• 9. Oktober

    October 9, 2023 in South Africa ⋅ ☁️ 17 °C

    Das Erste was wir heute nach dem Aufstehen tun, ist aus dem Fenster schauen und das Meer nach Wale abzusuchen.

    Ja, da sind sie und unser Herz schlägt im Dreivierteltakt. Es fühlt sich unwirklich an, sie so nah am Ufer beobachten zu können.

    Das Frühstück wird auf dem windgeschützten Balkon eingenommen. Von hier können wir aufs Meer sehen.

    Es ist kalt draußen und der Ozean verbrügelt ordentlich die Klippen.

    Nach dem Frühstück ziehen wir wieder unser Sibirien - Outfit an und suchen den schmalen Trail der hinter dem Haus, an den Klippen entlang führen soll.

    Wir finden ihn auch. Aber der Wind kühle bläst einem heute schier das Toupet vom Kopf.
    Dennoch ist es ein sehr schöner Spaziergang. Das Meer mit seiner rauhen Brandung zieht uns in seinen Bann.

    Allzu lange können wir nicht bleiben, weil ich schon wieder durchgefroren bin.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen wie ich beim Wale Waching draußen auf dem Meer frieren werde.

    Ja, heute Nachmittag haben wir eine Bootstour bei Ivanhoe See Safari gebucht.
    Es heißt, die Boote sind für 40 Personen zugelassen, werden aber maximal mit 25 besetzt. Das ist der Grund warum wir uns für dieses Unternehmen entschieden haben.

    In einem kleinen Häuschen melden wir uns an. Gebucht haben wir bereits online.

    Wir besteigen das Boot und nullkomma nix sind alle Plätze belegt. Stimmt schon mit den 25 Passagieren, aber dass hier 40 Platz finden könnten, scheint mir maßlos übertrieben zu sein.

    Unerfahren wie wir sind, dachten wir nicht daran unsere Regencapes mitzunehmen. Die See hat ordentlich Wellengang. Ich könnte während der Fahrt nicht stehen ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

    Es wird zwar langsam wärmer, die Sonne setzt sich gegen die Wolken durch.
    Aber während der Fahrt werden wir ordentlich weichgespült und das ist wieder ein äußerst unangenehmes Kälteerlebnis.

    Weit genug draußen, als die Wale in Sichtweite sind wird das Tempo gedrosselt.
    Ich kann trotzdem nicht stehen ohne mich festzuhalten.

    An Fotos brauche ich gar nicht zu denken.
    Aber Uwe gelingen ein paar.
    Zwar nicht die Traumfotos von einem ganzen Wal beim Sprung oder gar einer Flosse, aber als Beweisfotos gehen sie allemal durch.

    Die Walsichtungen versöhnen uns schnell mit den ungünstigen Wetterbedingungen. Wobei: Schlimmer geht immer. Deshalb möchte ich nicht allzusehr klagen .

    Die Meeresgiganten schwimmen sehr nah am Boot, manche auch unten durch und einige springen aus dem Wasser.

    Die Sprünge kommen so schnell, dass wir Mühe damit haben, sie schnell genug für ein Foto ins Visier zu nehmen.

    Neben unserem Boot schwimmt eine Mutter mit einem Albino- Kalb. Die kommen wohl sehr selten vor und sind etwas Besonderes.
    Für uns sind sie das alle. So nah, wird einem erst mal bewusst wie groß sie sind.

    Nach unserem Wellenritt kehren wir in die Cliff Lodge zurück.
    Wir setzen uns auf den Balkon, weil es uns draußen auf unserem eigenen zu kalt ist.

    Wir trinken einen Kaffee und genießen den Blick aufs Meer. Im windgeschützen Bereich ist die aufgebrachte See, die sich mit den Klippen anlegt, sehr schön anzusehen und hat fast etwas hypnotisches.

    Auch von hier können wir wieder den Ozeanriesen dabei zusehen, wie sie springen. Es machen wirklich viele Wale an dieser Küste ihre Babypause.

    Sobald die Kälber groß genug sind, verabschieden sie sich von diesem Gebiet, bis zum nächsten Babyboom.

    Heute Abend dinieren wir im
    Benguela Restaurant de Kelters.
    Dort bietet Jonathan in seinem Haus für maximal 16 Personen soetwas wie das perfekte Dinner an.

    Außer uns haben heute noch zwei weitere Pärchen das Dinner gebucht.
    Schon als wir sein Haus betreten und von ihm begrüßt werden, fühlen wir uns herzlich willkommen, als würden wir einen alten Freund besuchen.

    Jonathan versteht es, seine Gäste miteinander bekannt zu machen und alle ins Gespräch zu integrieren. Mal abgesehen von dem perfekten Dinner, könnte die Atmosphäre nicht schöner sein.

    Wir verstehen uns alle prima und genießen diesen besonderen Abend. Wir kamen als Gäste und verabschieden uns am Ende von Freunden.

    Dieses Geschenk hält Afrika sehr oft für uns bereit.
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