• St. Elena, Medellin, Comuna 13

    Jun 18–20 in Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Santa Elena - herrlich, Medellin - chaotisch, Comuna 13 - herrlich chaotisch visionär 💖. Das sind die Schlagworte zu dieser Etappe.
    In Santa Elena wohnen wir in 2.600 m Höhe oberhalb von Medellin auf einem schönen ländlichen Camping und schlafen bestens bei wunderbarer Kühle, um am nächsten Tag mit dem öffentlichen Bus eine Stunde den Berg runter in die City zu fahren - schon diese Fahrt ein gewisses Erlebnis.
    Es erwartet uns ein lautes, buntes Durcheinander, enge, oft steile Straßen, dichter Verkehr, Gestank und soo viele Menschen, mit 2,5 Millionen die zweitgrößte Stadt Kolumbiens.
    Zu Fuß geht's weiter in den zentral gelegenen Plaza Botero. Der Künstler hat seiner Geburtsstadt 23 (!) seiner voluminösen Bronze-Skulpturen geschenkt, der frei zugängliche Platz ist quasi eine Dauerausstellung, auch mit dem Ziel, mehr Besucher in die als gefährlich und drogen-kriminell verschriene Stadt zu locken - durchaus mit Erfolg!
    Mit der Metro schlagen wir uns durch zum Treffpunkt für die Comuna 13-Führung. Und die ist höchst beeindruckend, geht uns nahe und wirkt noch einige Zeit nach 🥰🤩. Die Comuna 13 ist ein Stadtteil von insgesamt 16, am dichtesten besiedelt, in steilster Hanglage und besonders bekannt als Zentrum von gewalttätigen Kämpfen rivalisierender Kokain-Drogenkartelle, es heißt, dass viele der minderjährigen Auftragsmörder (für 10 $) von Pablo Escobar hier rekrutiert werden konnten.
    Doch Wandel ist möglich!
    Zum einen haben städtische Maßnahmen beigetragen: Zum Beispiel konnte eine riesige, mehrteilige Rolltreppe, insgesamt 350 m lang, die Anbindung an städtische Infrastruktur ganz wesentlich erleichtern - Schüler, Schwangere, Mütter mit Kleinkindern, alte Menschen, Arbeitende können damit Schulen, Kindergärten, Ärzte, Krankenhäuser, Arbeitsplätze etc. um ein Vielfaches einfacher erreichen, als ca. 28 Stockwerke zu Fuß überwinden zu müssen, u.U. täglich...
    Und Alex, unser wunderbarer Guide, 27 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in dieser seiner Hood, kennt gefühlt fast jeden hier, erzählt seit 11 Jahren voller ganz persönlicher Erfahrungen und Geschichten von diesem Wandel ... vor allem von den Visionen und Ambitionen der Jugend!
    Mit Rap, HipHop, Breakdance, Graffiti hat sie eine eigene Sprache, Ausdrucksform und Identität entwickeln und zeigen können - und damit einen Ausweg aus Stigmatisierung und den alten Pfaden von Drogensucht und Kriminalität gefunden ... zumindest 70 zu 30 schätzt Alex optimistisch 😏.
    Mit viel Engagement, Leidenschaft und selbst erlebter Geschichte hat uns Alex "sein" Projekt näher gebracht. Unser Fazit: es gibt sie noch, die gelebten Visionen 🤜🤛 👏👏.
    Voller intensiver Eindrücke finden wir den Weg zurück zur Busstation. Eine Stunde später und rund 1.000 Meter höher befinden wir uns wieder im kühlen, ruhigen und friedlichen Santa Elena.
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