Los Farallones de Sutatausa
Jun 14–15 in Colombia ⋅ ⛅ 18 °C
Diese Etappe ist zwischendrin fahrtechnisch die Hölle - aber auch eine Erfahrung, aus der wir gelernt haben. Wir folgen Google und 2 km vor Erreichen des Ziels hängen wir auf einer extrem steilen Gravelpiste in einer Kurve fest, aus der wir aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen. Hilfreiche Anwohner sind schnell zur Stelle 🙏🙏🙏. Aber selbst 6 starke Männer können unsren Seven nicht aus der misslichen Lage pushen 🫣😱😫. Daraufhin macht sich tatsächlich einer auf den Weg und organisiert im Dorf einen LKW, der uns - vor den Augen einer inzwischen nicht unbeträchtlichen Zuschauerschar, willkommene Sonntagnachmittag- Unterhaltung 😏 - rausziehen kann. Puuhhh!!! 👍👍👍
Was wir gelernt haben: Kolumbien ist seehhr bergig, kennt keinen Winter, Straßen werden extrem steil gebaut, da es nie Glatteis gibt!
Wir fahren nie mehr in steile Passagen rein, ohne vorher zu Fuß geprüft zu haben ... Und hier in den Cordilleras fragen wir bei unsrem Ziel-Camping nach Möglichkeit vorher an, ob er mit einem 2x2 Fahrzeug erreichbar ist!
Inzwischen sind auch José und Andrees vom Campingplatz am Ort des Geschehens angekommen und fahren uns auf einer alternativen, deutlich flacheren Route voraus. Und die Aufregung hat sich gelohnt 😁. Ein tief im Tal versteckter Platz, weitgehend von Wildnis umgeben ... aber doch so viel Infrastruktur, dass wir abends nach kurzem Fußmarsch noch ein Bierchen beim Kiosk-Nachbar zusammen trinken können 😋. Dabei erfahren wir, dass José geprüfter Führer in den Los Farallones ist und verschiedene Touren anbietet, also verabreden wir uns spontan für den nächsten Morgen, auch weil die steile Felsformation ganz schön spektakulär aussieht. Und die Tour ist grandios und gefüllt mit Geschichte.
"Im 16. Jahrhundert, als die spanischen Konquistadoren das Gebiet eroberten, leistete das indigene Volk der Muiscas erbitterten Widerstand. Der Überlieferung nach zogen sie sich in die unzugänglichen und hohen Felsformationen der Farallones zurück, um sich der Unterwerfung und Versklavung durch die Spanier zu entziehen. Um der Gefangennahme zu entgehen, sollen sich bis zu 5.000 indigene Männer, Frauen und Kinder von den Klippen in den Tod gestürzt haben."
Heute sind die Farallones ein beliebtes Wander- und Klettergebiet...
José hat 30 Jahre in einer dortigen Kohlemine gearbeitet, bevor er sein "Campo Hermoso" - sein wunderschönes Camp - für Gäste ausbauen konnte. Die Kohlemine wurde inzwischen geschlossen, da bereits mehrfach aufgrund von Gasexplosionen Arbeiter zu Tode kamen ... José hat Glück gehabt.Read more


















TravelerWow, was ein spannender Beitrag! Und das auf so vielen Ebenen - Geschichte, Kultur, Natur und Reiseabenteuer! Freut mich sehr, dass ihr es wieder raus geschafft habt 🤞 Google lotst einen manchmal auch in tückische Situationen 😅
TravelerAber echt ... die Alternativroute war dann um einiges leichter 😁
Puh, darüber zu lesen ist echt spannend. Dabei zu sein? Nun ja, gut dass es nette Menschen und abends einen Kiosk gibt. [Doris]
TravelerNicht nur "dabei", sondern beim Rückwärts-Manöver unsren Seven in diese Zwickmühle bugsiert 🥴