So a schene Gegend!
May 2 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 18 °C
Großartiger Tag nach großartiger Nacht. Scheinbar war es richtig kalt. Ich hab nicht mitbekommen. Franzi hat eingeheizt, ich geschlafen wie ein Mehlsack.
In der Früh wird es schnell bekömmlich warm und ich freu mich aufs Radln. Der Kater hat neue Fisematenten. Er will partout nicht hinaus. Also Badfenster offen, Dachluke für den Luftzug offen und wenn er mag, kann er raus. Dann sausen wir los.
Am Ursprung des Kolkot wäre ich sehr interessiert gewesen, aber man kann nicht zu der Karstquelle, es ist scheinbar alles abgesperrt. Es gibt dort am Ursprung eine riesige Kartsquelle aus der ein Fluss in Gröse der Traun entspringt (nach dem Traunsee). 6, 7 Grad kalt, von bester Wasserqualität da er nach nur 5 Kilometern in den/die Una mündet. Es gibt keine Firmen, keine Häuser direkt am Wasser und es finden sich so ziemlich alle Arten von Fischen. Sogar den Huchen gibt es noch. Wasserschildkröten, sämtliche Wasservögel, Bisamratten... tummeln sich in dem glasklaren Wasser.
Entlang von kleinen Asphalt- und Schotterstraßen passieren wir Dörfer, es geht stets auf und ab. Herrliche grüne Wiesen, immer mit Blick auf das ca. 1700m hohe Plesevica Bergmassiv, die den Kessel von Bihac bilden.
Ungewohnt für uns schallt weit übers Land der Muezzin. Die Häuser sind gepflegt, aber auch recht schmucklos. Recht kitschig finde ich den Glitzerverputz. So funkeln, weiße, dunkelgraue, blitzblaue Hausfassaden wie mit Edelsteinen verziert. Wer etwas auf sich hält hat einen silberglänzenden Edelstahlzaun mit 1000 Verzierungen. Die Krönung, glänzende Mercedessterne...
Franzi hat bereits ein kleines "rosa" Trauma. Rosa kommt in allen Facetten. Knallpink, schweinchenrosa, fleischrosa, orangerosa, dunkelrosa...
Ungefähr in der Hälfte unserer Komoottour finden wir nach 25km endlich eine Bäckerei und ein Café. Diese Pause ist auch notwendig. Wir haben bereits viele Höhenmeter in den Beinen und viel Staub in der Nase.
Dort erfahren wir die Geschichte der 1000enden Rohbauruinen. Und das ist die Schlüssigste. Im "alten" Jugoslawien lebten hier alle Ethnien als Nachbarn. Als die Grenzen fixiert wurden, durften Serben nicht mehr zurück zu ihren Häusern in Kroatien und Bosnien. Damit gehören diese Ruinen "niemandem" und werden, sobald sie zusammen gefallen sind, planiert.
Das Zitat aus google KI ist eine Mischung aller Informationen, die wir bisher am Balkan gesammelt haben:
1. Kriegsfolgen (1991–1995):
Viele Gebäude wurden während des Kroatienkrieges und des Bosnienkrieges zerstört. Besonders im Bosnienkrieg wurden durch ethnische Säuberungen ganze Dörfer und Stadtviertel vernichtet. Viele dieser Häuser wurden nie wiederaufgebaut.
2. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse:
Nach der Flucht oder Vertreibung der ursprünglichen Bewohner (oft Serben aus Kroatien oder Kroaten/Bosniaken aus bestimmten Teilen Bosniens) sind viele Immobilien nun herrenlos oder rechtlich umstritten. Der "Haus-Tausch" zwischen den Volksgruppen hat oft nicht zu einer langfristigen Nutzung geführt, sondern zu rechtlichem Stillstand.
3. Wirtschaftliche Schwäche:
Nach dem Krieg fehlten und fehlen oft die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau. Dies betrifft sowohl Privatpersonen als auch die öffentliche Hand.
4. Schwarzbauten und Baugenehmigungen: Insbesondere an der kroatischen Küste gibt es viele unfertige Gebäude, die als "Schwarzbauten" (ohne offizielle Genehmigung) errichtet wurden, oft im Zusammenhang mit der Tourismusentwicklung. Diese wurden gestoppt oder können wegen laufender Gerichtsverfahren nicht fertiggestellt werden.
4. Minengefahr:
Nach dem Krieg verblieben große Mengen an Landminen in der Erde, besonders in ehemaligen Kampfgebieten. Dies verhindert in vielen Fällen die Rückkehr der Bewohner und den Wiederaufbau von Häusern.
5. Migration und Bevölkerungsrückgang: Durch die andauernde Abwanderung (Migration) in wirtschaftlich stärkere Länder fehlen die Menschen, die die Häuser bewohnen oder reparieren würden.
Angesichts der 3 freien Tage hat man hier das Gefühl, dass es mehr Auslandsbosniaken als Einheimische gibt.
Nach dem köstlich starkem Kaffee sausen wir hinunter ins Tal der Una. Da thront hoch drüber eine Burg. Ostrawez.
Nach dem Gegenanstieg kehren wir in einem Café ein. Kein Bier. Muslemisches Café. Na schade.
Bihac ist nur eine kleine Runde in der Fuzo und ein bisschen Gemüse kaufen für das Abendessen wert. Wir freuen uns schon auf "daheim".
War die Tour bisher ein Renner- Danke Komoot- wird es jetzt kompliziert. 🙈🙈🙈
Wir landen im Nirwana. Bleiben im Gebüsch stecken, füllen uns beim Ausweg suchen die Schuhe an. Grauslich. Meine Beine sind völlig gebrennesselt. Franzi schlägt eine andere Richtung ein, ich geh den Weg zurück. Puhh. Das musste so sein. Alles zugewachsen. Na ja. Letztendlich erreichen wir unser Auto und Howdie. Wir schmausen glücklich unser Abendessen und beschließen den Sonntag in Frieden am Klokot zu verbringen.Read more
















