Rangiroa - das Atoll🪸🩵
19.–24. okt. 2024, Fransk Polynesien ⋅ 🌬 28 °C
🏝️ Rangiroa gehört ebenfalls zu Französisch-Polynesien und ist keine Insel, sondern ein Atoll. Ein Blick auf die Landkarte erklärt dies am einfachsten. Ein Atoll ist ein ringförmiges Riff, welches eine Lagune umschließt. Die einzelnen Riffinseln (also Bruchstücke des ringförmigen Riffs) nennt man Motu. Das Hauptmotu, auf welchem auch der Flughafen liegt, ist Avatoru. Ich habe jedoch eine günstige und wunderschöne Unterkunft auf einem der Nebenmotus gefunden, namens Tiputa.
🤿 Rangiroa (die „Insel“) ist berühmt für den turbolenten „Tiputapass“. Das ist der Durchgang zwischen dem Hauptmotu Avatoru und dem Nebenmotu Tiputa. Da hier Ozean und Lagune aufeinandertreffen herrscht hier eine sehr wechselhafte und starke Strömung, welche je nach Tageszeit nach außen oder innen geht. Hinzu kommen teils extrem starke Wellen. Dies hat eine hohe Delfin- und Haipopulation zur Folge und eine paradiesische und einzigartige Unterwasserwelt. Der Tiputapass ist daher ein berühmter Tauchplatz. Zwischen 20-40m Tiefe gibt es auf Grund der Strömung die „Wall of sharks“ (Wand der Haie), da sich die Jäger die Strömung zu Nutze machen und sich in Scharen dort unten tummeln. Nachdem man über sich Delfine und unter sich bis zu hunderten von Haie beobachtet hat, taucht man in die einwertige Strömung und lässt sich von und mit dieser durch den Pass wirbeln. Wer den Film „Findet Nemo“ kennt, kann sich das wie den südaustralischen Strom (hieß der so?) vorstellen, in dem die Schildkröten gesurft sind. Je nach Stärke der Strömung muss man sich teilweise am Riff entlanghangeln und muss sich natürlich an die erfahrenen Guides halten! Der Tauchgang endet dann schließlich im „Aquarium“, einem kunterbunten Riff mitten in der Lagune, was auf Grund der zahlreichen bunten Fische tatsächlich an ein Aquarium erinnert. Dieser legendäre Tauchgang lockte mich auf dieses abgelegene Stück Land und ich bin gespannt, ob ich dieser Sache gewachsen bin!
❤️ Als ich auf Tiputa (dem Nebenmotu, auf welchem ich die nächsten 5 Nächte verbringen sollte) ankam, wurde ich von einem riesigen und über beide Ohren strahlenden Mann erwartet, der kein einziges Wort englisch sprach. Hier bereue ich mal wieder meine Faulheit in der Schule, denn leider beherrsche ich kaum noch ein Wörtchen Französisch, welches hier gesprochen wird. Mit einer herzlichen Geste hing mir mein Vermieter Felix eine selbstgemachte Muschelkette um den Hals und machte mit mir eine kleine Rundfahrt, bei welcher ich kein Wort verstand😂 Ich war geschockt und begeistert zugleich, als wir über die Hauptstraße der Insel fuhren, welche nur aus Schotter und Schlaglöchern bestand. Der schmale Weg führte uns zwischen Meer und Lagune, vorbei an zahllosen Ruinen und notdürftig zusammengeschusterten Häusern, bis hin zu meiner traumhaften und abgelegenen Unterkunft. Da ich keine Gelegenheit hatte noch etwas zu essen zu besorgen, ging mein Vermieter mit seiner Frau und mir in eines der zwei Restaurants auf unserem Motu. Ich aß mal wieder haufenweise rohen (und köstlichen 🤤) Fisch und wir hatten bei unserer pantomimischen Verständigung viel zu lachen. Ich war begeistert über die Herzlichkeit und stellte fest, dass sich diese über das winzige Motu hinweg durchzieht. Was für ein Start!😊
👋🏽 Herzlichkeit ist mein Stichwort - die nächsten Tage verbrachte ich quasi winkend und rufend, denn wo auch immer man hinfuhr oder lief, winkten und grüßten die Einheimischen überschwänglich und ich fühlte mich sofort aufgenommen in das kleine Dörfchen.
Auch scheinen die Leute wirklich sehr ehrlich zu sein. Fahrräder werden einfach überall abgestellt, die klaut keiner.
Bei meiner Ankunft ist mit ein Fauxpas passiert beim Bezahlen des Taxibootes…😂 Nach den vielen Stationen meiner Anreise (Taxi, Fähre, Taxi, Flughafen, Taxi, Taxiboot) war ich unkonzentriert und hatte mir gemerkt, dass der 500 XPF-Schein grün oder blau war. In der felsenfesten Überzeugung, dass ich den richtigen Schein in der Hand hielt, überreichte ich diesen dem Taxikapitän und ging. Kurze Zeit später rannte uns ein rufender und winkender Mann hinterher. Es war der Kapitän, der mir lachend das Rückgeld brachte und sich scheinbar köstlich amüsierte, dass ich so dämlich bin (ich hatte ihm 5000 XPF gegeben anstatt 500, also ca. 40€ statt 4€😂). Auch in den darauffolgenden Tagen lachte er herzlich bei jeder Begegnung. Ganz ehrlich, er hätte das Geld einfach einstecken können und ich hätte es nicht einmal gemerkt. So sind die Menschen hier aber nicht und das obwohl sie selbst nicht viel haben!
🏚️ Das Dorf bzw. das Leben hier sind wirklich verrückt für mich und ich kann diesen Ort mit gutem Gewissen als „den Arsch der Welt“ bezeichnen. Nur alle drei Wochen kommt ein Versorgungsschiff mit allerhand Speisen, Baumaterial und sonstigem vorbei. Entsprechend sieht es in den zwei „Läden“ aus, die auf dem Motu zu finden sind. Frisches Gemüse und Obst gibt es kaum und der kalkhaltige Boden (überwiegend Korallen) und das heiße und teils sehr stürmische Wetter machen einen Anbau schwer.
Außerdem gibt es auf ganz Rangiroa (also dem Atoll) nur zwei Geldautomaten. Praktischer Weise war unser Automat defekt und so musste ich am nächsten Tag 20 Minuten zum Taxiboot radeln, dann mit dem Fahrrad aufs Taxiboot und von dort weiter ca. 40 Minuten zum Flughafen radeln, nur um Geld abzuheben!😂 Das Ganze in der prallen Hitze und dann wieder zurück - ich war den Vormittag über beschäftigt und am Ende fix und fertig 😅
🛖 Meine Unterkunft ist ein kleiner und sehr abgelegener Bungalow direkt an der Lagune. Die Wände und die Decke berühren sich nicht, weshalb ich mir meine Behausung mit zahlreichen Moskitos und Geckos teilte😂
Ich liebte das Häuschen trotzdem und genoss es, seit langem endlich mal ein Zimmer nur für mich zu haben! Ich konnte meine Sachen im Bad liegen lassen, nackig vom Zimmer in die Dusche gehen und genoss die Privatsphäre😍
🦎 Wusstet ihr, dass Geckos schreien?!?😂 Manche zwitschern eher, aber auf jeden Fall machen diese Scheißviecher einen höllischen Lärm und wecken mich in regelmäßigen Abständen auf. Ich habe es mit Humor genommen, weil ich Geckos einfach liebe, bin aber immer wieder erschrocken😂
🐶 Leider ist hier alles voller Straßenhunde und einer ist in einem schlechteren Zustand, als der andere… sie kratzen sich, verlieren Fell oder wirken sehr geschwächt. Die Menschen gehen jedoch rücksichtsvoll mit den Tieren um, aber es gibt einfach keine ausreichenden Ressourcen zur Versorgung.
PS: keine Sorge wegen der Haie, es handelt sich hierbei um harmlos kleine Schwarzspitzenriffhaie und wir fahren zum Tauchen sowieso mit dem Boot raus😇Læs mere























Rejsende❤️
RejsendeWar gewöhnungsbedürftig und ist auch nicht gerade der schmackhafteste Fisch😅 Einer der Tauchguides hat ihn als „Reptil“ beschrieben, weil er so zäh ist😂 das restlich Essen war aber super☺️