• Robertsport

    19–22 dic 2025, Liberia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir verlassen unser Camp und ein paar Stunden später auch das Land. Es geht nach Liberia. 🇱🇷
    Der Grenzprozess klappt problemlos und schnell. Das Land wirkt ein wenig wie Amerika, nicht nur sieht die Flagge fast gleich aus auch ähnelt zum Beispiel die Uniform der Soldaten und einzelne Häuser. Auch die Kennzeichnen haben die gleiche Form und ein ähnliches Design.
    (Liberia wurde 1822 von der American Colonization Society (ACS) gegründet, um freigelassene afroamerikanische Sklaven in Westafrika anzusiedeln; daher die Namensgebung (Liberia = Land der Freien).

    Wir nennen es Möchtegern USA, das meinen wir überhaupt nicht abwertend. Es ist einfach nur so dass, neben den ganzen Sachen die der USA ähneln immer noch dieser Afrika vibe herrscht. Hütten aus Holz und Wellblech zeichnen die Landschaft. Die Hauptstraße durchs Land ist asphaltiert, immer wieder gibt es aber einen Schotter Abschnitt. Abseits der Hauptstraße gibt es nur Schotter oder die typischen Roten Stein/Sand Pisten. Nach der Grenze geht es für uns nach Robertsport. Uns überrascht ein Traumhafter Strand. Wir lernen Henning kennen, ein Deutscher der mit seinem ausgebauten VW T6 in Richtung Namibia unterwegs ist. Ein einheimischer Surfer bietet uns an für uns zu kochen. Für 20 US Dollar bereitet er uns auf dem Feuer vor unseren Augen Fisch mit Reis und Zwiebelsoße für 5 Personen zu. Für mich quasi das nachfeiern meines gestrigen Geburtstags.
    Nicht nur heißt die eigene Währung des Landes Liberian Dollar, der US Dollar wird als Haupt Zahlungsmittel verwendet. Auch die Geldautomaten zahlen nur USD aus, der Liberian Dollar den man z.B. auf dem Markt verwendet bekommt man nur bei Händlern auf der Straße.
    Henning hat etwas die Motivation verloren durch Afrika zu reisen. Das ständige Visa Thema, das ständige betteln, der schreckliche Verkehr, es sind so viele Sachen die ihn mehr stören als gedacht. Für uns ist Sein Standpunkt verständlich, besonders wen man alleine reist kann ich mir gut vorstellen das es den ein oder anderen schon etwas mehr belastet. Henning überlegt sein Auto aus Ghana nachhause zu verschiffen.
    Wir tauschen uns mit ihm über sämtliche Visa aus und führen auch abseits davon viele Gespräche. Nach zwei Tagen haben wir ihn motiviert und umgestimmt ohne das es unser Plan war. Beim verabschieden am Letzten Tag ist er uns dankbar, wir hoffen auf ein Wiedersehen wenn sich unsere Wege nochmal kreuzen sollten.
    Eigentlich wollten wir gerne Surfen, der Ort ist auch bekannt dafür. Aber leider haben wir kein Glück mit den Wellen sie sind klein und brechen nur sehr nah am Strand. Also tun wir ein paar Jungs aus dem Surfclub nur einen Gefallen und machen einige Bilder mit ihnen.

    Die Menschen hier sind wieder lieb aber aufdringlich, besonders die Kinder. Wir werden häufig nach Wasser und unseren Beachball Schlägern gefragt. Diese haben sie einmal bei mir gesehen, ab diesem Zeitpunkt waren die Dinger drei Tage lang im Einsatz. Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefühlt hat die halbe Stadt mit den Dingern gespielt.
    Das die Menschen hier nicht viel haben merkt man immer wieder, 1,5L Wasserflaschen sind weg sobald ich sie leer gemacht habe. Diese sammeln sie um sie selbst zu befüllen. Unser Müll den wir täglich an einem Müllfass leeren wird auch immer durchsucht. So findet ein Baguette was eine Woche alt ist und bei uns im Auto verloren gegangen ist, sowie ein Leeres Nutella Glas einen neuen Besitzer. Das Glas Kratzen die Kinder bis auf den letzten Tropfen mit ihren Fingern aus.
    Was bei uns bleibt ist immer wieder das Gefühl etwas geben zu wollen. Wie gerne ich dem kleinen Jungen der neben uns sitzt einfach was anbieten würde. Wir machen es aber nicht, sehr häufig wird in Afrika davon geredet bettelnden Kindern nichts zu geben, da sie sich dran gewöhnen und andere Reisende die nichts geben respektlos behandeln. So hört man immer wieder das Geschrei der Kinder die ein Geschenk von uns verlangen. Ganz häufig werfen Kinder Steine, wir sind davon bisher zum Glück verschont geblieben. Bei Leon und Ana mit den wir am Anfang der Reise unterwegs waren sieht das Ganze anders aus. Sie waren mit anderen Reisenden unterwegs und diese haben durch Steine werfende Kinder ihre Heckscheibe zertrümmert.
    Was die Preise hier angeht… allgemein ist in diesem Land alles sehr teuer.
    Campingplatz p.P 5$ Nacht
    Wanderung 2 Stunden p.P 10$
    Essen im Restaurant am Strand p.P 15$
    Wir sind echt schockiert wie teuer es hier ist. Wenn man beachtet wo wir uns hier auf der Welt befinden würde man von was anderem ausgehen. Auch die anderen Länder waren bisher immer teurer als gedacht.

    Die Wanderung zu einem Alten Schiffswrack die Geld kosten sollte machen wir einfach ohne Guide selbst.

    Während wir in unseren Stühlen direkt am Strand in unserem Camp sitzen kommen immer wieder Fischer zu uns die uns ihren Fang präsentieren. Am liebsten wollen sie die Fische auch immer direkt an uns verkaufen.
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