• 13. Oktober

    October 13, 2023 in South Africa ⋅ ☁️ 18 °C

    Es hat die ganze Nacht geregnet und auch jetzt, sehen wir vom Bett aus den Schnürlesregen, der leise seinen beruhigenden Rhythmus aufs Dach klopft.
    Die Lichtstimmung hat aber leider etwas depressives.

    Die Heizung läuft noch, oder wieder, falls der Strom in der Nacht weg war. Auch tagsüber gibt es feste Zeiten des Load sheddings und ohne Strom geht keine Heizung.

    Es kostet Überwindung das warme Bett zu verlassen. Für den Moment muss es eine Katzenwäsche tun. Wir beeilen uns mit dem Anziehen. Bei mir kommen mehrere Schichten zum Einsatz.

    Dann laufen wir wieder mit Regenschirm bewaffnet zum Frühstück.
    Es ist alles da was das Herz begehrt und weil wir aufgrund des Regens ersteinmal nicht recht wissen, was wir heute unternehmen könnten, trinken wir einen Kaffee mehr und lassen uns reichlich Zeit.

    Zurück im Zimmer wird heiß geduscht, dann kommt das Schild an die Tür, dass wir keinen Roomservice brauchen, weil wir
    uns wieder mit samt Klamotten im warmen Bett verkriechen.

    Uwe schläft tatsächlich nochmal ein und ich lese.
    Am späten Vormittag beschließen wir wieder zum Aufwärmen ins Kaminzimmer zu gehen und zu Scrabblen. Vielleicht brennt ja schon ein Feuerchen.

    Leider nicht, aber das ändert sich sofort, als uns ein Mitarbeiter entdeckt.
    Er fackelt gerne den "Ofen" für uns an.
    Es wird schnell behaglich warm und das Knistern oder die sprühenden Funken die es ab und zu gibt, wärmen uns nicht nur die Füße, sondern auch das Herz.
    Das ist unglaublich wohltuend.
    So verbringen wir auch heute wieder eine wunderbare und gemütliche Zeit am Kamin.

    Am frühen Nachmittag hört es auch heute auf zu regnen und wir beschließen ins Birds of Eden zu fahren.

    Birds of Eden ist ein großes Waldareal in dem die Vögel zwar nicht wirklich frei sind, aber geschützt. Dort können sie relativ artgerecht leben.

    Es macht durchaus Spaß in diesem Mini Dschungel herumzulaufen und überall sehr nah viele Vögel zu sehen.

    Es wurde ein kleiner Wasserfall angelegt, eine Hängebrücke montiert, diverse Stege führen durchs Gelände und ein kleiner See rundet das Ganze ab.

    Wir sind definitiv keine Möchtegern-Ornithologen, aber wir freuen uns schon sehr über die vielen Vögel die wir noch nicht kennen, bzw. noch nie gesehen haben.
    Unser Spaziergang durch diesen Mini Jungle ist genau das Richtige für einen Tag wie diesen.

    Nebenan befindet sich das Monkeyland. Das nehmen wir auch noch mit.
    Im Vogelpark durften wir alleine laufen.
    Ins Monkeyland kommt man nur mit Guide.

    Wir sind eine kleine Gruppe. Der Guide spricht Englisch. Mir wird empfohlen die Brille abzunehmen und wir sollten alles sichern was wir dabei haben.

    Ohne Brille reinzugehen, ist leider keine Option für mich. Da wäre ich blind wie ein Maulwurf.
    Ich halte sie sicherheitshalber fest, wenn die Affen auf geringer Distanz sind.
    Klar, kann mich einer überraschen und sie mir aus dem Gesicht reißen. Aber die ganze Zeit die Brille festzuhalten, ist auch müßig.

    Es gibt überall Futterstationen. Da wird ganz schön viel Sauerei hinterlassen. Tischmanieren haben die Pelzträger nicht.

    Besonders herzig sehen die Babyaffen aus, die ihrer Mama am Bauch hängen oder auf ihnen herumklettern. Die Muttertiere gehen ihrerseits sehr liebevoll und beschützend mit ihrem Nachwuchs um.

    Fast am Ende unseres Rundgangs überqueren wir eine lange, schmale Hängebrücke. Wir laufen hintereinander und sind ungefähr in der Mitte.
    Plötzlich schwingt sich vom anderen Ende her ein großer Gibbon auf uns zu. Er hat sicher mit ausgestreckten Beinen eine Körperlänge von einem Meter.

    Der Rotzlöffel hat ein beachtliches Tempo drauf. Wer nicht im Flug von ihm umarmt werden, oder seine Füße in den Bauch gerammt bekommen will, duckt sich besser rechtzeitig weg.

    Uwe kämpft eine Sekunde mit sich, ob er lieber ein Foto macht, oder sich wegduckt. Er will beides.
    Ihm gelingt ein Foto während er schon in Deckung geht. Dadurch fängt er den Gibbon sehr nah aus einer coolen Perspektive ein. Leider kann ich das Foto hier nicht hochladen.

    Wie bei einer La-Ola -Welle verbeugen wir uns alle nacheinander so tief wie möglich vor dem König des hiesigen Dschungels.
    Es würde mich nicht wundern, wenn uns der Schlingel nochmal von hinten kommend einen Tritt in den Hintern geben würde.

    Vor der Brücke stehen einige Passanten die diese Szene beobachten und sich schlapp lachen. Hätte ich an ihrer Stelle auch getan.

    Es ist niemand zu Schaden gekommen und kein Handy in den Abgrund gestürtzt. Insofern bleibt uns allen ein amüsantes kleines Abenteuer in Erinnerung.

    Jetzt beginnt es wieder zu regnen, aber wir sind eh durch und machen uns auf den Rückweg.

    Unser kaltes Chalet ist nicht einladend. Es zieht uns wieder ins Kaminzimmer wo jetzt das Feuer schon knistert. Hier bleiben wir, bis ich zum Dinner wieder neben dem Bollerofen sitzen kann.

    Das Essen ist hier durchweg großes Kino. Wir genießen einen schönen Abend und kuscheln uns danach zeitnah in unser warmes Bett.

    Auf dem Dach klopft uns der Regen wieder einen Schlummerrhythmus vor und wiegt uns in den Schlaf.
    Read more