eine tolle Rooftop Bar mit Pool.
Auch die Stadt Can Tho war sehr modern und hatte viele hübsche Ecken. Auch kulinarisch hatte sie auf jeden Fall etwas zu bieten.
Am ersten Abend war es jedoch schon sehr spät als wir ankamen und zum Abendessen rausgingen, weshalb die Auswahl an Restaurants durch die Uhrzeit beschränkt wurde. Wir gingen also in das nächstbeste Pho-Restaurant mit Plastikstühlen und ohne englische Karte. Es war extrem günstig und das Pho war super schnell fertig und richtig lecker! Mittels Google Übersetzer bestellte ich noch ein Ei dazu. Dieser Wunsch wurde mir dadurch erfüllt, dass die Bedienung eilig ein rohes Ei in eine kleine Extra Schüssel mit Brühe klatschte und dieses kommentarlos zu uns auf den Tisch stellte 😄. Wir wussten nicht wirklich, was wir damit machen sollten und schütteten es kurzerhand jeweils zur Hälfte in unsere Phos dazu 😃.
Am nächsten Tag genossen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet. Man konnte sich hier sogar sein eigenes Pho zusammenstellen oder sein persönliches Banh Mi belegen lassen. 😄
Nach einem Powernap im Hotelzimmer gingen wir in das Wimi-Café, wo es köstliche und ausgefallene Getränke gab, wie z.B. den Matcha-Tiramisu-Latte oder den Stachelannonen- (oder auch "Sauersack" 😂) -Smoothie und natürlich ganz, ganz viel Kaffee.
Da die Erkältung uns immer noch zu schaffen machte, gönnten wir uns wieder mal eine entspannende Wellnessbehandlung mit Full Body Massagen. Genau das, was wir brauchten! ☺️
Abends ging es dann etwas früher ins Bett, da wir am nächsten Tag schon um 5 Uhr morgens den Floating Market besuchen wollten.
Wir hatten eine private Tour mit Thinh unternommen, was wirklich sehr cool war! Wir fuhren auf einem kleinen Bötchen zwischen den größeren Händlerbooten herum und sahen den Sonnenaufgang auf dem Mekong. Es gab sogar Kaffee und Pho auf dem Boot zum Frühstücken, perfekt! 😍
Wir durften auch kurz auf einem Hausboot gastieren, was wirklich spannend zu sehen war.
Die ganze Familie wohnt auf 2 aneinander-befestigten größeren, mehrstöckigen Booten und wir kamen nicht aus dem Staunen heraus, was man alles so haben kann auf den Booten. 😅
Neben einer kleinen Passionsfruchtplantage auf dem Verbindungsstück zwischen den Booten, hatte die Familie ein riesiges Obst- und Gemüselager, eine Dachterasse für Besuch, Solarzellen für die Küchengeräte um diese unterwegs zu nutzen und sogar Kröten und mehrere Enten als Haustiere 🐸🦆in einem "Bootsteich?". 😅
Bei unserem Hausbootbesuch probierten wir auch noch jede Menge selbst angebautes Obst, unter anderem die Jackfruit. Diese hatten wir bisher nur in getrockneter Form gegessen, was uns nicht wirklich überzeugt hat...
Frisch schmeckt sie hingegen einfach nach Bubblegum! 😂 Total verrückt...
Unterwegs erzählte uns Thinh noch jede Menge über das Leben, die Menschen und natürlich das Essen in der Mekong-Region. Wir erfuhren nicht wenige verstörende Geschichten über das typischen Speisen bzw. Delikatessen dieser Region. Beispielsweise hat sie uns ein Haus gezeigt, wo Schwalben drin gehalten werden, da man ihre Nester als Delikatesse verspeist. Ja, richtig gelesen. Früher für Kaiser und Könige (heute eher für die Superreichen), werden Schwalbennester aufgrund ihres exorbitant hohen Preises gezüchtet und verzehrt.
Eine kleine Portion kostet ca. 1000 €. Was man hier zu sich nimmt, ist jedoch nicht etwa Holz oder Ästchen, nein, es ist der Speichel(!) der Vögel, der zu einer harten Masse wird und viele Proteine enthält. Das kann man entweder so essen oder etwa in eine Suppe packen. 🤢 Naja, wer's mag...
Anschließend besuchten wir eine kleine, familiengeführte Reisnudelfabrik, wo wir die einzelnen Schritte der Herstellung sahen und ausführen durften. Am coolsten fanden wir das Aufnehmen des klebrigen "Reisnudel-Pancakes" mit einer Bambuskeule und das Ausrollen desselben zum Trocknen.
Auch das Schneiden des getrockneten Teigs an einer Maschine, war eine erstaunlich anstrengende Arbeit für 2 Personen. Natürlich werden die meisten Reisnudeln derzeit mittels größerer Maschinen in Fabriken hergestellt, aber wir fanden es trotzdem interessant, die tradionelle Art der Herstellung zu sehen.
Als letztes ging es noch mit Thinh zusammen auf eine Fruchtfarm und wir sahen alle möglichen Früchte und Gewürze wachsen und durften natürlich auch wieder viel probieren 😇. Besonders spannend fanden wir, wie viele verschiedene Arten von Minze es gab (sogar Fischminze mit wirklich heftig fischigem Aroma 😝). Auch war uns nicht klar, dass die Drachenfrucht einfach so direkt auf den Kaktuspflanzen wächst... Solche Touren sind wirklich immer wieder toll, um ein umfängliches Bild der Nahrungsmittel zu bekommen, die man hier täglich konsumiert. ☺️
Den restlichen Tag nutzten wir zur Genesung und ruhten uns etwas aus.
Am letzten Tag in Can Tho besuchten wir noch eine Kakao-Farm. Das war ebenfalls ein wahres Highlight!
Wir wurden vom 75-jährigen Besitzer der Farm persönlich in die Kunst des Kakao-Abbaus und der Schokoladenherstellung mittels einfachster Mittel eingeführt.
(Es war quasi die Vorstufe des von uns geliebten Schokoladenmuseums in Köln. 😄)
Der Besitzer selbst heisst Binh, er wird auch gerne Mr. Binh (ausgesprochen wie: "Mr. Bean") oder auch Mr. Cacao-Binh genannt 😄.
Sein Vater ist damals nach Malaysia gereist und hat eine einzelne Kakaofrucht von dort nach Hause mitgenommen. Außerdem konnte sein Vater ein Buch zum Kakao-Anbau und Schokoladenherstellung auf französisch ergattern. Das war der Beginn des Familienunternehmens. Binh hat damals mit seiner Schwester dieses Buch unter größten Anstrengungen übersetzt, studiert und die Anleitungen mittels bereits vorhandener Maschinen zur Reis- oder Tofu-Verarbeitung versucht in die Realität umzusetzen. Den Prozess über Anpflanzung, Ernte, Fermentierung, Trocknung, Röstung und die anschliessende Herstellung von Schokolade sowie Kakakopulver und Kakaobutter hat Binh über die Jahre immer weiter perfektioniert.
Heute hat Binhs Familie eine 2000-Bäume große Farm, wobei der größte finanziellen Ertrag durch den Verkauf der Kakaobohnen nach Amerika oder Belgien erziehlt wird, aktuell zu extrem hohen Preisen. (Vielleicht sollte ich an der Börse mal in Kakao investieren?).
Am Ende durften wir noch auf der Farm produzierte Schokoladentäfelchen, heiße und eisgekühlte Trinkschokolade, Kakaonibs und sogar Kakao-Schnaps probieren. 😄 Alles war sehr, sehr lecker und super intensiv im Geschmack.
Dann ging es auch schon am Mittag mit dem Bus zu unserer letzten Destination dieser Reise, nach Ho-Chi-Minh-City (HCMC)!Read more

TravelerDiese Reiseabschnitt war extrem interessant und informativ. Ihr habt wirklich ganze Menge gesehen, nur sehr schade, dass ihr krank wart…
Ende: Kriegstunnel, 🐌 & Dafalgan-Sour
November 13, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 27 °C
Xin Cao, ein letztes Mal für diese Reise Jan hier 🙋🏼♂️. Nach einer weiteren Busfahrt kamen wir in
Ho Chi Minh City (HCMC) an.
Wir waren am Abend nur noch dazu imstande etwas futtern zu gehen, also nahmen wir uns noch eine lokale Spezialität vor: Das Banh Xeo.
Dies ist eine Art absurd großer Pancake, den man zusammen mit Shrimps, Schweinefleisch und einigen anderen Zutaten in ein Reispapier packt, rollt und isst. Natürlich haben wir das nicht selbst gewusst, sondern mussten uns das zeigen lassen. 😁 Es war ziemlich lecker!
Im Hotel hatten wir wieder ein super Frühstücksbuffet und eine Rooftop Bar mit Pool. Leider konnten wir diese anfangs kaum nutzen, denn nun war ich so erkältet, dass ich durchgehend hustete und mich vor Erschöpfung und Schmerzen kaum bewegen konnte. Außerdem hatte ich so starke Übelkeit, dass Essen auch nicht mehr so gut ging.
Ich hatte auch nachts einen langen Fiebertraum von einem Kellner, der mir unendlich Shrimps mit Knoblauch unter die Nase hielt und mein ganzes Zimmer damit zustellte. Also war ich die ganze Nacht kurz vor dem Erbrechen und hatte morgens kaum Lust auf irgendetwas.
Da hätte ich noch nicht für möglich gehalten, dass ich abends mit einer AK-47 schießen würde... 😂. Aber eins nach dem anderen.
Das Hotel hatte leider Kommunikationsprobleme, weshalb wir nach einer Nacht für die zweite Übernachtung dort den Raum wechseln mussten. Also alles wieder zusammenpacken und umziehen in diesem Zustand. Aber wir haben es geschafft. Ich nahm ordentlich Medikamente aus unserer Reiseapotheke ein: Antibiotika, Ibuprofen, Novalgin, Dafalgan, Dimenhydrinat und Omeprazol. Außerdem besorgte ich mir mit meinem Arztausweis in einer hiesigen Apotheke Codein gegen den Husten und betäubende Halsbonbons gegen die Schmerzen. Außerdem machte mir die nette Hotelldame Jade einen Ingwertee mit Honig. Mit meinem grösstenteils chemischen Zaubercocktail fühlte ich mich nun bereit, unseren Tagestrip zu den Cu Chi Tunneln anzutreten.
Das ist das Must-See in der Nähe von HCMC.
Dort kann man die Tunnel der Vietkong sehen und einiges über sie und den Vietnamkrieg lernen. Deswegen hier eine kleine Geschichtsstunde 🤓:
Der Krieg ging 20 Jahre (1955-1975) und hat insgesamt bis zu 3 Millionen Vietnamesen das Leben gekostet. Die Hauptkontrahenten waren Südvietnam mit Unterstützung der USA gegen Nordvietnam mit Unterstützung der Sowjetunion und Chinas. Ca. 55 Tausend US-Soldaten starben ebenfalls im Kampf. In der Geschichte wird der Konflikt als Kampf Vietnam vs. USA dargestellt, was aber so nicht korrekt ist. Es war eigentlich ein Stellvertreterkampf im kalten Krieg. Allerdings befürchtete die USA die Zuwendung ganz Südostasiens zum Kommunismus, sollte Nordvietnam gewinnen (sog. Dominotheorie). Deswegen haben sich die vereinigten Staaten so "engagiert". Die Vietkong haben mit vielen unorthodoxen, einfallsreichen Mitteln und Behaarlichkeit gewonnen, was gegen die Weltmacht USA sehr beeindruckend ist. Und das obwohl die USA chemische Waffen wie "Agent Orange" (Entlaubungsmittel zur Enttarnung der Vietkong im Dschungel, extrem toxisch für Menschen) und Napalm (Brandstoff) eingesetzt hat.
Die Vietkongguerrilla haben sich ein komplexes Tunnelsystem gebaut und jahrelang in diesen Tunneln gelebt! So konnten sie sich verstecken und auch aus dem Hinterhalt angreifen. Die Tunnel waren so klein, dass Amerikaner nicht reingepasst haben (heutzutage wurden sie für Tourusten deutlich vergrößert, trotzdem bekommt man dort drin Platzangst). Außerdem hatten die Vietkong einen Haufen kreativer, fieser Fallen, die sie aus den Bombentrümmern der Amerikaner gebaut haben. Der Einfallsreichtum ist schon beeindruckend. Sie hatten nicht einmal Elektrizität... Aber sie hatten zum Beispiel Schuhe, wo die Sohle falsch herum geformt war, damit die Amerikaner bei der Fährtenlese in die falsche Richtung gingen 👀.
So, nun aber genug des Unterrichts. Wir waren also dort und die Atmosphäre in Cu Chi war schon etwas besonderes. Es gab sogar einen Schießstand in diesem Dschungel. Deshalb hörte man überall Schüsse. Man konnte dann auch selbst schießen. Ich habe 10 Schüsse mit der AK-47 geschossen (wenn man schon mal da ist 😃). Nach einem gemeinsamen Tapioka-Essen ging es wieder zurück in die City. Nach einem Gute-Nacht-Banh-Mi gingen wir zwecks Genesung dann schnell schlafen.
Hier nochmal Katja 🙋♀️
An unserem letzten Tag in Vietnam wollten wir auch noch etwas unternehmen, was uns Chris (der sympathische Brite von der Wanderung in Sapa) empfohlen hatte: Eine Foodtour durch die City!
Wahrscheinlich wäre so eine Aktion zu Anfang der Reise besonders geeignet gewesen, um einen guten Einstieg in die Kultur und das lokale Essen zu finden.
Aber durch unseren Kochkurs in Hanoi, den Besuch des Frucht- und Kräutergartens am Mekong sowie das Verköstigen vieler lokaler Gerichte im Norden und Süden Vietnams konnten wir schon Einiges lernen und probieren.
Natürlich haben uns noch viele, viele typische Gerichte gefehlt und wir hatten auch einfach Lust zum Schluss noch etwas Neues zu erfahren und kennenzulernen.
Unsere beiden Foodtourguides waren 2 lustige und etwas freche vietnamesische Mädels namens Anna und Hilary. 😄
Wider Erwarten bestand unsere kleine Gruppe nicht aus Deutschen (es hätte uns nicht überrascht), sondern nur aus einem jungen britischen Pärchen und 3 älteren Amerikanern.
Es ging in einem kleinen Laden los, wo es eine köstliche Kokossuppe mit Reisnudeln und Fisch und dazu grünen Eistee gab. Dann liefen wir über einen riesigen 24h-offenen Blumenmarkt, wo uns ein Faktenquiz zu verschiedensten Blumenarten erwartete. Anschliessend gab es herzhafte und süße Süßkartoffelbällchen mit Shrimpsalz, ein Rindfleischgericht als Streetfood, Reiscräcker mit Sesam, Ingwer oder Banane, eine vietnamesische "Pizza" (quasi belegtes und überbackenes Reispapier mit speziellen Saucen) und..... und..... 🥁
Riesige Schnecken! Dabei wurde ein richtiges Unboxing durchgeführt. 😂
Und es kam noch schlimmer: eine vietnamesische Delikatesse namens "Balut". Dabei handelt es sich um ein angebrütetes und gekochtes Entenei inklusive Entenembryo im Alter von 19 Tagen. Hierbei wird die "Brühe" direkt aus dem Ei geschlürft und der Embryo anschliessend gelöffelt..... Mir wird schon wieder ganz schlecht, wenn ich beim Schreiben daran denke. 😵💫🤮
Die Vietnamesen finden das aber ganz toll und je nachdem von welcher Seite man das Ei ist, bringt es Glück oder Unglück über einen. (Man kann sogar die ganze Familie verfluchen, wenn man zu viele dieser Eier von der falschen Seite her ist.) Irgendwie kann ich das mit dem Fluch und dem Unglück aber nachvollziehen... 😅
Von unserer überaus mutigen Gruppe hat sich tatsächlich etwa die Hälfte aller Leute getraut sowohl die Schnecken als auch die Enteneier (!) zu probieren.
Bevor ihr ehrfürchtig vor uns euren Hut lüpft: Wir gehörten hierbei der weniger mutigen Hälfte an. 😅
Uns hat das Zuschauen der anderen beim Essen bereits mehr als genügt....
(Allerdings müssen wir an dieser Stelle zugeben, dass alle sagten, es sei nicht so übel.)
Auch wenn wir teilweise ein wenig gegen die Übelkeit und den Schock beim Anblick dieser Spezialitäten ankämpfen mussten, war die Tour einfach total unterhaltsam: Anna und Hilary erzählten uns alle möglichen Geschichten und Hintergründe zu dem Essen, der Region, den Menschen und besonders interessant: zum Aberglauben. Fast jedes Gericht hatte irgendwelche Hintergrundgeschichten und Mythen.
Als kleine Verschnaufpause liefen wir über einen lokalen Markt, welcher uns sehr an die thailändischen Nachtmärkte erinnerte. Komplette Reizüberflutung und verrücktes Essen an jeder Ecke.
Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
Anschliessend gab es unser geliebtes Banh Mi und sowohl süße als auch herzhafte Banh Bao. Das sind kleine Taschen aus Reismehl mit verschiedenen Füllungen, die ähnlich wie Knödel gekocht oder frittiert werden können.
Auch hierbei wurden uns lustige Geschichten erzählt und einige Besonderheiten der vietnamesischen Wohnkultur erläutert.
Schon bereits gut gefüllt ging es weiter zu einem Restaurant wo es wieder das Banh Xeo gab. Eine Variante davon hatten Jan und ich bereits vorgestern das erste Mal probiert (der XXL-Pancake 😅), diesmal haben wir das Gericht aber buchstäblich Blatt für Blatt auseinandergenommen.
Neben normalen Salatblättern belegt man sich das Reispapier mit Koriander, Wasabi-Blättern, Zitronenminze, ja auch mit Fischminze 😂, und noch einigen anderen Blättern die ich aber leider vergessen habe. Dazu kommt dünn geschnittene, unreife Banane (dörrt den Mund beim draufbeißen vollständig aus, sehr interessantes Gefühl! 😂), Gurke und Sternfrucht. Dann packt man den vietnamesischen Reispancake drauf und noch eine Füllung aus meistens Shrimp und Schweinefleisch. Jan und ich hatten die vegetarische Variante, die auch einfach super war!
Zu guter Letzt gab es noch eine Auswahl verschiedener Dessert-Puddings aus Bohnen mit Erdnüssen oder Kaffeesoße. 😍 Auch sehr cool war der Kokos-Wackelpudding, einfach toll!
Dadurch, dass sich alle Speisen in der Gruppe geteilt wurden (und man z.B. keinen ganzen Banh Mi essen musste) konnte man alles sehr gut probieren und war am Ende perfekt gesättigt ohne völlig überfressen zu sein. 😂 Ein paar der (geeigneten) Essensreste wurden auch für eine Schweinefarm in der Nähe eingepackt, sodass möglichst wenig übrig blieb.
Wir fanden die Foodtour einfach super, es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn es sich wirklich verrückt anfühlt so viel verschiedenes Essen auf einmal zu probieren. 😅
Fazit der Reise:
Es war eine sehr interessante und aufregende Reise. Und das, obwohl sie durch eine Vielzahl stressiger Situationen in der Schweiz (Umzug, Jobwechsel, u.a.) und Krankheit beeinträchtigt war.
Durch Naturkatastrophen (Flut und Taifun) in Zentralvietnam und schlechtes Wetter auf der Insel Phu Quoc konnten wir diese beiden Ziele nicht bereisen. Deshalb hatte der Urlaub zwar einiges an Abenteuer, Natur und Kultur zu bieten, Entspannung und Urlaubsfeeling kamen aber eher kurz. Und trotz alldem, war es die Reise definitiv wert. 🥰
Das Land Vietnam bietet eine vielfältige Natur, gutes Essen und eine sehr interessante Bevölkerung. Wir wissen noch wenig über die Vietnamesen und deren Mentalität, haben sie aber als freundliche, humorvolle und super liebe Menschen erlebt. Auch die Historie und das politische System sind spannend und wir freuen uns darauf, dies mit vietnamesischen Bekannten in Deutschland & Schweiz demnächst mal bei einem Rotwein zu bequatschen 😀🍷.Read more






















































































































































































































































Traveler
Na das sind mal Spaß Getränke!!
TravelerJaaa!! 😍👌
Traveler
Omg 😨