30.September
September 30, 2023 in South Africa ⋅ ☀️ 34 °C
Während der Nacht wache ich auf, weil Uwe fluchtartig aus dem Bett springt und zur Toilette rennt.
Sein Problem ist nicht zu überhören.
In mehreren Intervallen kotzt er sich sie Seele aus dem Leib.
Ich kämpfe gegen meine Solidarität an, sonst beteilige ich mich an der Essensausgabe.
Total erschöpft schlüpft er eine Viertel Stunde später wieder ins Bett.
Das ganze wiederholt sich mehrere Male.
Kurz vor fünf klingelt unser Wecker nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht.
Ich frage Uwe ob er überhaupt mitgehen will. Blöde Frage, natürlich will er!
Wir machen uns mit Katzenwäsche startklar und werden von einem Guide zum Restaurant begleitet, wo es Kaffee, und für die ganz Hungrigen eine Kleinigkeit zu essen gibt.
Dann bricht langsam die Dämmerung an und wir werden auf die Jeeps verteilt.
Leider ist unserer voll besetzt, was das Sichtungsglück nicht gerade fördert, mir aber dafür Gelegenheit bietet, mich in Akrobatik zu üben wenn ich was sehen möchte.
Aufstehen ist dabei allerdings streng verboten.
Das habe ich kurz vergessen und glatt einen Rüffel eingesteckt. War sicher berechtigt.
Versuche ich aber ein Foto zu schießen, habe ich immer einen smarten Hinterkopf, eine Herkules Schulter oder einen tätowierten Ellenbogen als dekoratives Element mit auf dem Bild. Das nenne ich Fotografierspaß auf höchsten Niveau.
Uwe sieht fertig aus. freut sich aber sehr über diesen wunderschönen Drive, der allein schon landschaftlich in der leuchtenden Morgensonne ein Wow- Erlebnis ist.
Die Vegetation ist größtenteils saftig grün und das Licht fantastisch.
Während der Fahrt beobachten wir einen jungen Kudubullen. Er streift mit seinen spiralförmigen Hörnern und mit Kriegsbemalung im Gesicht, in Zeitlupe durchs Gebüsch und wird reichlich fotografiert.
Eine Weile später sieht unser Spotter in der Ferne Elefanten.
Er klettert von seinem "Aussichtsturm" runter um sich in den sicheren Wagen zu setzen. Wir fahren noch ein Stück weiter und warten dann einfach auf die Herde, die auf uns zu läuft.
Sie wirkt tiefenentspannt und ist sehr gemütlich unterwegs. Ab und zu hören wir wohliges Grummeln.
Zum Anfassen nah begrüßen sie uns.
Wir halten vor Spannung fast die Luft an.
Das Highlight ist an diesem Morgen ein überraschender Stopp mitten in der Pampa.
Wir werden aufgefordert auszusteigen und dem Guide im Gänsemarsch zu folgen. Cirka 5 Minuten laufen wir durch hohes Gras.
Plötzlich liegen ein paar Meter von uns entfernt mehrere Geparden in der Sonne und chillen.
Wir sind geflasht.
Die Katzen sind vielleicht zehn Meter von uns entfernt. Man sieht sie im hohen Gras erst mal gar nicht so gut, zumindest nicht für Fotos.
Ein Gast wagt sich zu weit an die Tiere ran, weil er nur sein Foto im Sinn hat Er achtet nicht auf ihre Körpersprache.
Plötzlich zuckt eine Katze, setzt sich auf und gibt eine Warnung ab.
Unser Guide greift ein und sorgt wieder für angemessenen Abstand.
Der Gepard entspannt sich daraufhin zwar wieder, behält uns aber aufmerksam im Blick.
Nach einigen Minuten entfernen wir uns langsam im Ruckwärtsgang und kehren zum Jeep zurück. Die Fahrt geht weiter. Ich bin noch ganz aufgeregt.
Hier und da sitzen ein paar Affen am Boden und Lausen sich gegenseitig, ganz nach dem Motto:
...kannst du mal hier rangehen? Nein...weiter unten ...mehr rechts bitte...Jaaaaa, Bingo😄
Das sieht sehr sozial und liebevoll aus.
In einer Grasebene steht ein riesengroßer wunderschöner Feigenbaum, nicht zu vergleichen mit europäischen Feigenbäumen. Dort sind zwei Nyalas mit einem Kalb unterwegs.
Mein Glücksgefühl ist an diesem Morgen am Anschlag!
Auf einer kleinen Anhöhe halten wir und dürfen aussteigen. Wir bekommen Kaffee und Muffins gereicht. Der Ausblick ist grandios.
Im Tal windet sich idyllisch ein Fluss durch die Landschaft und an seinen Ufern wachsen große stabile Bäume, prädestiniert um einem Leo ein Apartment zu bieten.
...und tatsächlich finden wir dort auch einen im Geäst. Ich bekomme Schnappatmung, denn einen Leo zu sehen ist mein ganz großer Wunsch.
Die Distanz zwischen uns ist aber leider sehr groß. Er wird außerdem gut vom Laub getarnt. Mit dem bloßen Auge ist er kaum erkennbar. Für ein Handyfoto ist er viel zu weit weg .
Außerdem sind da auch noch die smarten Köpfe und Herkules Schultern, die mir die Sicht blockieren.
Ich spüre wie die Wut in mir hochkocht, weil ich den Leo vom verhassten Mittelplatz so schlecht sehen kann.
Wenigstens kann Uwe ein Foto machen. Leider nicht mit dem Handy, drum kann ich es hier nicht zeigen.
Auf dem Rückweg zur Lodge kommen noch Giraffen ins Spiel.
Sie pflücken sich geschickt zwischen langen Dornen die Blätter vom Baum. Das Gemüse scheint zu schmecken.
Pyjama Donkys streifen auch ein paar durchs Buschland.
Das ist ist eine wunderschöne Fahrt, angenehm warm und im schönsten Sonnenschein.
Zurück in der Lodge wartet bereits wieder ein Mitarbeiter mit herrlich duftend feuchten Tüchern auf uns. Die wirken wie eine Aromatherapie.
Wir gehen direkt zum Frühstück und setzen uns an einen Tisch mit Blick auf den Fluss.
Auf der anderen Uferseite sind Warzenschweine, Affen und Antilopen unterwegs.
Das Frühstück wird als Buffet angeboten und lässt uns nichts vermissen.
Inzwischen wird es schon richtig heiß.
Wir gehen in unser Chalet und während Uwe ein bisschen Schlaf nachholt setze ich mich auf unsere Terrasse auf der mir ein großer Baum Schatten spendet. Hier ist es so unbeschreiblich schön.
Diese Lodge ist der Knaller. Man kann sie aber nur mit All in buchen.
Also gehen wir mittags eine Kleinigkeit essen.
Uwe hält sich vorsichtshalber zurück. Sein Magen ist immernoch auf Krawall gebürstet.
Mittlerweile ist es so heiß, dass wir schon Röstaromen ansetzen und in unser Chalet flüchten. Wir duschen und halten eine Siesta.
Am frühen Abend geht es auf zum Sundowner Drive.
Im schönen Nachmittagslicht sehen wir wieder etliche Elefanten und zwar wieder aufregend nah.
Auf einem großen Felsen hält sich ein kleines Rudel Löwen auf.
Gut versteckt befindet sich ein Muttertier mit ihren noch relativ jungen Nachwuchs hinter einem großen Felsbrocken.
Die Szenerie erinnert mich an den König der Löwen.
Unser Fahrer gibt sein Bestes um uns eine gute Sicht zu ermöglichen. Aber auch jetzt ist der vollbesetzte Wagen unbefriedigend.
Die Distanz zu den Löwen ist fürs Handy zu weit.
Wir sehen noch viele andere Tiere.
Auf jeder Fahrt mindestens drei der Big Five.
Der heutige Sonnenuntergang ist ausgesprochen stimmungsvoll. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen.
Nachdem sich die Sonne verabschiedet hat, wird es innerhalb kürzester Zeit dunkel und wir fahren zurück.
Unser Spotter leuchtet mit der Lampe noch das Gebüsch ab und überrascht ein paar Geparden beim Abendspaziergang. Und uns auch!
Damit hat keiner von uns gerechnet.
Soooo cool👍.
Das Dinner wird uns heute auf der romantischen Terrasse unter dem leuchtenden Sternenhimmel serviert und schmeckt wieder ausgezeichnet.
Uwe probiert im Grunde nur ein bisschen. Es geht ihm wieder schlechter. Er isst fast nichts. Daher ziehen wir uns bald zurück.
Im Zimmer nimmt er Magentropfen und geht zeitnah ins Bett. Ich auch.
Kaum bin ich eingeschlafen, wache ich wieder auf, weil der Run aufs WC von Neuem beginnt, begleitet von der vertrauten Geräuschkulisse.
Es klingt schlimm und ich mache mir Sorgen.Read more
















