• Außen hui, innen pfui!

    Oct 10–16 in India ☀️ 34 °C

    Wieder steht ein Reisetag an. Morgens um halb sechs brechen wir mit dem Zug von Jodhpur nach Jaipur auf. Die Fahrt ist angenehm: Der Zug ist pünktlich, macht einen guten Eindruck und es gibt reichlich zu essen.
    Bei unserer Ankunft im neuen Hotel bekommt der Tag einen Dämpfer. Das Hotel, das wir nur von Bildern kannten, stammt aus den Achtzigern und ist ziemlich heruntergekommen. Überall wirkt es schmuddelig und schmierig. In unserem großen Zimmer riecht das Badezimmer nach Fäkalien, draußen liegt ein unangenehmer Geruch nach faulen Eiern in der Luft.
    Unser erstes Ziel in Jaipur ist der Palast der Winde. Dafür probieren wir die U-Bahn. Wir fahren nur ein paar Stationen, aber der Versuch lohnt sich: Die Metro ist blitzsauber, ordentlich und pünktlich. Obwohl der Palast der Winde direkt neben der U-Bahn-Station liegt, müssen wir ihn erst einmal finden. So leicht ist er gar nicht zu entdecken. Also schlendern wir zunächst durch die Gassen und stärken uns mit einem Chai. Schließlich geraten wir in eine ganz freiwillige „Fotofalle“! Wir beschließen, uns vor dem Foto des Palastes in traditioneller Tracht ablichten zu lassen. Blöder geht nicht, aber es entstehen kitschigste Erinnerungsfotos. Danach schauen wir uns den Palast an. Das beeindruckende Bauwerk wurde 1799 im Auftrag eines Maharadschas errichtet und war Teil des Stadtpalastkomplexes. Es diente vor allem den Hofdamen dazu, durch die vielen kleinen Fenster das Treiben auf den Straßen zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Bei diesem Gebäude passt unser Eindruck vom Hotel fast genauso gut: Außen hui, innen pfui! Die rosafarbene Fassade mit ihren unzähligen Fenstern und kunstvollen Verzierungen ist einfach grandios. Innen dagegen bröckelt es an vielen Stellen, und alles wirkt vernachlässigt und ein wenig schmuddelig.
    Zurück im Hotel gilt es, sich gegen die zugige Klimaanlage zu schützen. Ines versuchts mit Decke, Kappe und indischem Fernsehen.
    Mal sehen, was uns morgen erwartet - außer einem Hotelwechsel, denn wir haben beschlossen, hier bleiben wir auf keinen Fall noch weitere Tage!
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