• Tag 105 - Le Port - La Réunion - FR

    22 febbraio, Indischer Ozean ⋅ 🌙 27 °C

    Heute sind wir in Le Port auf La Réunion angekommen. Schon beim Anblick der Insel spürt man ihre besondere Mischung aus Kulturen – afrikanisch, indisch, chinesisch und französisch, alles auf engem Raum vereint. Geschichtlich interessant: Die Insel war ursprünglich unbewohnt, wurde im 17. Jahrhundert von Frankreich kolonisiert und gehört heute als Übersee-Département dazu.
    Das Wetter war ein Traum: strahlender Sonnenschein und 29 Grad – ein echter Glückstag, wenn man bedenkt, dass La Réunion sonst als die regenreichste Insel der Welt gilt. Die Rekorde sind fast unglaublich: 1.825 mm Regen in 24 Stunden (Foc-Foc, 1966) und sogar 3.930 mm in 72 Stunden (2007). Die Berge zwingen feuchte Zyklonluft zum Aufsteigen, und das führt zu diesen extremen Niederschlagsmengen.
    Nach dem Frühstück stiegen wir von Bord, bereit, die Insel zu erkunden. Ein Taxi hätte uns stolze 400 Euro gekostet – da haben wir schnell umgedacht und sind einfach mal nach rechts gelaufen. Der Weg endete bald im Industriegebiet, also kehrten wir um. Zurück am Hafen trafen wir Thomas und Anja. Sie fragten neugierig, was wir rechts entdeckt hätten. Wir überlegten kurz und entschieden dann, gemeinsam den linken Weg zu nehmen – und das war eine großartige Idee.
    Der Spaziergang war wunderschön. Wir liefen leicht bergauf in den nächsten Ort, unterhielten uns gut und genossen die sauberen Straßen und das typisch französische Flair. Da Sonntag war, hatten die meisten Geschäfte geschlossen, aber eine Bäckerei, ein Barbecue-Stand und ein kleiner Laden waren offen. Am Ende waren es etwa 7 Kilometer, die sich wie im Flug anfühlten.
    Zurück auf dem Schiff entspannte sich Andreas mit Olympia, während ich ein kurzes Mittagsschläfchen machte und dann an meinem Artikel über „Epigenetik in der Kosmetik – was die Wissenschaft sagt“ arbeitete. Ein komplexes, aber unglaublich spannendes Thema. Danach verschwand Andreas in die Wellness-Oase, ich blieb konzentriert bei meiner Arbeit.
    Der Abend klang ruhig aus: ein kurzes Abendessen, ein bisschen Plaudern und dann gemütlich in die Kabine zurück. Jetzt liegen drei Seetage vor uns, auf dem Weg nach Südafrika – Zeit zum Lesen, Schreiben, arbeiten und einfach ein bisschen Meeresrauschen genießen.
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