• Saragossa

    May 15 in Spain ⋅ 🌬 17 °C

    Kein Sonnenschein heute Morgen, dafür aber starker Wind. Gut, dass wir uns bereits zur Weiterfahrt entschieden hatten. Es ging in - mehr als 3 Stunden - durch das sehr schöne iberische Randgebirge der Region Aragonien. Dann erreichten wir die fünftgrößte Stadt Spaniens: Saragossa.

    Die Großstadt am Fluss Ebro blickt auf mehr als 2.000 Jahre Geschichte zurück und weist bauliche Merkmale aus der römischen, maurisch-islamischen und christlich-spanischen Epoche auf. Die Catedral-basílica de Nuestra Señora del Pilar de Zaragoza ist die größte und wichtigste Barockkirche Spaniens und das Wahrzeichen Saragossas. Gleich neben der Basilika befindet sich eine weitere prächtige Kathedrale, die kurz und bündig La Seo genannt wird. Schon zu römischer Zeit befand sich an dieser Stelle ein Tempel, später dann eine Moschee und seit dem 12. Jahrhundert schließlich durchweg christliche Gotteshäuser. Zaragoza ist damit die einzige Stadt der Welt mit zwei aktiven Kathedralen.

    Einer der Höhepunkte Saragossas in den letzten Jahrzehnten war die Ausrichtung der Weltausstellung im Jahre 2008. Unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ nahmen 107 Länder an der Expo teil.

    Saragossa ist aber auch berühmt für seinen starken, kalten und oft böigen Nordwestwind namens Cierzo. Aufgrund der besonderen Topografie des Ebrotals wirkt die Region wie ein natürlicher Windkanal. Der Cierzo weht an über 120 Tagen im Jahr und erreicht oftmals Sturmstärken. Der Wind entsteht, wenn sich Hochdruckgebiete im Norden (über dem Kantabrischen Gebirge oder den Pyrenäen) und Tiefdruckgebiete im Mittelmeerraum bilden. Die Luftmassen werden dadurch in das Ebro-Tal gepresst. Wir haben diesen Wind heute auch zu spüren bekommen und mussten trotz 17 Grad mit dicken Jacken spazieren gehen.

    Gegen Abend ging es weiter nach Tudela, der zweitgrößten (aber mit 35.000 Einwohnern durchaus kleinen) Stadt der Region Navarra. Da die Temperaturen hier aktuell nachts auf ca. 5 Grad absinken, haben wir ein Hotel vorgezogen 😉. Unglaublich schwierig war es allerdings, etwas zu essen zu bekommen. Die unzähligen Bars waren entweder von Einheimischen überfüllt (Freitag Abend) oder es gab nur ein zu geringe Auswahl an „essbaren“ Tapas und die Restaurants waren alle ausgebucht. Wir landeten schließlich bei Spareribs und Pizza, nachdem sich eine sehr liebenswerte Gastwirtin unserer erbarmte.
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