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- Day 5
- Monday, May 5, 2025 at 10:30 AM
- ⛅ 11 °C
- Altitude: 228 m
FranceDambach49°0’38” N 7°37’34” E
Die unsichtbaren Bunker

Streift man durch die Vogesen, so wie unsere muntere, energische Wandergruppe in den letzten Tagen, denkt man unweigerlich an die herrlichen, schier unendlichen Wälder, Schlösser, Burgen und Felsformationen dieser Region. Begibt man sich auf den Weg zu einem Pass bei einem Château, bekommt man ein Gefühl dafür, wie mühsam es in früheren, mittelalterlichen Zeiten gewesen sein muss, sich von einer Burg zur nächsten zu bewegen – ganz zu schweigen davon, mit einem anderen Burgherren im Krieg zu liegen und sich in diesem auch heute noch schwer zugänglichen Gelände offensiv oder defensiv fortzubewegen.
Zu Ursula meine ich schmunzelnd, dass man auf der Burg sitzend immerhin genug Zeit gehabt habe, um zu überlegen, wie man auf einen Besuch reagiert, der erst Stunden später oben auf dem Gipfel eintrifft.
Nachdem wir von Ursula und Beat einige der schönsten Schlösser, Wanderungen und Aussichtspunkte gezeigt bekommen haben, wenden Skye, Sonja und ich uns heute einem anderen Kapitel der Vogesen-Geschichte zu – der jüngeren, wobei „jung“ hier ziemlich genau 100 Jahre bedeutet.
In den 1920er Jahren, geprägt von den Folgen des Ersten Weltkriegs, entschied sich Frankreich, beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein, falls Deutsche oder Italiener erneut ihre Kanonen gegen die „Grande Nation“ richten sollten. So wurde ab 1928 unter der Leitung des André Maginot – damals Kriegsminister und Veteran des Ersten Weltkriegs – der Bau einer mächtigen, statischen Verteidigungslinie gegen die östlichen Nachbarn (die Schweiz ausgenommen) beschlossen. Diese sogenannte Maginot-Linie umfasste riesige Festungen, Bunkeranlagen und für die Zeit hochmoderne unterirdische Transport- und Lüftungssysteme für den Fall eines Gasangriffs.
Spannend – das wollen wir heute gemeinsam entdecken. Wir fahren nach Dambach, wo es einen schönen Entdeckungsrundweg gibt, auf dem auch Relikte der Anlage zu sehen sein sollen. Und das Beste: Auch Skye darf mit, denn es handelt sich praktisch um ein Freilichtmuseum (es gibt auch Führungen ins Innere der Bunker, auf die wir heute allerdings verzichten).
Als wir aussteigen, sehen wir zwar Silhouetten von Bunkern, aber sie prägen die Landschaft kaum – vielleicht ist das auch besser so. Ihre Dächer sind mit Gras und Moos überwachsen; die Farben und Materialien fügen sich harmonisch in die Umgebung ein. Den Inschriften und Gravuren an den Türen zufolge stammen die Bunker, die wir von außen sehen, aus dem Jahr 1931. Damit wurden sie also noch vor der Machtergreifung Hitlers und der NSDAP errichtet – was mich ehrlich überrascht.
Die Bunker wirken unscheinbar, diskret – und sind doch stumme Zeugen einer angespannten Zeit im Grenzland zwischen Deutschland und Frankreich. Mittlerweile haben sich auch zahlreiche Tiere in der Umgebung angesiedelt, was uns drei zum Staunen bringt und für schöne Fotomotive sorgt.
Das Wetter ist so sonnig, wie wir es uns nur wünschen könnten. Der Schwarzbach schlängelt sich durch die Landschaft, trägt blühende Wasserpflanzen und spiegelt das Licht – einfach wunderbar. Die etwa zweistündige Rundwanderung endet mit einer Gruppe Highland Cows (auch „Cattle“ genannt), die ebenfalls etwas von der Sonne abbekommen wollen und sich ohne Scheu von meiner Kamera einfangen lassen.
Die Maginot-Linie rückt wieder in den Hintergrund – wohlwissend, dass sie strategisch nicht gut durchdacht war. Die Ardennenoffensive Nazideutschlands im Jahr 1940 setzte sie faktisch schachmatt (ah ja, Geschichtsunterricht, 8. Klasse) und machte es für Nazideutschland überflüssig, durch die Vogesen zu marschieren. Und dennoch verdienen auch die Helden dieser Zeit Anerkennung: Einige Bunker wurden bis zur Befreiung Frankreichs 1944 durch die Alliierten tatsächlich nie eingenommen.
Besonnen, aber glücklich, mit vielen sonnigen Momenten und tierischen Begegnungen im Gepäck, machen wir uns auf den Rückweg zum Le Moulin.Read more
Traveler
Cool 👍 die folgen beide auf s Wort... Hammer... Und.... SITZ 👍🤪😀🤗🕺