• Der Purple Mountain

    20 Oktober 2019, Ireland ⋅ ⛅ 10 °C

    Dieser Eintrag wird zweispaltig - also indirekt. Ich erzähle die eine Seite und Antonia die andere.
    Fangen wir an...
    Der Morgen begann natürlich gemeinsam. Wir standen auf und gingen frühstücken. Marco und Lisa, die wir bereits in Kenmare getroffen hatten, waren seit gestern ebenfalls im Black Sheep Hostel und wir hatten schon zuvor zusammen gefrühstückt. Auch heute würde gemeinsam gegessen und über die Planung des Tages geredet.
    Die beiden wollten wandern gehen und da Antonia auch gerne was unternehmen wollte, ging sie kurzerhand mit. Ich blieb derweil im Hostel, berechnete meine Finanzen, zeichnete, hörte Hörbuch oder schaute Serien. Später ging ich auch noch spazieren...
    Währenddessen bewanderte Tons den Purple Mountain, aber das soll sie euch selbst erzählen....

    Beim Frühstück kam Marco nochmals auf das Angebot zurück, uns beide auf eine Wanderung mitzunehmen. Während Helena dankend ablehnte, entschloss ich mich kurzerhand dazu gemeinsam mit Lisa und Marco den Purple mountain hochzukrakzeln. Glücklicherweise entschlossen sich die beiden für diesen Berg, denn es hätte ursprünglich Irlands höchster Berg werden sollen mit 1038 Metern, was ich, als Bergbezwinger-Sprössling sicher nicht so einfach gepackt hätte!
    Eine halbe Stunde später und mit dem Satz "na das sieht doch schonmal gut aus" mein Wanderoutfit betreffend, ging es auch schon los. Startpunkt war Kate Kearney Cottage.
    Der Weg war zunächst - nun ja, matschig. Man kann ihn auch nicht wirklich als Weg bezeichnen, es war wohl eher ein hin und wieder niedergetrampelter schmaler Pfad, der sich unauffällig den Berg hinaufschlängelte. An Pferden und Schafen vorbei und nassen Schuhen nach bereits 10 Minuten, verlief der Aufstieg recht steil. Weit voraus Marco, der als Forstwirt das Laufen im Blut hat.
    Lisa und ich trotteten hinterher. Derweil ärgerte ich mich, mich viel zu dick angezogen zu haben, denn ich schwitzte aus jeder Pore meines Körpers! Als der Aufstieg nach einer gefühlten Ewigkeit eeendlich etwas weniger steil wurde, unterhielt ich mich mit Lisa über dies und das und jenes über das man so redet, um sich näher kennenzulernen... Weit voraus Marco, der den knallgelben Regenüberzug seines Rucksacks ausgepackt hatte, damit wir ihn nicht verlieren würden. In der Zwischenzeit hatte sich der Himmel nämlich ganz schön zugezogen, und Nebelschwaden verdecken uns die Sicht.
    Nach ca. 2 Stunden standen wir vor der Entscheidung, aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse, entweder umzudrehen oder abzuwarten und Salamibrot zu mampfen. Wir entscheiden uns für letzteres und yey wir hatten Glück, die Schlechtwetterfront verzog sich, und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Schritt um Schritt kamen wir unserem Ziel ein Stückchen näher und dann...ja, endlich die Bergspitze kam in Sicht. Als wir oben ankamen, fielen wir uns erschöpft in die Arme.
    Wir hielten uns allerdings nicht lange dort auf, da der Wind uns ganz schön zu schaffen machte und unsere Haare mindestens genauso verstrubbelte wie bei den Cliffs of Moher. Der Abstieg hatte auch so seine Tücken. So wich der Boden lockerem Geröll, das, wenn man nicht aufpasste, einfach den Abgang machte...
    Nun ja irgendwie haben wir auch diese Hürde gemeistert und gelangten schließlich auf die Landstraße des Gap of Dunloe.

    Na, kommt die euch nicht bekannt vor? Genau, wir drei sind, zumindest einen beachtlichen Teil der Strecke, die Helena und ich bereits vor 2 Wochen hinter uns gebracht hatten, auf ein Neues entlang gelaufen, um zum Parkplatz zurück zu gelangen.
    Nach insgesamt 6 Stunden kamen wir durchnässt, ausgelaugt und müde im Hostel an. Abends wurde dann noch gemeinsam gekocht und dann ging auch schon in die Heia...
    Baca lagi