• Tag 75 - Keelung - Taiwan

    January 23 in Taiwan ⋅ 🌧 13 °C

    Heute sind wir gut schon früh am Morgen in Taiwan angekommen, genauer gesagt in Keelung. Der Blick aus dem Fenster zeigte nichts Gutes - es regnete in Strömen. Nach dem Frühstück ging es für uns in Gruppe B um 7:30 Uhr zur Pass- und Sicherheitskontrolle. Nach kurzem Warten ging es direkt zu unserem Bus. Der war schnell gefüllt und so ging es schon kurz nach acht Uhr los in Richtung Taipeh unserem heutigen Ziel. Der Regen hörte unterwegs nicht auf, aber je näher wir der Stadt kamen, desto heller wurde der Himmel – und schließlich klarte es langsam auf.
    Unser erstes Ziel war der Hop-on-Hop-off-Bus, doch wir mussten etwa eine Stunde warten. Diese Zeit nutzten wir, um ein wenig durch die Straßen zu schlendern und die Atmosphäre der Stadt zu spüren, denn die meisten Geschäfte öffnen erst um 11 Uhr und da war es noch ziemlich leer auf den Strassen. Kurz vor zehn startete dann unsere Fahrt durch Taipeh, vorbei an vielen beeindruckenden Gebäuden. Die Sonne kam langsam immer mehr heraus, und die Stadt zeigte sich von ihrer schönen Seite.
    Taipeh ist zwar eine vergleichsweise junge Stadt, hat sich aber unglaublich schnell entwickelt. Während der japanischen Kolonialzeit ab 1895 entstanden viele Verwaltungsgebäude und Tempel, die noch heute das Stadtbild prägen. Seit 1949 ist Taipeh Regierungssitz der Republik China (Taiwan). Taiwan betrachtet sich seitdem als unabhängig, auch wenn das international umstritten ist. Die Stadt hat sich zu einem pulsierenden wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Zentrum Ostasiens entwickelt – und genau diese Mischung aus Geschichte, Moderne und lebendigem Großstadtflair spürt man an jeder Ecke.
    Nach einem Stopp an der Main Station hatten wir wieder etwas Zeit, um eine andere Ecke der Stadt zu erkunden. Danach ging es weiter Richtung Taipei 101. Auf dem Weg dorthin kaufte ich Tickets über GetYourGuide. Rund um das Gelände waren überall Kamerateams und Absperrungen – morgen wird hier Alex Honnold ohne Seil und Sicherung im Free-Solo-Stil den höchsten Wolkenkratzer Asiens erklimmen. Die Übertragung startet um 9 Uhr live auf Netflix, und es soll ein echtes Spektakel werden. Unglaublich er klettert einfach an diesem Gebäude hoch.
    Wir fuhren mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform des Taipei 101. Der Taipei 101 ist 508 Meter hoch inklusive Spitze und galt lange Zeit als das höchste Gebäude der Welt.
    Es hat eine Höhe bis zum Dach von 449,2 Meter - 101 oberirdische Stockwerke - daher auch der Name und 5 unterirdisch. Oben angekommen, hat Andreas unfassbar leckeren Baumkuchen gegessen und ich einen Tee getrunken und warteten, bis die Wolken sich etwas verzogen hatten. Anfangs war die Aussicht noch etwas von hohen Wolken verdeckt, aber dann klarte es auf – und wir hatten einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Von hier oben wirkte Taipeh unglaublich lebendig, dicht bebaut - es erinnerte mich stark an Bangkok. Wir genossen diese Aussicht, es war wirklich sehr schön.
    Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch die Geschäfte, ein Starbucks-Kaffee durfte natürlich nicht fehlen. Danach ging es mit dem Bus zurück auf unser Schiff. Und hier angekommen, hatten wir auch wieder Regen. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter – viele andere Gruppen, die andere Ausflüge gemacht haben, hatten den ganzen Tag über Regen und kamen durchnässt am Schiff an. Zum Abschluss stand noch eine Stunde auf dem Laufband auf dem Programm, danach haben wir ein bisschen in der Wellnessoase entspannt und den Tag Revue passieren lassen.
    Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, zu wissen, dass unsere Reise genau in zwei Monaten, am 23. März, enden wird. Heute, am 23. Januar, fühlt es sich so an, als hätten wir noch unendlich viel Zeit vor uns – und doch wird jeder Tag kostbar sein. Solche Momente, in denen man staunend auf eine Stadt blickt, die man noch nicht kennt, erinnern einen daran, wie schnell Zeit vergeht und wie wichtig es ist, jeden Augenblick bewusst zu genießen.
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