• Unglaubliche Leerstände

    January 5 in Egypt ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute sind wir vom Hotel nach rechts weg gegangen. Richtung Hurghada Shopping Mall. Die kenne ich schon von vor 2 Jahren. Hier durchqueren wir "normale" Wohngebiete. 3, 4 stöckige Häuser mit Balkonen, überall hängt Wäsche raus. Viele kleine Geschäfte, Cafés- wie üblich nur Männer- Werkstätten, Putzereien. Und doch sieht man Frauen arbeiten, in den eigenen Läden.
    Unglaublich viele Gebäude sind teilfertig, ganz fertig, Gerippe. Leer. Oder verlassen. Ein wunderschönes Hotel, gut geplant. Zu verkaufen. Es wurde nie fertig. Drin hängt noch die schöne Lampe, wartet ein antiker Ägypter auf Erlösung. Der Chefschreibtisch steht prominent in der Halle, die hell das Meer überblickt.
    Der "Corniche" entlang, plötzlich mediterrane Anwandlungen der Stadt, wandern wir entlang dem öffentlichen Strand. Getrennt von der Straße durch eine Müllhalde.
    Durch den Lärm und Staub bin ich immer schnell "satt" obwohl ich so viel schauen könnte. Nicht auf das Besondere wie die riesigen kahlen Wüstenflächen zwischen den Siedlungen wo Hundemeuten sich in der Sonne braten lassen, sondern den Alltag- die Kübel aus dem 3. Stock gelassen um mit etwas Lebensmittel gefüllt und mühsam ohne Flaschenzug hochgezogen werden, die Küchen mitten auf der Straße, Kinder die mit Mopeds herumrasen, dass mir schwindlig wird. Und überall der Müll, der Staub, die gebrochenen Gehsteige, Metallstangen die weit und gefährlich nicht abgeschnitten einfach gelassen wurden. Alles ist willkürlich, komplett ohne System und erkennbare Struktur.
    Zumindest für uns.
    In einem Café rastend beobachten wir den riesigen Mercedes SUV und 2, 3 andere Autos, die mitten auf der Straße Geschäfte machen oder Schutzgeld kassieren? Es kümmert niemanden. Nichts kümmert irgendwen.
    Leute steigen in der Mercedes ein, steigen wieder aus. Nach einer halben Stunde fährt er wieder ab. Es gibt also Systeme und Strukturen. Ich stelle mir vor wie die jungen Männer, die das Land verlassen und Europa heil erreichen, verloren sein müssen in unseren Systemen.
    Es ist einfach so spannend nur zu schauen und nicht agieren zu müssen. Und so fremd zu sein!
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