• Schneeschauer am Bosporus

    January 1 in Turkey ⋅ ⛅ 1 °C

    Der Tag beginnt mit strahlender Sonne. Heute ist ein Tag zur freien Verfügung. Wir haben gestern eine 3stündige Bootstour auf dem Bosporus für 3,50€ pro Person gebucht.
    Nun versuchen wir uns durch das Neujahrs-Verkehrschaos zum Anleger durchzuschlagen, was sich als Abenteuer entpuppt.
    Am Neujahrstag sind große Demonstrationen für Palästina angekündigt, weshalb viele Straßen gesperrt sind. Wir versuchen ein Uber zu bekommen, aber das klappt leider nicht. Auch die Straßenbahnen fahren teilweise nicht. Da man nicht herausbekommt, welche Linie wie fährt, versuchen wir es erstmal, stranden aber nach wenigen Stationen, da die weitere Strecke gesperrt ist. Wir sind noch 30min Fußweg vom Fähranleger entfernt und haben noch 40 min. Zeit.
    Dies ist allerdings für Oma nicht zu schaffen, die schlecht zu Fuß ist und Rückenschmerzen hat.
    Ganz in der Nähe sind Taxis. Da wir zu fünft nicht reinpassen, gehen Stefan und Jannis zu Fuß und wir drei Frauen steigen ins Taxi. Es beginnt eine abenteuerliche Fahrt durch die völlig verstopften Straßen der Altstadt. Der Taxifahrer versucht, sich durch die engen Gassen zu schlängeln, überall stoßen wir auf Staus und gesperrte Straßen. Er diskutiert durchs Fenster mit einem Polizisten, der ihn aber nicht durchlässt, hupt andere Autofahrer beiseite. Als wir schon nicht mehr glauben, dass es zeitlich noch zu schaffen ist, weil wir einen großen Umweg fahren müssen, schafft er es bis auf eine Toll Road, die er normalerweise nicht genommen hätte. In rasender Fahrt bringt er uns tatsächlich pünktlich zum Fähranleger. Durch die Toll Road war die Fahrt zwar recht teuer (wahrscheinlich hat er uns auch noch ein bisschen abgezockt), dafür sind wir pünktlich beim Boot und er hat sich auch noch sehr nett und in gutem Englisch mit uns unterhalten. Die Fahrt werden wir in bleibender Erinnerung behalten…
    Erleichtert steigen wir auf den alten, angerosteten Kahn für die Fahrt über den Bosporus. Noch scheint die Sonne…
    Als es losgeht, kommen schon die ersten feinen Schneeflocken, die sich rasch zu einem ausgewachsenen Schneeschauer vermehren. Am Anfang der Fahrt sehen wir noch etwas vom Wasser und von der europäischen Istanbul-Seite. Nach kurzer Zeit jedoch ist der Schneeschauer schon so stark, dass wir draußen nur noch eine weiße Wand haben und auch die großen Brücken über uns gerade mal als Schatten erahnen können. Das, was uns unterwegs erzählt wird, können wir teils nur noch erahnen. Nach etwas mehr als 1 Stunde machen wir einen kurzen Stop auf der asiatischen Seite. Der Stop ist allerdings zunächst sehr abrupt, da das Schiff (vielleicht aufgrund der schlechten Sicht) mit ziemlichen Karacho gegen den Steg donnert. Zum Glück haben wir noch gesessen…
    Dort liegen inzwischen mehrere Zentimeter Schnee und es schneit weiter, die Straßen sind rutschig. Oma bleibt auf dem Boot, wir gehen ein paar Schritte und schaffen es zumindest, eine Kleinigkeit zu Essen beim Bäcker mitzunehmen. Als wir letztlich wieder am Fähranleger der Altstadt ankommen, strahlt die Sonne vom Himmel über der europäischen Istanbul-Seite. Hier liegt auch kein Schnee.
    Verrückt, wie schnell das Wetter umschlagen kann und wie unterschiedlich es über die kurze Entfernung ist. Von der Bootsfahrt hatten wir also letztlich nicht so viel, da wir nahezu nichts gesehen haben, dafür hat sie allerdings auch kaum etwas gekostet…
    Auch auf dem Rückweg müssen wir feststellen, dass die Straßenbahn, die zu unserem Hotel fahren würde, nicht fährt. Und wieder nehmen wir Frauen ein Taxi, die Männer laufen zu Fuß. Diesmal ist das Taxi allerdings wesentlich schneller vor Ort, da sich der Verkehr jetzt entspannt hat.
    Von der übrigen Reisegruppe, die heute ebenfalls eine organisierte Bootstour machen wollte (extra gebucht und bezahlt), hören wir, dass diese wegen Schlechtwetter ausgefallen ist und man nur in einem Café gesessen habe … 😜
    Zum Abendessen gab es im Nachbarhotel türkische Speisen, die uns teils an Kuhfladen erinnert und bei unseren Kids Lachflashs ausgelöst haben (das Auberginenpüree war eine geschmacklose klebrige Masse). Letztlich hat sich die Familie noch einen Dönerwrap am Stand nebenan geholt….
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