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  • Day179

    Xinaliq

    March 8, 2020 in Azerbaijan ⋅ 🌙 7 °C

    Xinaliq - mein beeindruckendstes Erlebnis in Aserbaidschan.
    Ich wollte unbedingt in die aserbaidschanischen Berge. Außer in Baku ist der Tourismus in diesem Land sowieso sehr begrenzt. Aber in den Bergen merkt man kaum etwas. Von allem, was ich erlebt habe, sind die Berge hier das Ursprünglichste gewesen.
    Ich entschied mich für einen Tagesausflug von einer Organisation, die nur lokale Personen als Guides einsetzt und die Leute ordentlich bezahlt.
    Wir waren immerhin 15 Personen. Die meisten waren Lehrkräfte aus einer internationalen Schule, die schon seit ein paar Jahren in Baku leben.
    4 Stunden waren wir mit einem Bus zu den Bergen unterwegs. Dort teilten wir uns auf und stiegen in Jeeps. Einheimische aus den Dörfern fuhren uns nach Xinaliq. Die Autofahrt war (mal wieder) sehr abenteuerlich. Berge, Schluchten, Flüsse, Schnee und wenig Platz auf den "Straßen". Zwischendurch kamen wir nicht weiter. Ein Fahrzeug war auf der Strecke kaputt gegangen. Niemand kam vorbei. Nachdem alle ihre kluge Meinung dazu abgegeben hatten, fuhr (eine halbe Stunde später) das Fahrzeug wieder und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Nach einer weiteren Stunde kamen wir endlich an.

    Die Menschen hier oben leben mit fast nichts. Die Häuser sind klein, ganze Familien leben auf engem Raum. Man isst gemeinsam auf dem Boden um einen Teppich herum. Wir waren an diesem Tag zweimal bei einer Familie eingeladen. Sie haben für uns gekocht. Schaf natürlich. Vegetarier hatten es mal wieder schwer.
    Die Menschen leben selbstversorgt und verdienen sich etwas durch ihre handgearbeiteten Dinge dazu.
    Die Toiletten bestehen hier aus einer Art Donnerbalken. Die hygienischen Bedingungen sind entsetzlich.
    Faszinierend: Es gibt dort oben tatsächlich eine Schule. Wie das finanziert wird und aus wie vielen SchülerInnen und LehrerInnen sie besteht, konnte ich nicht herausfinden.

    Nach dem Mittagessen starteten wir unsere 4-stündige Wanderung. Ich verstand mich gut mit einer internationalen Lehrkraft, die ursprünglich aus Neuseeland kommt. Zwei Tage später saß ich bei ihr zu Hause und war zum Essen eingeladen.
    Das ist wunderschön am Reisen. Man lernt so schnell nette Menschen kennen, wird eingeladen, hört viele Geschichten, lernt verschiedene Lebensstile und Kulturen kennen. Manchmal brauchte ich Menschen-Pause, so überwältigt war ich von so großer Gastfreundschaft.

    Die Aussicht war atemberaubend, Schnee gab es nicht mehr viel, aber dafür umso mehr Schlamm. Ich habe mehrere Tage gebraucht, um meine Schuhe wieder sauber zu bekommen.

    Spätabends kamen wir erschöpft und glücklich wieder in Baku an. Was für ein fantastischer Tag!
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