Einmal vom Himmel fallen in Mossel Bay
March 9 in South Africa ⋅ ☀️ 24 °C
Was ist ein typischer Zwischenstopp um sich eine vierstündige Fahrt etwas leichter zu machen? Genau: Fallschirmspringen 😂!
Von der ruhigen Idylle unseres Farmhäuschens (beim Frühstück haben sogar in paar Enten zur Tür reingeschaut) geht’s auf ins Abenteuer.
Pit hat sich entschieden, den ersten Fallschirmsprung 2026 in Südafrika zu machen. Da trifft sich’s ja hervorragend, dass wir heut an Mossel Bay vorbeifahren.
Bei Skydive Mosselbay gibt es die Möglichkeit, Equipment auszuleihen und als Lizenzspringer mitzufliegen und zu springen, und das für eine Bruchteil von Tandemsprungkosten.
Hier läuft alles ein wenig rustikaler ab, als man es von den großen Sprungplätzen mit ihren schicken Turboprops kennt. Hier regiert die Cessna 182 – klein, gemütlich und mit Charakter. Der erste Versuch endete allerdings direkt nach dem Start: Maschine defekt, Platzrunde, Landung. Aber hey, wir haben ja alle einen Fallschirm auf dem Rücken, was soll da schon schiefgehen? „African Experience“ eben.
Beim zweiten Flieger klappt es dann. Da ich als Erster springen soll, steige ich als Letzter ein und sichere mir den Logenplatz direkt an der ausgebauten Tür. Gurte? Fehlanzeige. Stattdessen halte ich mich mit einer Hand am Pilotensitz fest, während wir uns langsam in die Höhe schrauben. Im Vergleich zu den gewohnten Maschinen dauert der Aufstieg eine gefühlte Ewigkeit, was mir jedoch Zeit gibt, den phänomenalen Ausblick auf das tiefblaue Meer und die Berge zu genießen.
Oben in 3000m angekommen (in der Heimat gehts auf 4000m), wird es kurz hektisch. Erst kurz den Flugplatz spotten, dann gehts los. Die Theorie aus dem Briefing – entspannt an die Tragfläche hängen und irgendwann loslassen – kollidierte hart mit der Realität. Sobald ich einen Fuß auf das Leitwerk setze und nach der Strebe der Tragfläche greife, peitscht mir der Propellerwind so massiv um die Ohren, dass an „Festhalten“ kaum zu denken ist. Ein kurzer Moment des Widerstands gegen die Naturgewalten, dann heisst es: Abflug.
Nach einem kurzen Moment der Orientierung folgen 40 Sekunden purer Freifall-Genuss mit bester Aussicht. Bei 1200 Metern ziehe ich den Hilfsschirm, der brav den Hauptschirm aus dem Rigg befördert. Ein kurzer Ruck und der Schirm steht sauber über mir. Zeit für die übliche Checkliste: Höhencheck, Orientierung, Steuer- und Bremsprobe, alles im grünen Bereich.
Die Landung erforderte dann wieder volle Konzentration. Der Wind ist deutlich aufgefrischt. Um den Flugverkehr nicht zu stören, baue ich die Höhe nordöstlich des Platzes ab und fädelte mich präzise in die Landeeinteilung ein: Gegenanflug bei 300 Metern, Queranflug bei 200 und schließlich der Endanflug bei 100 Metern. Punktladung und glücklich dass der erste Sprung 2026 so gut geklappt hat. Es war der 48te Sprung seit dem ersten Sprung letztes Jahr. Jetzt kann die Saison starten.Read more






Das hatte ich noch nicht gelesen. Schön, diese Abenteuer! [Gilles]