• Am Atlantik

    5 de mayo, Francia ⋅ 🌬 10 °C

    Eigentlich wollten wir noch etwas länger im Landesinneren fahren, bevor wir an die Küste stoßen. Doch ein Freund aus Reiners Studientagen in Bordeaux war gerade in Bayonne. Also bogen wir scharf links ab und trafen Stéphane.
    Die Atlantikküste von Bayonne bis Soulac-sur-mer ist eine einzige 280 km lange Düne. Gesäumt von riesigen Campingplätzen. Wir kürzten das mit dem Zug etwas ab, fanden Soulac aber doch sehr nett. Der Ort ist eine Ansammlung hunderter kleiner bis sehr kleiner Backsteinvillen aus der Belle Epoche. Wir fanden ein günstiges Zimmer in der örtlichen Brasserie La Dame de Coeur, wo es nicht nur eine große Auswahl guter Biere gab, sondern auch die Übertragung des Rugby-Championscup-Halbfinales, in dem Bordeaux den Favoriten Toulouse haushoch schlug. Der Wirt, selbst ein Rugby-Schrank, kam mit dem Zapfen garnicht mehr nach.
    Was ich bisher nicht wusste ist wie aktiv die Dünen wandern und wie stark die Küste erodiert. Etwas südlich von Soulac musste vor Kurzem bereits ein ganzer Wohnblock abgerissen werden und das Meer wandert unaufhaltsam weiter. Auch die Dünen sind ein Problem. Jahrhundertelang buddelten die Menschen gegen den Sand an. Die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-fin-des-Terres war irgendwann mal ganz im Sand verschwunden. Nur noch die Kirchturmspitze schaute oben raus. 200 Jahre später war die Düne weiter gewandert und voilá, jetzt ist die schöne Kirche ist wieder da.
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