Manaus
June 20 in Brazil ⋅ ☀️ 25 °C
Nach einem erholsamen Flug nach Sao Paulo meisterten wir erfolgreich den Flughafen – von der Passkontrolle über das Gepäck bis zur Zollkontrolle und dem erneuten Einchecken in einer überfüllten Halle. Anschließend ging es auf einem 4-stündigen Flug in den Nordwesten Brasiliens, nach Manaus. Dort wurden wir am Flughafen abgeholt und trafen fünf unserer sieben Mitreisenden (die beiden anderen sahen wir beim Abendessen). Unsere Gruppe besteht aus drei Frauen und sechs Männern, von denen vier eine Familiengruppe bilden: ein Mann mit seinem Bruder, seinem Schwiegersohn (unser 26-jähriges Bambini) und dem Vater des Schwiegersohns.
Nach einem kurzen Check-in im Hotel genossen wir ein leichtes Mittagessen und erkundeten die Stadt. Besonders beeindruckend war das Teatro Amazonas, ein Opernhaus aus dem Jahr 1896. Abends ließen wir uns leckeren Fisch schmecken und gingen früh ins Bett.
In Manaus haben wir sechs Stunden Zeitverschiebung zu Trier. Die Stadt liegt in der Nähe des Äquators, daher geht die Sonne um 6 Uhr auf und um 18 Uhr unter. Die Temperatur beträgt rund 32 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Exkurs Manaus:
Zwischen 1870 und 1910 erlebte Manaus einen bemerkenswerten Aufstieg, der auf den Kautschukboom zurückzuführen war. Die Region war damals der einzige Lieferant von Kautschuk weltweit. Um 1890 hatte sich Manaus zur wohl am weitesten entwickelten Stadt Brasiliens entwickelt und erhielt den Beinamen „Paris der Tropen“. Sie war die einzige brasilianische Stadt mit elektrischem Licht, Trinkwasser- und Abwassersystem. In dieser Zeit entstanden zahlreiche bedeutende Gebäude, darunter der Justizpalast (Palácio da Justiça) und das Theater (Teatro Amazonas). Auch die elektrische Straßenbahn Manaus, die erste Straßenbahn Brasiliens, wurde in dieser Zeit gebaut.
Nach dem Verlust des Weltmonopols auf Kautschuk im Jahr 1910 begann der Niedergang der Stadt. Öffentliche Gebäude verfielen aufgrund mangelnder Instandhaltung, das Stromnetz fiel aus und die Straßenbahnlinie wurde stillgelegt. Um die Wirtschaft wiederzubeleben, verabschiedete Gouverneur Plínio Coelho am 23. Oktober 1951 ein Arbeitsprogramm, das auch die Einrichtung eines Freihandelshafens vorsah. Am 6. Juni 1957 erklärte Präsident Juscelino Kubitschek Manaus zur Freihandelszone (Zona Franca). Unternehmen, die in Manaus produzieren, konnten ihre Rohmaterialien nun nahezu zollfrei einführen. Dies führte seit den 1970er Jahren zu einem Wirtschaftsboom und einem Wiederaufleben des öffentlichen Lebens in der Stadt. Heute hat Manaus 2,3 Millionen Einwohner und bietet jedem Einzelnen Arbeitsmöglichkeiten.Read more












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