• Bureh Beach

    14–17 dic 2025, Sierra Leone ⋅ 🌧 26 °C

    Morgens werden wir von etwa sechs Frauen mit ihren Kindern geweckt. Scheinbar haben unsere Autos Aufsehen erweckt, auch sie wollen nur schauen. Wir liegen noch im Bett und bleiben auch liegen. Sie beobachten uns und unsere Autos und rufen uns die ganze Zeit „Good Morning“ zu etwa 15 Minuten geht das so bis sie wieder gehen.
    Während wir morgens beim Frühstück sitzen kommen nochmal zwei Männer vorbei die auch nett und neugierig sind. Etwas später folgen ein paar Kinder und noch etwas später nochmal ein paar Männer mit ihren Frauen. Grundsätzliche stört es uns nicht, auch wenn es komisch ist das die meisten nichtmal mit uns reden und uns einfach beobachten. Irgendwann fragen sie nach Wasser, eigentlich wollen wir gerne was geben. Wir sind aber kein Supermarkt und das Dorf ist echt nicht weit entfernt. Da wir ständig gefragt werden entscheiden wir uns nichts zu geben. Langsam etwas genervt bauen wir unser Camp ab und fahren weiter.
    Wir steuern in Richtung Freetown die Hauptstadt von Sierra Leone. In die Stadt wollen wir aber nicht, für uns soll es an den Strand gehen. Auf dem Weg fahren wir noch zu einem Geldautomaten. Geld abheben ist hier garnicht so einfach, man muss erstmal einen Automaten finden der nicht leer ist. Bei der vierten Bank klappt es dann endlich. 20 Leone sind etwa 0,75€ und das ist der größte Schein hier. Maximal 800 Leone kann man abheben mehr Scheine passen nicht durch den Schlitz. Also heben wir insgesamt 17 mal ab. Tanken kann man überall auch nur bar bezahlen, der Tankwart hat dann neben seiner Säule eine große Kiste ca.60x60cm voll mit Geldbündel.
    Zufällig finden wir neben der Bank eine Schweißerei, hier lassen wir noch ein Ersatzteil von unserem Auto für 4€ schweißen.

    Angekommen am Bureh Beach sind wir in einem Starken Tropenregen gelandet.
    Wir parken unsere Autos unter einem Baum direkt auf dem Sand am Strand. Noch regnet es zu stark um das Dachzelt auf zu bauen, also ab in Meer im Regen. Ein unbeschreiblich geiles Gefühl, von oben der Kalte Regen auf dem Kopf, der gleichzeitig auf das Saltzwasser peitscht und spritzt. Der Körper schön im Warmen Meer, langsam merkt man wie die oberste Wasserschichten durch den Regen kälter wird. Einfach auf den Rücken ins Wasser legen und den Regen ins Gesicht prasseln lassen…🥰

    Der Schauer hört auf, wir bauen unser Camp auf und es fängt wieder an, gerade rechtzeitig sind wir fertig geworden. Wir bestellen uns im Restaurant etwas zu essen, da immer vorbestellt werden muss haben sie keinen Fisch und Fleisch mehr also einigen wir uns auf Pommes mit Reis, Omlett und Erdnusssauce. Wir warten trotzdem 90 Minuten auf unser Essen. Die Wartezeit überbrücken wir aber mit Bier und Karten spielen. Malte bringt Manuel und mir Durak bei.

    Danach lassen wir den Abend am Lagerfeuer mit ein paar Lokals die sich als unsere Aufpasser ausgeben ausklingen.
    Zwei von ihnen schlafen neben unseren Autos in einer Holzhütte, laut eigener Aussage um unsere Sicherheit in der Nacht zu gewährleisten. Toller Sicherheitsmann der nichtmal eine Taschenlampe hat.😂
    Am nächsten Tag hat Malte Geburtstag und wir verbringen den ganzen Tag entspannt am Strand. Wir leihen uns Bodyboards und Surfboards und haben Spaß am Meer. Abends gibt es im Restaurant Barracuda Filet mit Pommes und wir lassen den Abend mit einer weiteren Runde Durak ausklingen.
    Am nächsten Tag geht es morgens auf einen kleinen Boots Trip mit einem Local. Wir fahren zu einer kleinen Insel und angeln etwas mit der „Angel“ insgesamt fangen wir sechs kleine Fische. Danach gibt es frische Kokosnuss die uns einer der Jungs extra kurz vorher von der Palme Pflückt. Beeindruckend die Technik um die Palme hoch und runter zu kommen.
    Geöffnete bekommen wir die Kokosnüsse mit einer Machet. So komme ich auf die Idee zu fragen wo ich eine Machete für mich kaufen kann.
    15 Minuten später sitze ich zusammen mit ihm auf einem Mototaxi (zu dritt) und wir fahren Richtung Schmiede. Ich glaube die Bilder und Videos sprechen für sich, es scheint als wäre man im Mittelalter. Es war auf jeden Fall einer der coolsten Erfahrungen mit einem Local die ich bis hier hin hatte. Die Wartezeit während die Machete gefertigt wird nutzen wir für einen Rundgang durch das Dorf. Eindrücke die ich nie vergesse… Das Zentrum des Dorfs ist wie immer die Hauptstraße, abseits davon verteilen sich die Wohnhäuser (Hütten), alles nur verbunden mit Wegen kaum erreichbarer mit Mopeds. Das ist auch nicht notwendig da die Einheimischen meist selbst gar keine Mopeds und Autos besitzen. So ist es üblich sich mit den Moto Taxis fortzubewegen. In einem überfüllten Mini Local „Restaurant“ Sitzen etwa 50 Leute gequetscht und schauen auf einen kleinen Fernseher einen Film zusammen.
    Pupa, so heißt übrigens mein neuer Freund führt mich ins Wohngebiet zu einem Freund. Er ist gerade am Holz spalten damit die Familie kochen kann. Wir helfen ihm etwas anschließend kommt er mit zum Markt. Der Markt sei gefährlich für mich da einige Leute noch nie (oder selten) weiße Menschen gesehen haben.
    Ich soll meine Bauchtasche dicht bei mir tragen und aufpassen. Sie begleiten mich durch ein extremes Menschen Gedrängel durch den Markt und passen auf mich auf. Ehrlich gesagt fühle ich mich dadurch das die beiden direkt bei mir sind echt etwas sicherer. Denn viele sprechen mich an und sobald sie sehen das die beiden Jungs zu mir gehören ist Ruhe. Angeglotzt werde ich tatsächlich von fast jedem auf diese Markt. Am Hafen zeigen die Jungs mir mit welchen Boten hier Güter und Menschen übers Wasser transportiert werden.
    Ich gebe meinen Bodyguards einen Drink aus und wir holen meine Machete ab. Danach geht es zu viert auf dem Mototaxi zum Strand.
    6€ habe ich für den Schmied bezahlt und etwa 4€ für Drinks und Taxi.
    Etwas aufdringlich werden die Leute hier am Strand langsam schon. Wir sind nett und schicken niemanden weg, so sitzen sie auf unseren Stühlen sobald wir aufstehen und fühlen sich wie zuhause. Nach Wasser wird immer wieder gefragt, wir geben aber wieder nichts da wir nicht eine Mannschaft von 20 Leuten versorgen können.
    Auch nach Geld werden wir immer wieder gefragt. Nach drei Nächten sind wir froh weiter zu fahren, auch wenn der Ort paradiesisch schön ist. Es scheint ein wenig als hätten die Einheimischen eine Art Bindung zu uns aufgebaut da wir nett sind und sie nie weg scheuchen. So wird es für sie immer selbstverständlicher den ganzen Tag fast auf unserem Schoß zu sitzen und nach Geld und Wasser zu fragen.
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