Rainy Hong Kong
November 14, 2024 in Vietnam ⋅ ⛅ 29 °C
Seit unserer Ankunft gestern Abend regnet es unaufhörlich – tropischer Regen, der uns fast das Gefühl gibt, in einer Szene aus einem abenteuerlichen Film zu sein. Freudentränen? Oder will das Wetter uns die Laune verderben? Die Regensaison hätte eigentlich schon im Oktober vorbei sein sollen, aber das Wetter hier hält sich nicht an den Kalender. 🌧️ Es ist unberechenbar, und leider kann man sich darauf wirklich nicht verlassen. Aber egal, wir lassen uns nicht unterkriegen und machen das Beste daraus.
9.00 Uhr – Der Wecker klingelt, und wir stehen gemächlich auf. Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns eine fantastische Aussicht auf Hong Kong Island, auch wenn der Regen die Szenerie in dichten Nebel hüllt. Der Blick auf die Wolkenkratzer und die belebten Straßen zeigt uns, wie gigantisch und lebendig diese Stadt ist. Trotz des schlechten Wetters wissen wir, dass wir heute ein bisschen mehr von Hong Kong erleben wollen.
Hong Kong ist eine der größten und am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Sie ist riesig, und das merkt man sofort. Überall, wohin man schaut, ragen Wolkenkratzer in den Himmel, und die Stadt fühlt sich sehr beengt an. Es ist alles andere als der entspannte Flair, den man sich in einem tropischen Urlaub vorstellen könnte. Was uns sofort auffällt, ist das Fehlen von Rollern – in Hong Kong fährt kaum jemand auf einem Roller. Es gibt überall Hinweise und Verbote: Hunde sind nicht erlaubt, Skateboard fahren ist verboten, kein Fahrrad fahren, Rauchen ist untersagt, und selbst das Gehen ist geregelt – auf der linken Seite bitte! Es scheint, als würde in dieser Stadt alles streng organisiert und reguliert, was ein bisschen unpersönlich wirkt.
Wir spazieren entlang der Harbourfront und schlendern langsam in die Stadt hinein. Die Harbourfront bietet einen schönen Blick auf Hong Kong Island. Wir lassen uns treiben, einfach durch die Straßen, ohne wirklich ein Ziel vor Augen – das gehört schließlich zum Reiseflair dazu. Doch im Hinterkopf haben wir schon zwei, drei Dinge, die wir unbedingt besuchen wollen.
Ein paar Stunden später finden wir uns auf der berühmten Sneaker Street wieder. Der Name ist Programm – hier geht es um Schuhe! Es ist wie ein Paradies für Sneaker-Fans, und obwohl wir uns ursprünglich nicht wirklich etwas kaufen wollten, lässt sich die Versuchung nicht leugnen. Schuhe kann man schließlich immer gebrauchen, und warum nicht ein neues Paar als Urlaubsmitbringsel? Kurze Zeit später sind wir beide stolze Besitzer eines neuen Paar Sneakers. Damit haben wir unser Ziel erreicht – Shopping in Hong Kong, zumindest für heute. Unsere Laune steigt wieder, und plötzlich bricht der Himmel sogar für einen Moment auf. Es wird ein wenig heller, und wir machen uns auf den Weg zurück ins Hotel.
Am Abend haben wir dann eine Reservierung für die höchste Bar der Welt – und was könnten wir Besseres tun, als die Stadt aus den Wolken zu betrachten? Das klingt doch nach einem perfekten Abschluss für den Tag. Also geht es ab ins Taxi, und schon wenige Minuten später sind wir an der Sky Bar des International Commerce Centres (ICC), dem höchsten Gebäude Hongkongs angekommen. Es geht mit dem Fahrstuhl bis in die 118. Etage, auf fast 500 Meter Höhe. Wir stellen uns eine grandiose Aussicht auf die Stadt vor, die bei Nacht sicher magisch sein muss. Doch als wir oben ankommen, ist alles anders als erwartet.
Leider wird unsere Vorfreude schnell enttäuscht: Die Sicht ist null – der Wolkenkratzer ist komplett in den Wolken verschwunden. Der Außenbereich der Bar ist gesperrt, und der Blick auf Hong Kong bleibt uns verwehrt. Es fühlt sich fast so an, als wären wir wieder in einer der Gondeln von Vietnam, als wir in den Nebel fuhren. Wie schade, das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Atmosphäre ist nicht wirklich die, die wir uns erhofft hatten. Statt einer atemberaubenden Aussicht auf die Lichter der Stadt, genießen wir nun einen alkoholfreien Cocktail in einem Raum, in dem kaum jemand außer uns ist. Etwas frustriert lassen wir uns aber nicht den Abend verderben.
Wir machen uns auf den Weg zur Temple Street, einem Nachtmarkt mit unzähligen Fressbuden und Verkaufsständen. Hier können wir uns ablenken, die lebendige Atmosphäre aufsaugen und den Tag mit etwas Street Food und buntem Treiben ausklingen lassen. Die Menschen, die mit ihren Ständen und Lichtern den Markt füllen, geben uns einen weiteren Eindruck von der Vielfalt Hong Kongs. Doch auch hier fühlt es sich nicht ganz so einladend an wie in anderen asiatischen Städten. Es gibt eine gewisse Anonymität in der Luft.
Schließlich kehren wir zum Hotel zurück, etwas frustriert, und mit dem Gefühl, dass Hong Kong uns noch nicht wirklich gepackt hat. Vielleicht wird es morgen besser. Wer weiß? Vielleicht zeigt uns diese Stadt ja doch noch ihre schöne Seite, wenn wir mehr von ihr entdecken.
Der Tag ist zwar nicht perfekt gelaufen, aber so ist es auf Reisen eben: Nicht jeder Tag muss unvergesslich sein – und wir sind sicher, dass noch viele bessere Tage auf uns warten!Read more






















