• 17. Oktober

    October 17, 2023 in South Africa ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach dem gleichen Kantinenflair- Frühstück wie gestern, verabschieden wir uns vom Lavender House und seinen Mitarbeitern.
    Das Zimmer und die Aussicht waren Top, aber der Wohlfühlcharakter fehlte uns hier leider komplett.

    Wir fahren heute zur Endstation unserer Reise, nach Kapstadt. Die letzten vier Nächte bleiben wir im Ocean View House in Camps Bay.

    Auf dem Weg dorthin liegt das Alpaca Loom Café mit integrierter Weberei.
    Es ist kein späktakulärer Ort. Aber wir dachten, ein Abstecher dorthin könnte nett sein.

    Alpakas sind einfach knuffige Tiere, die wir selten zu Gesicht bekommen.
    Vielleicht finden wir sogar ein nettes Souvenir in der Weberei.

    Was uns erwartet, sind drei Frauen an ihren kleinen Webstühlen, die uns kaum eines Blickes würdigen. Naja sie arbeiten ja auch und müssen sich konzentrieren.
    "Fotografieren verboten", steht auf einem Hinweisschild.
    Kann ich auch verstehen. Es sind ja schließlich Menschen, die hier nur ihr Geld verdienen.
    Ich möchte auch nicht von Touristen bei der Arbeit fotografiert werden.

    Die angebotenen Produkte sind für uns aber leider nicht ansprechend.

    Wir laufen nur kurz durch und besuchen direkt die Tiere in ihrem Gehege.
    Einige sind sehr dreckverkrustet und bleiben auf Distanz. Vielleicht sind wir nicht interessant weil wir kein Futter dabei haben.
    Wobei den Tieren eventuell auch etwas im Fell klebt, was ich sowieso lieber nicht anfassen möchte.

    Uns erscheint es nicht lohnenswert hier lange zu bleiben. Wir fahren noch nach Babylonstoren und verbringen lieber dort mehr Zeit.

    Babylonstoren könnte vielleicht als eine Art riesiger Bauernhof bezeichnet werden.
    Es gibt ein paar Esel und freilaufende Hühner die sich von Kindern streicheln lassen.

    Auf dem Hof gibt es auch eine ganze Reihe an Shops mit Artikeln aus eigener Produktion.

    Das Highlight ist aber ein Obst- Gemüse- Blumengarten, wie man ihn so schnell kein zweites Mal finden wird.
    Ein Idyll sondergleichen, mit der Möglichkeit durch die Anlagen zu spazieren und sogar etwas zu probieren wenn gerade Früchte erntereif sind.

    Wir müssen Eintritt bezahlen wofür ich Verständnis habe.
    Hier steckt sehr viel Arbeit drin und die kostet nun mal Geld.
    Nicht jeder der hier her kommt, konsumiert auch etwas.

    Man kann hier locker ein paar Stunden Zeit verbringen.

    Wir spazieren durch die Rabatten. Überall sehen wir idyllisch angelegte Sitzgelegenheiten. Insekten summen und Vögel zwitschern.
    Wir laufen auf gepflegten Schotterwegen und bewundern die Rosenbögen und Blumenspaliere.
    Heute gibt es auch kaum Besucher und das Wetter könnte nicht schöner sein.

    Wir sehen uns den Coffee Shop von innen an. Die Wände sind mit unzähligen Kaffemühlen dekoriert und Säcke mit Kaffeebohnen stehen in einer Reihe.

    In einer kleinen Bäckerei gibt es Regale mit allerlei schön verpackten Keksen.
    In der Frische Theke werden sowohl süße, als auch herzhafte Leckereien angeboten. Wir gönnen uns eine Quiche die uns ausgezeichnet schmeckt.

    Das Café entdecken wir erst nachdem wir uns schon die Quiche geholt haben. Also passen wir hier.

    Metzgerei und Käserei lassen wir aus, weil wir nicht im Selbstversorger Urlaub sind.

    Den Shop für Wein, Mermeladen und andere Gourmet Artikel besuchen wir aber auch noch. Er hat ein bisschen Scheunencharakter, was wir sehr ansprechend und passend finden.

    In der Gelateria holen wir uns ein Eis und setzen uns auf eine Bank im Schatten.
    Während wir unsere Erfrischung genießen, amüsieren wir uns über Kinder die sich um die freilaufenden Hühner kümmern, sie herumtragen oder streicheln.
    Ganz vorsichtig und liebevoll gehen sie mit den tiefenentspannten Tieren um. Manch ein Huhn könnte weglaufen wenn es wollte, aber es hat den Anschein, als genössen sie die Streicheleinheiten.

    Dann fahren wir weiter zu unserem Guest House in Kapstadt. Es ist gar nicht so leicht zu finden und die Stadt leidet gerade unter Verstopfung.

    Die vielen Baustellen an denen wir vorbei müssen, machen die Fahrerei auch nicht angenehmer.

    An den Ampeln laufen Straßenverkäufer zwischen den Autos durch und versuchen sich ein bisschen Geld zu verdienen. Da muss Uwe noch aufpassen, dass er niemanden über die Füße fährt.

    Sogar ein Rollstuhlfahrer versucht lebensmüde sein Glück. Ob er tatsächlich auf den Rollstuhl angewiesen ist, oder ob es ein Trick ist um auf eine großzügige Zuwendung zu
    spekulieren, kann ich nicht beurteilen.
    Wir schließen vorsichtshalber die Fenster und verriegeln die Türen.

    Unser Navi ist uns gerade keine große Hilfe. Es dauert bis wir unsere Bleibe finden.
    Aber sie liegt mega schön oben am Berg und bietet fantastischen Meerblick.

    Wir fahren in den sicheren Hof und steigen aus.
    Holla die Waldfee: Hier windet es so heftig, dass man wieder mal extra Haftmittel für Toupet und Gebiss braucht.

    Wir haben eine Suite in einem separaten Bereich gebucht und genießen äußerste Privatsphäre.
    Alles ist blitzsauber und wunderschön eingerichtet. Sogar einen Erker mit Sesseln und Glastür haben wir und einen privaten Garten mit Liegestühlen und Meerblick.
    Das ist eine traumhaft schöne Unterkunft für die letzten Tage.

    Es ist noch früher Nachmittag und wir machen uns nocheinmal auf den Weg um ein bisschen im Kirstenbosch Botanical Garden spazieren zu gehen.

    Er bietet sehr schöne Aussichten, geteerte und naturbelassene Wege, abwechslungsreiche Botanik, einen Bereich mit Dinosaurier-Skulpturen, ein Biotop, eine Hängebrücke, und, und, und. Uns gefällt es sehr gut.
    Wir genießen die warmen Sonnenstrahlen und das schöne weiche Licht des späten Nachmittags.

    Zurück im Guest House, verabschieden wir uns mit Blick aufs Meer von der untergehenden Sonne.

    Kaum ist sie weg, bläst der Wind ein paar Grad kälter und ich brauche wieder meine Winterausrüstung.

    Dieses Guest House ist nur ein B&B, es gibt also kein Restaurant. Wir fahren daher mit dem Auto zu einem Steakhouse. Es ist brechend voll.
    Ohne Reservierung hätten wir keine Chance auf einen Tisch gehabt.

    Ein paar Tische weiter sitzt eine deutsche Gruppe, die etwas zu feiern hat. Für deren Benehmen müssen wir uns fremdschämen. Das Personal ist peinlich berührt und mit der anstandslosen und lauten Gruppe sichtlich überfordert.

    Die Atmosphäre ist sehr unangenehm.
    So gut das Essen auch ist, verzichten wir auf Vorspeise und Dessert und machen uns direkt nach dem Hauptgang vom Acker.

    Zurück im Guest House bläst der Wind mittlerweile so heftig, dass ich am Hang stehend kaum die Autotür öffnen kann. Ich habe echt Sorge, dass es heute Nacht von einer Böe umgeworfen werden könnte und morgen irgendwo unten am Hang um einen Baum gewickelt liegt.

    Die ganze Nacht tobt und pfeift der Wind ums Haus. Das fühlt sich beängstigend an.
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