25. September
Sep 25–Oct 25, 2023 in South Africa ⋅ ☀️ 31 °C
Wir sind Uwe und Silvia und bereisen zwar zum dritten Mal den afrikanischen Kontinent, aber zum ersten Mal Südafrika.
Am 24. September bringt uns Qatar mit Zwischenlandung in Doha nach Johannesburg.
Am Einreiseschalter gibt es akuten Personalmangel und jede Menge technische Probleme so dass wir zweieinhalb Stunden brauchten, bis wir endlich durch sind.
Nur wo ist jetzt unser Fahrer? Ist er überhaupt noch da? Wir drehen mehrere Runden bis wir uns schließlich finden.
Der arme Kerl muss uns jetzt noch vier einhalb Stunden nach Hazyview fahren.
Es ist bereits nach 13.00 Uhr.
Wir sind seit gut 17 Stunden unterwegs und fühlen uns ziemlich kaputt.
Wie gut, dass wir uns einfach in die Sitze eines geräumigen
Vans fallen lassen können.
Wir haben sehr viel Beinfreiheit und bekommen gleich mal ein erfrischendes Wasser.
Die Landschaft zieht an uns vorüber und könnte so schön sein, wären da nicht diese unvorstellbaren Müllteppiche auf beiden Seiten der Straße und über viele Kilometer.
Fassungslos beobachte ich wie Tiere durch Scherben und Abfall laufen und den Müll fressen. Mein Herz zieht sich bei dem Anblick zusammen.
Auf halber Strecke wird es aber besser.
Inzwischen meldet sich auch unser Hunger. Wie auf Bestellung taucht eine Raststätte auf, die unser Chauffeur unaufgefordert ansteuert. Offenbar kann er Gedanken lesen oder er hat unser Magenknurren gehört oder seinen eigenen.
Meine Blase diktiert mir, dass ich einen Zahn zulegen und das WC finden soll. So schwer ist das auch nicht. Immer der Nase nach und das funktioniert hervorragend.
Als ich dem Eingang näher komme, schlägt mir der Gestank wie eine Wand entgegen. Mir stellt es die Luft ab. Ich taumle zurück.
Ich schwöre meiner Blase, dass ich dieses WC nicht überleben würde und wenn doch, würde ich wahrscheinlich etwas mitnehmen was kein Mensch braucht, sollte ich versehentlich etwas berühren.
Feierlich versichere ich ihr, dass ich einen anderen Weg finden werde um der Natur meine Getränke zurück zu geben, und wenn es unter Einsatz meiner Tränendrüsen geschehen muss.
Einen Moment ist mir sogar der Appetit vergangen. Aber als ich ums Eck biege und auf die Grillbude zukomme, steigt mir ein unverschämt guter Grillgeruch in die Nase.
Jetzt muss sofort eine Wurst her. Als wir unserem Fahrer auch eine anbieten, verdoppelt er das Angebot. Also gut, dann halt zwei für ihn. Er hat ja lange auf uns warten müssen. Das kann schon hungrig machen.
Eine halbe Stunde später fahren wir weiter. Das Nachmittagslicht kippt sein Goldtöpfchen über die Landschaft aus und gibt ihr einen märchenhaften Anstrich.
Je näher wir unserem Ziel kommen, desto schöner wird die Landschaft. Ich bin begeistert.
Zum Endspurt fahren wir durch eine Macadamia Plantage und stehen dann schließlich vor dem Summerfields Rose Retriet. Ich schaffe es sogar ohne ungewollten Flüssigkeitsverlust bis ich endlich mein Versprechen an meine Blase einlösen kann.
Unser Fahrer bekommt ein sehr großzügiges Trinkgeld, weil uns die Verspätung und seine damit verbundenen Umstände so leid tun. Er hat uns erzählt, dass seine Frau vor kurzem verstorben sei und seine Tochter morgen Geburtstag hätte. Deshalb wolle er in der Nacht noch zurück fahren.
Wir hoffen, er kommt gut nach Hause.
Vom Personal werden wir sehr herzlich mit einem Glas Prosecco begrüßt und schließlich zu unserem Chalet begleitet.
Eingebettet im Wald, Bietet es hundertprozentige Privatsphäre. Hier ist eine Oase der Ruhe.
Das Interieur hat romantischen Charme und zum Wald hin gibt es eine uneinsehbare Terrasse samt Außendusche.
Der Abend ist noch lauschig warm, so dass wir uns gleich eine erste Freiland Erfrischung gönnen.
Nach der langen Anreise erwachen unsere Lebensgeister beim ersten Kontakt mit der Regenwaldbrause. Herrlich 👍
Bis wir wieder salonfähig sind, ist es Dunkel. Wir fühlen uns aber wieder frisch und munter und schalten in den Urlaubsmodus um.
An der Bar, die ebenfalls im Wald liegt, genießen wir einen Cocktail und versuchen zu begreifen, dass wir wieder in Afrika sind.
Dann begeben wir uns auf die Restaurantterrasse und gönnen uns ein drei Gänge Menü.
Leider trifft es nicht unseren Geschmack. Aber weil alles andere so schön ist, macht uns das nichts aus. Als ungenießbar würden wir es ja trotzdem nicht bezeichnen.
Nach dem Essen fordert die anstrengende Anreise dann doch ihr Tribut und die Müdigkeit überrollt uns wie eine Welle. Und ja, das darf sie auch. Alles was wir heute noch vorhaben ist, in die wohlige Umarmung der Federn zu sinken und uns einzukuscheln.
Gute Nacht geliebtes Afrika, wir sehen uns morgen.Read more









