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  • Day13

    Loro Park, Teneriffa

    November 24, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    Im Februar 2006 wurde das Orca Ocean, ein Stadion für vier Orcas (Schwertwale), eingeweiht. Die Tiere stammen aus der Zucht des Meeres-Themenparks SeaWorld in San Diego in Kalifornien und heißen Keto, Tekoa, Kohana und Skyla. Im April 2006 wurde das Orca-Stadion vorübergehend geschlossen, da die Orcas die qualitativ ungenügende Innenbeschichtung des Beckens beschädigt hatten. Es wurde am 3. Juni 2006 nach Reparaturarbeiten erneut eröffnet.

    Am 6. Oktober 2007 wurde die Trainerin Claudia Vollhardt von Tekoa attackiert.Nach dieser Attacke wurde mit Tekoa nicht mehr vom Wasser aus gearbeitet. Seit Frühling 2009 wird auch mit Skyla nicht mehr vom Wasser aus gearbeitet, weil sie den Trainer Rafa Sanchez während einer Show mit der Schnauze gegen die Wand drückte.

    Am Vormittag des 24. Dezember 2009 wurde der Orca-Trainer Alexis Martinez bei einer Trainingseinheit von einem der vier Tiere (Keto) getötet. Nachdem er zweieinhalb Minuten auf Grund des 12 Meter tiefen Pools verbracht hatte, konnte man Martinez nicht mehr reanimieren. Er wurde in das BelleVue Medical Center in Puerto de la Cruz gebracht und für tot erklärt. Die Autopsie ergab, dass Martinez schwere innere Verletzungen sowie Bisswunden erlitten hatte. Der tödliche Unfall des Orca-Trainers Alexis Martinez wird in dem im Januar 2013 veröffentlichten Dokumentarfilm Blackfish kritisch betrachtet, unter anderem kommen Angehörige des verunglückten Trainers und ehemalige SeaWorld-Waltrainer zu Wort.

    Am 12. Oktober 2010 brachte Kohana ihr erstes Kalb Adán zur Welt, der Vater ist Keto. Bei der Aufzucht wird die achtjährige, unerfahrene Kohana von den Trainern unterstützt. 2012 kam das zweite Jungtier von Kohana und Keto zur Welt. Das Weibchen wurde Vicky getauft und ebenfalls von den Trainern aufgezogen, da die Mutter auch dieses Kalb nicht annahm. Es verstarb allerdings am 16. Juni 2013 unerwartet.

    Die Tiere werden rund um die Uhr von ihren Trainern überwacht und beschäftigt. Die Größe der Becken wird vom Management als ausreichend bezeichnet. Tierrechtsaktivisten bemängeln allerdings, dass künstliche Becken generell zu eng seien für eine artgerechte Haltung.

    Morgan

    Im Juni 2010 wurde ein junges, wildes Orca-Weibchen im Flachwasser nahe der niederländischen Küste völlig entkräftet, halbverhungert und alleine aufgefunden. Es wurde Morgan getauft und in das Dolfinarium Harderwijk gebracht, um aufgepäppelt zu werden. Im Umkreis von mehr als 100 km um die Fundstelle konnte keine Orca-Gruppe ausfindig gemacht werden. Es wurden keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme diagnostiziert. Das auf anderthalb Jahre geschätzte Jungtier war nicht imstande sich zu ernähren. Junge Orcas sind sehr lange auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen, bis sie sich unabhängig ernähren können. Die Familie von Morgan konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden. Da ein Jungwal ohne seine Familie in der Wildnis nicht überleben kann, ist nach Auffassung sowohl der beteiligen Experten als auch des niederländischen Gerichts, welches letztlich über Morgan zu entscheiden hatte, eine Auswilderung nicht möglich und würde den raschen Tod des Tieres bedeuten. Da das niederländische Delfinarium weder über ein angemessenes Becken noch über Artgenossen verfügt, wurde Morgan in den Loro Parque transportiert.

    Der Kanadier John Ford, einer der sieben Experten, die 2010 einstimmig zu Morgans Verbleib in menschlicher Obhut rieten, schrieb im Jahr 2011, dass inzwischen eine Gruppe von Walen gefunden wurde, die sich im Sommer küstennah aufhält (eine Voraussetzung zur Auswilderung) und die möglicherweise mit Morgan verwandt ist. Unter diesen neuen Voraussetzungen hält er nach Abklärung der Familienverhältnisse von Morgan den Versuch der Auswilderung für möglicherweise machbar und aus Sicht der Forschung für wünschenswert, da man so neue Erkenntnisse sammeln könne.

    Die Free Morgan Foundation, auf deren Website sich Morgans Geschichte aus deren Sicht nachlesen lässt, sammelt Spenden und kämpft dafür, Morgan wieder auszuwildern. Sie begründen das damit, dass Morgan von den anderen Orcas im Loro Parque nicht akzeptiert würde. Außerdem würden bei Morgan seit dem Aufenthalt im Loro Parque gravierende gesundheitliche Verschlechterungen beobachtet. Morgan konnte in den ersten beiden Jahren ihrer Gefangenschaft ihr Gewicht mehr als verdreifachen.

    Im Gegensatz dazu wurde von zwei Studien sowohl die starke Schwerhörigkeit des Tieres als auch die erfolgreiche Integration des Tieres in die im Loro Parque lebende Gruppe bestätigt, sodass hier ein Dissens zwischen Tierrechtsaktivisten und Wissenschaftlern besteht.

    Die Schwerhörigkeit wurde sowohl durch Verhaltensbeobachtung als auch mit einem eigens hierfür entwickelten Test, ähnlich dem BERA-Test beim Menschen, überprüft.Dabei wurden die Messungen im direkten Vergleich zwischen Morgan und den anderen im Loro Parque befindlichen Tieren durchgeführt, um eventuelle Messfehler aufgrund der Besonderheiten der Großwale (sehr dicke Flubber-Schicht etc.) auszuschließen.

    Morgan ist älter als zunächst aufgrund ihrer geringen Größe und ihres geringen Gewichts angenommen.
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