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  • Day2

    Casablanca

    March 12 in Morocco ⋅ ⛅ 14 °C

    Mein Tag beginnt heute schon um 5 Uhr morgens mit dem typischen Klang islamisch geprägter Länder.... dem Gesang der Muezzin. Es ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig dieser Gesang, man bekommt das Gefühl ganz weit weg von Daheim zu sein, obwohl es nur ein paar Flugstunden sind. Unglaublich wie freundlich und hilfsbereit die Menschen hier sind.
    Natürlich weiß ich, daß sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen bzw aufbessern, und doch finde ich es sehr angenehm und nicht immer selbstverständlich. Ich bin gerne bereit gutes Trinkgeld zu geben, wenn man nett behandelt wird und sich wohl fühlt. Mein Frühstück kommt gleich nachdem ich mich hingesetzt habe. Nach Brot und Kaffee folgen im Minutentakt Omelett, Pfannkuchen, Croissant, frisch gepresster Saft und zum Abschluss noch ein klassischer Minztee. Um nicht unhöflich zu erscheinen probiere ich alles, auch wenn es definitiv zu viel für mich ist. Gesättigt mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof, von dem man Casablanca mit dem Zug in etwas mehr als einer Stunde erreicht. Nach einem kurzen Zwischenstop in meiner Unterkunft für die nächste zwei Nächte, mache ich mich auf den Weg in die nahegelegene Altstadt (Medina). Die ursprüngliche Medina im inneren Kern ist noch sehr authentisch, echt, einfach, dreckig und auch teilweise herunter gekommen. Nicht so der äußere Ring für die Touristen, in dem sich all die hübschen und bunten Souvenirläden befinden. Wohin das Auge auch blickt, gemusterte Schals in allen Farben, Schmuck für jeden Geldbeutel, unzählige Klamotten die den Originalen verblüffend ähnlich sind und all die unterschiedlichen fantastisch duftenden Gewürze. Ich folge einem jungen Pärchen auf dem Weg hinein in die Medina. Sie versprüht den Charme der Arbeiter, die hart für jeden Cent arbeiten müssen. Jedes Handwerk hat hier seine eigene Gasse. Lautstark wird hier mit den Passanten und Kunden verhandelt. Es klingt phasenweise verärgert und wütend, doch das ist eher der Sprache als der Stimmung zuzuschreiben. Lebende Hühner eingepfercht in engen Drahtkäfigen werden hier neben bereits ausgenommenen Tieren zum Verkauf angeboten. Frisch gefangene Fische liegen auf gebrauchten Planen in der Mittagssonne. Es ist immer wieder faszinierend und skurril zugleich für mich durch die alten Souks zu schlendern. Nach einer Weile ist das Pärchen auf mich aufmerksam geworden, und ich biege an der nächsten Abzweigung in eine andere Gasse und verlasse die Medina. Zurück im modernen Teil der Stadt spaziere ich vorbei am Place des Nations-Unies, über den Place Mohammed mit seinen französischen Kolonialbauten, bis hin zur Sacred Heart Cathedral, die ich wegen Renovierungsarbeiten leider nicht von innen besichtigen kann. Der Straße nach rechts folgend erreiche ich wenig später die einzigartige Mosquee Hassan II direkt am Atlantik gelegen. Von hier schlendere ich die Strandpromenade 'Boulevard de Le Corniche' am Wasser entlang.
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