• Keinen Tropfen

    24. juni, Bulgarien ⋅ ☁️ 28 °C

    Der heutige Tag begann fast schon hektisch. Direkt nach dem Weckruf von Uhr und Handy checkten wir als Erstes das Wetter – und es folgte sogleich die Lagebesprechung: Gemeldet waren sehr starke Gewitter, Starkregen und teilweise sogar Sturm. Also nichts, was zum Motorradfahren einlädt. Doch im Regenradar zeigte sich auch eine Lücke, die zwischen zwei Fronten womöglich eine trockene Passage ermöglichen würde.
    Damit stand eine Entscheidung an: entweder gleich losfahren und auf das Frühstück verzichten – oder einen weiteren Tag in der abgelegenen Unterkunft verbringen und auf besseres Wetter hoffen.

    Wir entschieden uns für die erste Variante, allerdings mit einer Einschränkung: Statt den kürzesten Weg zu nehmen, wollten wir uns von Stadt zu Stadt hangeln, um nicht im Nirgendwo zu stranden, falls uns das Unwetter doch erwischen sollte. Und es wurde tatsächlich ein abenteuerlicher Ritt. Rechts der Straße tiefhängende dunkle Wolken, genauso links und hinter uns – aber vor uns genau die eine Lücke, die das Regenradar vorausgesagt hatte. Zwischenzeitlich zogen wir sogar das Regenzeug an, weil das schlechte Wetter immer näher kroch.

    Schließlich erreichten wir „trockenen Fußes" Brestnik in Bulgarien – über den Grenzübergang bei Petritsch, dann hinauf durch die Berge entlang Goze Deltschew und vorbei an Pasardschik bis hinunter in den Raum Plowdiw. Dort hatte Dimi bereits eine Werkstatt auserkoren, die den anstehenden Ölwechsel durchführen konnte. Im Anschluss machten wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft – und der dritte Versuch war schließlich der erfolgreiche: außerhalb des Lärms der Stadt gelegen, ein richtiges Kleinod mit superschönem Ausblick. Der perfekte Lohn für einen Tag, an dem wir dem Wetter erfolgreich ein Schnippchen geschlagen hatten.
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