• 15. Oktober

    October 15, 2023 in South Africa ⋅ ☀️ 23 °C

    Der Frühstucksraum sieht schon deutlich zeitgemäßer aus, als der Rest des Hotels. Er befindet sich in einem ansprechenden Wintergarten mit weißen Rattanstühlen und mit einer wunderschön angelegten Terrasse für die wärmeren Sommertage.
    Die Einrichtung hat Vintage Style.

    Wir verabschieden uns aber heute und ziehen weiter.
    Unser nächstes Ziel ist das Lavender Farm Guest House in Frankschhoek.

    Für die Fahrt brauchen wir über den Swartberg Pass und die landschaftlich sehr reizvolle
    R 62 ungefähr viereinhalb Stunden.

    Der Pass schafft ca. 1600 Höhenmeter auf eine Länge von ungefähr 27 km.
    Er gehört zu den schönsten Pässen, die ich bisher gesehen habe.

    Unterwegs treffen wir sogar auf Radfahrer.
    Wie man mit reiner Muskelkraft solche Steigungen und Distanzen schafft, ist mir ein Rätsel.
    Respekt allen, die derartige Herausforderungen meistern.

    Die Fahrt über den Pass und entlang der R62 ist ein Traum.

    Wir halten mehrmals an, weil wir von den Panoramen die uns geboten werden, hellauf begeistert sind.

    Sanfte Hügel, trockene Felder, und blühende Karoolandschaften gehen über, in saftig grüne und üppig bewachsene Täler, je näher wir Frankschhoek kommen.

    Dieses idyllische Städtchen liegt mitten im Herzen des Weinlandes.
    Hier gibt es unzählige Weinberge mit ihrem herrlich grünen Laub und malerische Weingüter laden zur Weinprobe ein.

    Die Stadt imponiert mit wunderschönen weißgetünchten, historischen Gebäuden. Auch Kunst gibt es in manch einem Garten zu bestaunen.

    Unsere heutige Fahrt ist ein Erlebnis für die Sinne.

    In Frankschhoek sind aber die Spuren der Verwüstung die das Unwetter vor einigen Wochen angerichtet hat, noch deutlich zu sehen.

    Die halbe Straßenseite auf dem Weg zum Lavender House, ist weggebrochen. Ein Tunnel muss voraussichtlich für ein Jahr gesperrt bleiben.
    Mitten durch die Stadt zieht sich noch die Schneise einer Schlammlawine.

    Uns wird erzählt, dass eine Lawine im Begriff war, ein Township am Hang eines Berges zu fluten. Kurz davor sammelte sich aber hängengebliebenes Geröll, teilte sie in zwei Spuren und führte sie seitlich am Township vorbei.

    Diese Schilderung verursacht mir eine Gänsehaut.

    Unser Guest House scheint vom Schlimmsten verschont geblieben zu sein.

    Aber wir haben den Eindruck, dass hier die Prioritäten momentan nicht auf der Gastfreundschaft liegen.

    Es gibt eine Baustelle auf dem Gelände. Sie sieht nach einer Erweiterung des Zimmerangebotes aus.
    Vielleicht liegt der Fokus der Konzentration momentan mehr auf den Baumaßnahmen als auf der Gästebewirtung.

    Oder es gab doch mehr Schaden hier, der inzwischen zum größten Teil behoben ist, aber noch viele Ressourcen fordert.

    Ein paar kleine Aufmerksamkeiten würden meiner Meinung nach schon viel bewirken.

    Wir kommen am Nachmittag an und laufen am Pool vorbei. Es ist zwar kein Badewetter, aber die Sonne scheint und da sitzt man vielleicht auch gerne zum Lesen am Pool. Die Liegestühle sind allerdings eingepackt als wären sie im Winterschlaf. Das ist kein schönes Begrüßungsbild.

    Wir fühlen uns nicht willkommen, sondern als würde man uns zwar Obdach gewähren, aber bitte mit möglichst wenig Aufwand.

    Die Begrüßung fällt freundlich aus, ist aber noch weit weg von herzlich.

    Wir werden zu unserem Chalet gebracht. Es ist hübsch eingerichtet und hat einen traumhaft schönen Ausblick über ein blühendes Lavendelfeld und über einen kleinen See.
    Über die Berge hinter dem See, rollen weiße Wolken.

    Das sieht märchenhaft aus und tatsächlich war diese Aussicht der Grund dafür, warum wir hier ein Zimmer gebucht haben.

    Wir bringen unser Gepäck ins Chalet und laufen noch ein wenig durch die Straßen der Stadt, bevor wir zum Dinner in ein Steakhouse gehen.

    Die Häuser hier könnten aus einem Bilderbuch stammen. Kleine hübsch angelegte Vorgärten ziehen meinen Blick magisch an.
    In manchen Gärten stehen Kunstwerke.
    Süße Straßencafes und kleine Boutiquen rufen: Herzlich Willkommen.

    Frankschhoek ist eine Stadt zum Verlieben.

    Das Steakhouse ist bis auf den letzten Platz belegt. Gut, dass wir reserviert haben. Nach dem Essen ist auch klar warum dieser Laden so brummt. Es schmeckt himmlisch.

    Zurück in unserem Chalet lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Die Müdigkeit lässt auch nicht mehr sehr lange auf sich warten.
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