• Tag 102 - Mahé - Seychellen

    February 19 on the Seychelles ⋅ 🌧 27 °C

    Heute Morgen sind wir in Mahé angekommen – der größten Insel der Seychellen. Ein kurzer Blick auf den Balkonund schon war klar: Regenzeit. Und zwar nicht dieser romantische Nieselregen, sondern tropischer Starkregen, der in Strömen vom Himmel fiel. 🌧️
    Gut ausgerüstet sind wir nach dem Frühstück von Bord gegangen. Unten bei den Bussen dann die Nachricht: Unser geplanter Ausflug – eine dreistündige Wanderung entlang der Steilküste, mitten durch die Natur – wurde abgesagt. Zu gefährlich, zu nass, zu rutschig. Natürlich schade. Aber manchmal entscheidet eben nicht der Plan, sondern das Leben.
    In unserer WhatsApp-Gruppe wurde sofort wieder gemeckert. Manche liegen im Resort und beschweren sich über den Regen, als hätte jemand persönlich das Wetter falsch eingestellt. Dabei kann wirklich niemand etwas dafür. Unser Admin Thomas hat wieder versucht, alle daran zu erinnern: Es liegt an uns, was wir aus der Reise machen. Und er hat recht.
    Wir haben uns entschieden erst mal in die Wellnessoase zu gehen – eine wunderbare Wahl. Dort hat unser Kapitän ein junges Paar symbolisch getraut. Eigentlich war die Zeremonie draußen auf Deck 14 geplant, doch sie wurde kurzerhand nach innen verlegt. Es war auch hier wunderschön. Sehr romantisch, ganz intim. Ein sympathisches, strahlendes Paar – und irgendwie passte diese wetterbedingte Planänderung perfekt zu diesem Tag. Manchmal soll es eben genau so sein.
    Mein Kreislauf wollte heute nicht ganz mitspielen, also habe ich mir bewusst einen ruhigen Tag erlaubt. Kein Druck, kein „Man-muss-doch“. Einfach sein. Mittags ein frischer Salat, später ist Andreas allein losgezogen nach Victoria, der kleinen Hauptstadt auf Mahé.
    Victoria ist eine der kleinsten Hauptstädte der Welt. Geprägt von der Kolonialgeschichte – erst französisch, später britisch – sieht man bis heute Einflüsse beider Epochen. Der kleine Uhrturm im Zentrum erinnert an die britische Zeit, während französische Ortsnamen und kreolische Kultur das Stadtbild mitbestimmen. Die Seychellen waren lange strategisch interessant im Indischen Ozean, bevor sie 1976 ihre Unabhängigkeit erlangten. Heute ist alles überschaubar, bunt, tropisch, trotz Regen – kleine Strassen, kleine Läden, viel Gelassenheit. Andreas ist zwei Stunden durch die Straßen geschlendert und kam zufrieden zurück. Es hat ihm gut gefallen.
    Am Abend haben wir den Tag ganz entspannt ausklingen lassen – gutes Essen, ein Dominospiel, ruhige Gespräche.
    Kein perfekter Postkarten-Tag. Aber ein echter.
    Und genau das macht diese Reise so besonders.
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