Nutella mit Crêpe
December 13, 2019 in Ireland ⋅ 🌬 6 °C
Mein zweiter freier Tag sollte vor allem in Galway selbst stattfinden. So war zumindest der Plan. Ich stand auf, öffnete Türchen Nummer 13 - stellte sich heraus: es war Schokolatsche drin- und dann frühstückte ich in aller Ruhe. Galway würde mir immerhin nicht wegrennen und das Wetter zeigte gerade seinen äußerst individuellen irischen Charakter (es regnete und war windig). Julie erklärte mir zudem, dass sie später auch nach Galway wollte, weshalb ich kurzerhand entschloss auf sie zu warten. Um zwei Uhr kam dann auch endlich der Bus, der mich knapp vorm Erfrieren bewahrte, nur um mich nach 30 Minuten wieder in die Kälte zu entlassen. Warum mir so kalt war? Meine Jeans war am Morgen gerissen und nun streifte ich mit der um einiges dünneren 7/8 Jeans durch Galway. Außerdem schienen meine Winterschuhe mehr und mehr den Kampf gegen die Pfützen und den Regen aufzugeben. Ich lief also ein bis dreimal über den Weihnachtsmarkt bis ich schließlich den Crêpestand meines Vertrauens auserkoren hatte und mein Zwischenmahl in die Arme schloss (Julie hatte mir zuvor versprochen am Abend Spaghetti Bolognese zu kochen). Den Crêpe zu essen stellte sich als schwieriger heraus als ich befürchtet hatte, bestand er doch aus mehr Nutella als Crêpe selbst. Aber auch das meisterte ich durch mein unglaubliches Geschick, das uns auf dieser Reise schon unzählige Male aus Eskapaden gerettet hatte...natürlich...
Da inzwischen meine Füße abzusterben drohten, entschied ich mich, mir ein Café zu suchen. Aber nicht irgendein Café! Nein, denn wie wir wissen, hat jedes Pub, Restaurant und Café eine Geschichte in Galway. Keine Ahnung, wie die historische des Cafés ist, aber ich verbinde mit ihm, den erste Klogang in Galway überhaupt (damals hatte es Tons sehr eilig...wir haben nie tatsächlich in diesem Café gesessen, außer auf dem Klo...).
Diesmal setzte ich mich alleine auf einen Platz und begann schon bald aus meinem Buch zu lesen, während ich zwei Mochas schlurfte (natürlich nicht gleichzeitig). Dummerweise wurde mir dennoch immer kälter und kälter. Irgendwann kam Julie und gemeinsam mit einem Freund von ihr setzten wir uns in ein Pub. Allerdings war mir immer noch zu kalt.
Man mag jetzt denken, dass das hier darauf hinauslaufen würde, dass ich mir einen Schnupfen zuziehen würde, aber nein, so lief es nicht. Denn anstatt den Abend im Pub zu verbringen, lief ich durch halb Galway, um den Bus zurück zu erwischen. Im Regen...mit kaputter Jacke und nassen Socken. Aber ich kam zuhause an und wärmte mich an einer Tasse Tee.
Julie kam einige Zeit später ebenfalls und begann mit dem Kochen. Zu uns gesellte sich ihre Freundin Iva, welche dann spontan mit uns aß und wir verbrachten einen schönen Abend zusammen, während wir vegetarische Spaghetti Bolognese löffelten und Brausetabletten aus Weingläsern süffelten. Später machte mir Julie noch eine heiße Schoki. Und nach einer mehrstündigen Diskussion mit Julius, welcher Weihnachtsfilm wohl guckenswert war, schlief ich dann auch ein- ohne einen Film geschaut zu haben...Read more





