Der Tag beginnt ruhig, warm und mit 24 Grad schon fast verdächtig freundlich. Um 06:49 Uhr liegt der Pazifik wellig vor uns, als hätte er beschlossen, heute keinen Unsinn zu machen. Noch 4.283 Seemeilen trennen uns von Busan – eine Zahl, die beeindruckt, aber niemanden aus der Ruhe bringt. Wir haben Zeit. Und Meer.
In der Nacht dürfen wir sogar eine Stunde zurückdrehen. Von 03:00 auf 02:00 Uhr – ein kleines Geschenk, das wir dankbar annehmen. Mehr Schlaf an Bord zählt eindeutig zu den besseren Formen von Luxus.
Willkommen in der Zeitzone von Suva, UTC +12 – klingt exotisch und fühlt sich ein bisschen nach „wir sind wirklich weit weg“ an.
Der Bordalltag läuft währenddessen auf Hochtouren. Überall Programme, Einladungen, Workshops, Vorträge, Musik, Tanz und Stempel, Stempel, Stempel.
Japan rückt näher, sogar die Yen liegen schon bereit an der Rezeption. Man könnte meinen, das Schiff möchte sicherstellen, dass wirklich niemand auch nur eine Minute Langeweile bekommt.
Wir lassen uns davon treiben, picken hier und da etwas heraus und lassen den Rest einfach vorbeiziehen – wie Wolken am Horizont.
Zwischen Weinwissen, Literatur, Heinz-Erhardt-Humor und Tanzmusik bleibt genug Raum für das Wesentliche: über Deck schlendern, aufs Wasser schauen, Gedanken sortieren. Der Pazifik macht dabei einen ziemlich guten Job als Zuhörer.
Abends wird es lebendiger, Musik liegt in der Luft, irgendwo wird getanzt, gelacht und diskutiert, ob man nun noch einen Programmpunkt schafft oder lieber den Tag leise ausklingen lässt.
Ein klassischer Seetag also. Kein Hafen, kein Land in Sicht – und genau das macht ihn so wertvoll. Wir schippern weiter Richtung Osten und der leisen Vorfreude auf das, was vor uns liegt.