Tag 106 - Seetag
23 febbraio, Indischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C
Ein weiterer Tag auf See. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. In genau vier Wochen werden wir wieder in den Hafen von Hamburg einlaufen – zurück von der Reise unseres Lebens. So viele Länder, so viele Häfen, so viele Eindrücke, die kaum in Worte zu fassen sind. Und doch liegen noch vier wunderbare Wochen vor uns: Südafrika, Namibia, Kapverden, Madeira und so vieles mehr. Wir empfinden tiefe Dankbarkeit, das alles erleben zu dürfen.
Heute ist auch ein sehr emotionaler Tag. Meine Mama wäre 100 Jahre alt geworden. Seit 16 Jahren ist sie nun nicht mehr bei uns. Und doch begleitet sie mich – genauso wie mein Papa – jeden einzelnen Tag in Gedanken. Gerade an solchen Tagen spüre ich besonders, wie sehr sie mich geprägt haben. Ich bin unendlich dankbar, so wunderbare Eltern gehabt zu haben. Diese Dankbarkeit trägt mich.
Der Tag begann sportlich. Während draußen noch ein starkes Gewitter über das Schiff zog und Regen auf das Pooldeck prasselte, startete ich mit meinem Training. Später traf ich Andreas beim Frühstück. Er nahm an der Duo Challenge teil – ein Teamduell mit anspruchsvollen sportlichen Aufgaben. Kurz stand wegen des Wetters alles auf der Kippe, doch viele fleißige Helfer trockneten das Deck, die Sonne kam hervor und schließlich konnte der Wettbewerb stattfinden. Andreas erreichte mit seiner Partnerin Regina einen stolzen 7. Platz. Wie schön, ihn so engagiert und voller Energie zu sehen.
Nachdem er an der Reihe war, zog ich mich in die Kabine zurück und arbeitete weiter an meinem Artikel über Epigenetik. Ein anspruchsvolles Thema, das mich forderte – aber am späten Nachmittag war der Text endlich fertig. Dieses Gefühl, etwas vollendet zu haben, ist immer wieder erfüllend.
Andreas ging später noch einmal zum Spinning, wir trafen uns danach in der Wellnessoase. Ein ruhiger Moment, den wir am Abend lieben, während schon ein grosser Teil der Passiere die Restaurants stürme. Nach dem Abendessen spielten wir wieder Domino – jenes Spiel, das wir in Kuala Lumpur gekauft haben. Es sind oft diese kleinen Rituale, die einer Reise Tiefe geben.
Eigentlich wollten wir dann noch einen Tatort ansehen, doch die Müdigkeit siegte. So endete dieser Tag früh – erfüllt von Bewegung, Arbeit, gemeinsamen Momenten und leisen Erinnerungen.
Ein Tag zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen Wehmut und großer Dankbarkeit.Leggi altro










