• Kanazawa

    9. april, Japan ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir verlassen Kurashiki und fahren ins ca. 500 km entfernte Kanazawa. Trotz dreimal umsteigen sind wir in 4 Stunden in der Stadt. Das Verschicken eines Koffers haben wir beibehalten – sehr gute Idee und es funktioniert. Während der Zugfahrt geht es vorbei an kleinen Dörfern und den schneebedeckten Gipfeln des Hakusan-Nationalparks in der Ferne. Mit Kanazawa sind wir auf der Nordseite von Honshu. Kanazawa hat etwas sehr Schönes, nämlich den wunderbaren Kenrokuen Park. Ein Park, der zu den drei perfekten Gärten Japans gezählt wird. Den besuchen wir am nächsten Tag so früh wie möglich. Denn auch in Kanazawa gibt es jede Menge Touristen. In Kurashiki waren wir gefühlt außerhalb der Touristenströme – hier nicht. Das merken wir auch beim Einchecken im Hotel, denn wir müssen das erste Mal eine Touristensteuer entrichten. Die Einnahmen möchte Japan für die Entlastung des Verkehrsnetzes und für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus verwenden. Um 8 Uhr morgens ist der Kenrokuen Park fast leer. Noch wird er von den fleißigen Gärtnern beherrscht. Die Kieswege werden geharkt und eine ältere Dame in weißen Handschuhen kümmert sich emsig um das Entfernen des Unkrauts. Der Park wird gerühmt für seine Weitläufigkeit (11,4 Hektar groß), Ruhe, Kunstfertigkeit, Wasserquellen und herrliche Aussichten. Ein kleiner, älterer Herr kommt uns mit einem riesigen Stativ auf seiner Schulter entgegen. Auf dem Stativ eine teure Profikamera mit einem großen Teleobjektiv. Wir kommen ins Gespräch. Er erzählt uns, dass er in diesem Park seltene Vögel fotografiert. Voller Stolz zeigt er uns auf seinem Mobilfunk seine wirklich gelungen Aufnahmen. Wir genießen die Schönheit des Parks und verschwinden, als es voll wird. Während des 2. Weltkrieges entkam Kanazawa ebenfalls den Luftangriffen und zählt heute zu den besterhaltensten Sehenswürdigkeiten Japans. Das Higashi Chaya-Viertel (das Geisha-Viertel) ist berühmt für seine Teehäuser, in denen Gäste durch Geishas unterhalten werden. Es ist das größte Unterhaltungsviertel in Kanazawa. Da wir tagsüber da sind, sehen wir keine Geisha. Viele der Teehäuser wurden in Museen, Cafés oder Läden umgewandelt. Auch das Nagamachi Viertel (ehemaliges Samurai-Viertel) ist gut erhalten. Früher lebten dort die Samurai mit ihren Familien. Zum Schluss durchstreifen wir den Omicho-Markt. Er ist Kanazawas größter Markt seit der Edo-Zeit (1603-1868) und beherbergt mehr als 200 Läden und Restaurants. Die Spezialität des Marktes sind zwar frische Meeresfrüchte, es werden aber auch Souvenirs, Messer oder Früchte verkauft. Eine lange Menschenschlange vor einem Fisch-Stand muss was zu bedeuten haben. Und richtig – fangfrische Thunfische werden filetiert und unterhaltsam verkauft. Bald wird das Wetter schlechter und wir verziehen uns für den Rest des Tages in unser Hotel.Læs mere