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  • Day373

    Grosse Dinger und kleine Hände

    January 24 in Myanmar ⋅ ☀️ 27 °C

    Unser Schiff nach Mandalay macht um fünf Uhr dreissig die Leinen los. Das heisst wir lassen um vier Uhr dreissig das flauschige Kissen los. Verdammt. Einfach zu früh. Scheinbar auch für den Taxifahrer, der uns zum Hafen bringt. Obwohl das staubige Bagan seit Wochen keinen Regen gesehen hat, läuft der Scheibenwischer auf Maximum. Nach zehn Minuten ist das Ding dann aus. Wahrscheinlich kaputt. Aber hey, Mr Too Early hat uns nicht umgebracht und das Benzin ist ihm auch nicht ausgegangen. Von daher, voll erfüllt. Unser Schiff bietet Platz für sechzig Gäste. Es sind aber lediglich dreizehn Gäste an Bord, die auf der zwölfstündigen Fahrt von neun Crew-Mitgliedern betreut werden. Also auch hier Schwund. Gut für uns, weniger gut für andere. Mandalay gefällt. Es ist ziemlich laut, mit vielen Düften, hektisch und sehr lebendig aber (noch) nicht wirklich modern. Eben wie Thailand vor dreissig Jahren. Im Gegensatz zu Yangon gibt es hier zum Glück auch Mopeds und daher keine grossen Staus. Dafür sonst ein paar unfassbar Grosse Dinge. Also neben meiner Liebe zur schönen Sue. (Ich weiss, *kotz*)

    Darunter das „Grösste Buch der Welt“ (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kuthodaw-Pagode). Die Seiten des Buches sind marmorne Steintafeln, die jeweils in einem eigenen schneeweissen Mini-Tempel stehen, allesamt gebaut rund um eine riesige güldene Pagode. Und ich dachte, Buddhismus kommt mit weniger Tamtam aus. Naiver Junge ich. Religion ist Religion. Noch grösser ist allerdings die komplett eingemauerte und von einem Wassergraben umschlossene Palastanlage in Mandalay. Mehr als fünf Mal so gross wie die „Forbidden City“ in Peking, China. Furchtbar gross. Dank marschierender Militärkapelle kommt bei unserer Ankunft für einen Moment sogar ein wenig Fasnachtsstimmung auf. Aber nur für einen Moment. Die Architektur Myanmars gefällt, insbesondere die teils komplett aus Holz gefertigten Kloster sind wirklich beeindruckend. Das Kombinieren von wunderschönen Stuckaturen, satten Farben und Unmengen an Gold mit furchtbar grellen und vielfarbig blinkenden LEDs führt allerdings unweigerlich und unverzüglich zu brachialem Brechreiz. Zumindest bei westlich-ästhetisch Empfindenden. Daran gewöhne ich mich die Tage definitiv nicht. Schrecklich. Einfach nur schrecklich. Wie Donald mit seinen kleinen Händen.

    So, das wars mit Myanmar fka Burma. Die nächsten zehn Tage kommen Tandoori Chicken, Aloo Gobi und Garlic Butter Naan auf den Teller. Oder in die Schüssel. Mal schauen. So oder so, Bioflorin steht bereit.
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