Sue and Pasci

Jung, dynamisch und arbeitslos. Und schön. Und bescheiden. Vor allem Sue.
Living in: Schweiz
  • Day239

    Die Götter mögen keine Schokolade (1/2)

    September 12 in the United States

    Auf Maui-Wowi folgt Oahu-...?? hmm ... folgt Oahu. Unser Mietwagen für die ersten Tage hier - ein ziemlich feudaler VW Passat - ist weit weniger amerikanisch als die letzte Karre und das gediegene und familiäre Airbnb bei Anders und Keiko weit weniger abenteuerlich als die Beach-Campings auf Maui. Und doch oder genau darum fühlen sich die Tage hier irgendwie mehr nach „Aloha“ an. Herrlich. Während sich Anders als grosszügiger und äusserst gesprächiger Schwede entpuppt - der ganz nach meinem Geschmack nicht ohne seine tägliche Ration Wein und Whiskey auskommt -, macht sich seine japanische Frau meistens rar und versteckt sich. Ausser am letzten Abend, da bereitet sie uns eine wahnsinnig leckere Poke-Plate als Dinner. Bevor sie wieder verschwindet. Irgendwo.

    Auf Oahu - der Wiege des Surfens - findet man all das, was Hawaii ausmacht. Wunderschöne und berühmte Beaches, ebenso schöne und talentierte Surfer, geschichtsträchtige Orte wie Pearl Harbor und einzigartige Bergformationen, die auch als Vorlage für Jurassic Park dienten. Und Dole kommt auch von hier. Genau, das mit den Früchten. Allen voran die geile Ananas. Und ja, es ist auch Teil der USA. Trump - die blöde Sau - hat also auch hier das Sagen. Oder auch nicht, wenn man dem neuen Buch von Bob Woodward glauben darf. Was ich tue. Uns gefallen in erster Linie die riesigen Portionen der Amis. Nicht billig, aber unsere Mittagsmenues vom Koreaner für je rund zehn Dollar ergeben schlussendlich drei Mahlzeiten. Mehr oder weniger. Und dann ist da ja noch Olivia. Ein Hurrikan der direkt auf die hawaiianischen Inseln zuhält. Nachdem wir auf Maui nur wenig Schwein hatten, sollte es also auch auf Oahu wenig paradiesisch weiter gehen. Schweinerei!

    Kurz vor Maui ist Olivia dann doch nur noch ein Tropensturm und wir ja schon auf Oahu. Nach den vereinzelten Tiefs der letzten Tage, wollen wir uns aber nicht unterkriegen lassen und erklimmen trotz Olivia den spektakulären "Lighthouse"-Viewpoint. Wind und Regen liessen sich allerdings nicht verhindern und so entwickelt sich der geplante Hiking-Day zu einem kurzen aber intensiven Sturm-Trekking. Wir haben wohl einfach keine Sonne verdient. Sue ist wohl einfach schon zu braun. Das gefällt den hawaiianischen Göttern gar nicht. Offensichtlich. Selber habe ich meine kritische Meinung zu Sue's Arbeiterkind- und Kinderschokoladen-Optik ja schon oft genug geteilt. Das haben wir jetzt davon. Lederhaut im Frühstadium und stürmisches Wetter. Danke. Sue.

    Naja, wir sind ja noch ein paar Tage hier.
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day234

    Wenig Schwein gehabt auf Maui (2/2) 

    September 7 in the United States

    Und dann ist es endlich so weit. Uns erwarten Strand, Sonne und Wärme auf der trockenen Seite der Insel. Sogleich und äusserst müde buchen wir eine Schnorchel-Tour nach Molokini - ein versunkener Vulkan, dessen Krater nur knapp über die Wasseroberfläche reicht und ein einzigartiges Korallenriff beheimatet. Da die Tour bereits um 06:15 los geht - genau, Arschgeigen! -, schlagen wir unser Zelt auf einem einfachen Camping ganz in der Nähe und direkt am Highway auf. Allerdings endet auch diese Nacht frühzeitig. Trotz Übermüdung weckt man uns noch vor Mitternacht mit dem Hinweis, dass dieser Camp-Ground Mittwoch/Donnerstag geschlossen sei und wir uns strafbar machen würden. Wat?! Was ist bloss mit dieser verdammten Insel los?! Ich könnt kotzen. Tue es aber nicht. Vernünftig wie ich bin. Und wegen der Sauerei im Zelt. Wie die Nacht endet in der Folge auch der Schnorchelausflug - oh Wunder! - kaum hat er begonnen. Zu viel Wind. Wie schon die letzten Tage. Das sagt einem natürlich beim Buchen und Bezahlen am Abend vorher keiner. Klar, sonst wäre das Schiff ja leer. Macht Sinn. Nochmals, Arschgeigen. 

    Geschnorchelt wird dann aber schon noch. Einfach woanders und weit weniger spektakulär. Uns gefällts trotzdem. Irgendwie. Nach vier Nächten mit grösstenteils vernachlässigbaren Schlafphasen, zieht es uns im Anschluss auf einen teuren, privaten und vergleichsweise gut ausgestatteten Camping-Platz. Eine warme Dusche und zehn Stunden Schlaf später, fühlt es sich doch tatsächlich ein wenig wie Urlaub an. Aber erst ein wenig. Damit irgendwann doch noch dieses Maui- oder generell Aloha-Feeling aufkommt, besorgen wir uns Tickets für ein Lu’au - traditionelle hawaiianische Küche gepaart mit allerlei Showeinlagen und „All-you-can-eat-AND-DRINK!“-Bändeli. Der Höhepunkt besteht aus einem saftigen Schwein, das nach mehreren Stunden in einem Erdofen feierlich ausgegraben wird. Das arme Schwein hat die kulinarische Prozedur erwartungsgemäss nicht überlebt. Schade. Aber lecker. Und so haben wir an dem Abend auch ein wenig Schwein - zumindest auf dem Teller - und zusammen mit diversen Drinks, sowie Sue‘s „fabulous look“ (schau Foto) und gekonnter Hula-Tanzeinlage (schau Video), entsteht tatsächlich eine Art Wowi-Maui-Feeling. Dann heisst es allerdings auch schon wieder Tschaui-Maui. In der Hoffnung, Hawaiian Airlines bringt uns unbeschadet nach Oahu. 

    Das ist da wo Honolulu, Waikiki-Beach und Pearl Harbor ist. Im Fall. 

    Ein Video zu Maui gibt's hier: https://youtu.be/_lupwv24Glw
    Read more

  • Day231

    Wenig Schwein gehabt auf Maui (1/2)

    September 4 in the United States

    Der Empfang am Flughafen auf Maui ist warm und freundlich. Überall stehen nette Empfangs-Damen mit Namenstafeln und diesen typischen Aloha-Blumenketten. Unser Name steht allerdings nirgends. Schade. Ich hätte auch hier mehr erwartet. Das ist schliesslich Hawaii! Unsere Bleibe, unser Gefährt und somit unser Heim für die nächsten sieben Tage heisst Wrangler, Jeep Wrangler! Total geile Kiste mit Zelt auf dem Dach. Endlich sitze ich wieder am Steuer und kann was bewegen. Das habe ich vermisst. Sue macht ja schon oft mit, hat aber meist doch auch eigene Ideen und Vorstellungen im Kopf. Nicht so der Jeep, der macht genau das was Papa will. Ok, Sue navigiert. Also mach ich eigentlich das was Sue will. Verdammt.

    Der erste Teil der Reise hier führt uns über die spektakuläre Road to Hana, auf die regnerische Seite von Maui. Beim ausgewählten Camping werden wir erneut nicht feierlich empfangen und um die hinterlassene Nummer anzurufen, müssen wir ein paar Kilometer weiter Empfang suchen. Kurz bevor wir uns auf den Weg machen, steht plötzlich eine eher unattraktive Frau in ihren Mid-Vierzigern an meinem Fenster. Sie wirkt irgendwie verladen. „Crack geraucht?!“ Geht mir durch den Kopf. Wo „Kähiu“ wäre, will sie mit flacher Stimme wissen. Keine Ahnung, habe ich hawaiianische Tattoos im Gesicht? Aber das klingt irgendwie ähnlich wie da wo wir hin wollen, um zu telefonieren. Sichtlich erleichtert, will sie uns in ihrem Auto folgen. Nebenbei und kaum verständlich erwähnt sie noch, dass ihr Freund das Auto geschrottet hätte, dessen völlig demolierte und leicht rauchende Front ich erst jetzt im Rückspiegel erkenne. Hmm. Zu meiner Überraschung - oder eben auch nicht - sitzt ausser ihr aber niemand im Auto. Ich bin also ziemlich sicher, dass nur sie ihren Freund sehen kann. Wie die Tattoos in meinem Gesicht. Nach fünf Minuten am Ziel angekommen, meint die olle Crack-Nudel mit vernebeltem Blick, das wäre nicht, was sie gemeint habe. Ein verzerrtes Lächeln später torkelt sie bereits auf ein paar richtige Locals zu. Und tschüss.

    Die erste Nacht ist kurz und aufgrund immer wieder einsetzendem Regen äusserst laut. Geschlafen wird trotz der Flasche Rotwein wenig. Zumindest auf meiner Seite vom Zelt. Am nächsten Morgen wird schnell deutlich, wieso Hawaii auch „Rainbow State“ heisst. Die Dinger sind hier überall. Vielleicht kommen die sogar von hier. Ursprünglich. Doch wie damals in den Anden, warten wir auch hier vergeblich auf die ganzen Einhörner, aus deren Arsch die Dinger ja entspringen. Wahrscheinlich mögen die keinen Regen. Wohl auch der Grund, wieso die farbigen Dinger jeweils nur von kurzer Dauer sind. Vielleicht mal Laura fragen, die kennt sich damit ja aus. Nach einem kurzen Tasting-Besuch beim einzigen Weinproduzenten hier - die machen sogar Wein aus Ananas!? -, gehts rauf auf den Vulkan Haleakala, wo uns ein atemberaubender Sunset vorgeführt wird. Gleiches gilt allerdings auch für die Kälte nach dem Eindunkeln, die verschlägt einem ebenfalls den Atem. Unser Plan ist es, auf dem Gipfel zu übernachten und dem hoffentlich ebenfalls spektakulären Sonnenaufgang beizuwohnen. Das Zelt auf dem Dach haben wir ja immer dabei. Ausser ein paar Sterngucker sind wir alleine, als wir uns Chickpea-Curry mit Quinoa - genau, davon haben wir immer noch! - aufwärmen. Irgendwann sind wir ganz alleine und versuchen aufgrund der eisigen Temperaturen im anstatt auf dem Jeep zu schlafen. Mit mässigem Erfolg. Der Sunrise ist zwar auch schön, aber bei Hawaii hatte ich irgendwie immer Bast-Röckli und Strand im Kopf und nicht Insomnia und kältebedingte Nahtoderfahrung.

    Naja, wir sind ja noch ein paar Tage hier.
    Read more

  • Day228

    Süss, süsser, Sue? Nein, Rache!

    September 1 in the United States

    Nachdem wir Lateinamerika nach siebeneinhalb Monaten hinter uns gelassen haben - schön wars! -, befinden wir uns auf dem Weg von Mexico City nach wonderful Hawaii. Geil. Der Weg führt allerdings über Los Angeles, wo wir wie Obdachlose oder Tom Hanks einen Nachmittag und eine Nacht am Flughafen verbringen werden. Zumindest war das der Plan. In LA angekommen, erkennen wir, wieso LAX zu den Top 5 der schlechtesten Airports zum Übernachten gehört. Wir buchen also kurzerhand ein Hotel für im Vergleich günstige siebzig Stutz. Gäbe trotzdem etwa zweihundert Pupusas zu futtern. Oder zwanzig „Corona Mega“ á je 1,2 Liter! Doch die mit Prämienmeilen gebuchte Reise startet schon vorher mit völlig unnötigen Hindernissen. Die lächerlich ernst wirkende Dame am Check-In in Mexico City vertritt die Meinung, dass für Aufgabegepäck auf jedem United Flug separat sechsundzwanzig Dollar zu entrichten sind, während Sue und ich auf die in der Miles & More Buchung ausgewiesene Freigepäckmenge bestehen. Ein Supervisor und zwei Telefonate später, grinse ich den kleinen Miesepeter siegreich an, während dieser unser Gepäck mit den in der Branche üblichen Aufklebern versieht. Umsonst. Bitch.

    Nach einem kurzen Stimmungshoch stürzt Sue‘s Gemüt allerdings bereits ins nächste Loch. Während ich auf einem gediegenen Fensterplatz in der Mitte des Fliegers sitze, verschlägt es die kleine Sue auf einen Mittelsitz in einer der letzten Reihen. Neben der Toilette. Pfui. Ich kann mir ein kurzes und leicht diabolisches Grinsen nicht verkneifen, als sich Sue über die Unfähigkeit der Airlines auslässt, zusammen Reisende nicht auf nebeneinander liegende Sitze buchen zu können. Natürlich können sie das. Im Falle von United hat das auch prima geklappt und Sitzplatzänderungen können sogar kostenlos vorgenommen werden. Und genau diese Funktion habe ich beim Online-Check-In auch genutzt, um Sue weg von ihrem automatisch zugeteilten Fensterplatz und in die hinterste mögliche Reihe zu spedieren. Wieso? Wieso wohl?! Wie war das damals auf dem Flug nach Kuba mit dem Fensterplatz? Wer wollte den Platz keinesfalls seinem langbeinigen Lebensabschnittspartner abtreten und liess diesen auf dem gammligen Mittelsitz leiden? Genau, die sture Sue. Frech war sie. Tja, Rache ist süss! Sehr süss sogar, denn die letzten Gummibärchen verputze ich bei der Gelegenheit auch gleich. Alleine. Bi..., ähh, Babe.
    Read more

  • Day226

    Royale Maskerade zum Schluss

    August 30 in Mexico

    Um Reisezeit zu sparen und aufgrund unverschämt guter Preise, fliegen wir nach Mexico City. Kaum stehen wir mit unseren Rucksäcken in der Metro in Richtung Innenstadt, bekommen wir es auch schon mit der Polizei zu tun. Aber anstelle meinem inneren Fluchtwunsch zu entsprechen und davonzurennen, höre ich mir den in eine sichere Schutzveste verpackten Pistolenmann kurz an. Nicht dass ich etwas verstanden hätte, aber es scheint, als ob sich der gute Mann um uns hilflos und schwach wirkenden Touris sorgt. Seinen Gesten und Bewegungen nach sollen wir doch bitte im abgesperrten Abteil für Frauen und Kinder reisen. Wäre sicherer. Echt jetzt? Verdammt, so schnell werde ich diese royale Prinzessinnen-Aura wohl nicht mehr los.

    Der wichtigste Programmpunkt hier ist ein Besuch auf der Schweizer Botschaft. Dieser erfolgt allerdings nicht wie seit dem 1. August-Debakel gehofft auf späte und reumütige Einladung von Thomas Borer oder sonst einem ulkigen Kultur-Attaché, sondern auf eigenen Wunsch. Für eine notarielle Angelegenheit. Und so stehen bei meinem royalen Eintreffen weder Cervelats noch Fondue bereit. Schade. Habe irgendwie mehr erwartet. Das merke ich mir für die nächste Steuererklärung. Knausern kann ich auch. Im Anschluss und frisch aus dem Nagel- und Wellness-Studio treffen wir die beiden schwäbischen Prinzessinnen Lisa und Cécile - nebenbei die gemeinsamen Gewinner des Pub-Crawl-Quiz in San Cristobal - an ihrem letzten Tag auf Reisen noch zu Speis und Trank. Eine Art Versumpfer-Lunch sollte es werden, bevor die beiden um Mitternacht zurück nach Deutschland fliegen. Und nachdem das unerwartet schicke DHL unverschämte fünfzig Stutz von mir will, um ein zweiseitiges Dokument in die Schweiz zu schicken, vermag mich die liebe Lisa mit ihrem Angebot trösten, das Dokument mitzunehmen und aus good old Germany ins schöne Nachbarland zu überstellen. Total nett. So unter Royals eben.

    Mexico City gefällt uns sonst ganz gut und wir verbringen erwartungsgemäss viel Zeit auf den Beinen und mit Tacos. Unter anderem wandeln wir auch auf den Pfaden der 1954 verstorbenen Frida Kahlo - dank Monobraue die Theo Weigel der mexikanischen Kunstszene - mit äusserst spannender Lebensgeschichte und Kunst. Und wenn man schon in einer grossen Stadt ist - genauer gesagt in der zweitgrössten Stadt der Welt -, darf ein wenig Shopping natürlich auch nicht fehlen. Wie immer ist Sue eifrig aber selten erfolgreich auf der Suche nach diversen Dingen, während ich eigentlich nichts brauche, aber nach fünfzehn Minuten aus drei unterschiedlichen Läden drei super tolle Teile zusammen habe. Sue hat dann doch auch noch ein paar schöne Sachen gefunden, aber da war ich schon längst Eis essen. Für ein Mal also weniger Prinzessin und mehr Shopping-Queen.

    Den letzten Abend hier und generell in Lateinamerika verbringen wir bei fermentiertem Kaktus-Gesöff und Lucha Libre - dem mexikanischen Wrestling. Ein Sport der in etwa gleich viel Interesse in uns weckt wie Altgriechisch. Aber egal, die Mexikaner stehen total drauf und entsprechend ausgelassen ist die Stimmung. Das mag aber auch an den hier erhältlichen 1,2 Liter grossen „Corona Mega“ liegen. Die Arena Mexico ist laut unserem Guide ausserdem der einzige Ort, an dem schon kleine Kinder offiziell in die hässlichen Fan-Chöre mit einstimmen dürfen, welche man uns vor dem Betreten der Arena natürlich auch mit auf den Weg gibt. "Du Huuure!", "Arschloch!" und "Fick deine Mutter!" sind die beliebtesten Parolen. Also eigentlich wie in der FCZ Südkurve. Als kleines Dankeschön und wohl um die Arena optisch aufzupeppen, erhalten wir ausserdem je eine farbige Kampfmaske. Kaum angezogen und Sue in Maske vor mir, schiessen mir allerdings keine Bilder vom Wrestling durch den Kopf, aber den Teil werde ich hier ausnahmsweise nicht weiter ausführen. Royals schweigen. Hat man mir gesagt.
    Read more

  • Day223

    Es mussten Köpfe rollen

    August 27 in Mexico

    Die Fahrt nach Palenque geht um 04:00 los! Arschgeigen. Wobei an der Stelle darf man(n) auch einmal ein paar Komplimente aussprechen. Wer so unkompliziert und zufrieden reist, sich ununterbrochen um das Wohl des andern kümmert, dafür sorgt, dass man sicher am nächsten Ziel ankommt und jegliche Sprachbarrieren überwindet, dem darf man auch ab und zu ein Danke widmen. Ich bin wirklich froh mit mir unterwegs zu sein und danke mir von Herzen. Sue auch. Nehme ich an. Mit ihr zu reisen ist aber trotz gelegentlicher Schwierigkeiten an Steilhängen auch ganz nett. Ok, ich wäre ziemlich verloren ohne die kleine Sue. Und auf dem Programm stehen hier zum Glück keine Vulkane sondern Maya Ruinen. Mal wieder und wohl zum letzten Mal auf dieser Reise. Wobei Palenque ist anders. Hier darf man auch das Innere diverser Bauten erkunden. Total muffig und creepy. Vor allem wenn man im letzten Bus eben noch Apocalypto (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Apocalypto) gesehen hat, wo die steilen Treppen der Tempel in erster Linie dazu dienen, um unter frenetischem Applaus die Köpfe von Geopferten hinunterzurollen.

    Nachdem wir in den Cascadas Roberto Barrio - eine mindestens so eindrückliche Flusslandschaft wie Semuc Champey - schwimmen und klettern waren, geht es schon wieder zurück nach San Cristobal. Eigentlich hatten wir ja eine Nacht in Tuxtla Gutierrez geplant, was näher am gleichnamigen Flughafen liegt, von wo wir nach Mexico City fliegen werden. Davon wurde uns aber bei unserem letzten Besuch in unserer Lieblings-Weinbar von einem älteren Herren abgeraten. Sei nicht schön da. Würde sich nicht lohnen. Die Aussicht auf einen weiteren Abend in der Weinbar in Kombination mit fortgeschrittener Trunkenheit liess mich denn auch keinen Moment zögern, das bereits gebuchte Hostel umgehend und ohne Rücksicht auf Verluste zu stornieren. Und so verbringen wir tatsächlich einen weiteren Nachmittag/Abend mit Wein, Tapas und Zigarre in San Cristobal, ehe wir den letzten Abend ausserhalb Mexikos Hauptstadt mit einer wunderbaren Pizza beschliessen. Burritos machen sie aber auch ganz toll hier. Habe ich zumindest gehört.
    Read more

  • Day220

    Vergleichbar mit Antigua in Guatemala, ist auch San Cristobal de las Casas in Mexico super schön. Wie Sue. Den ersten Tag verbringen wir mit Walking-Tour (inklusive diverser Tastings wie sich herausstellt) und anschliessendem versumpfen in einer Weinbar - welche wir die Tage noch öfters besuchen werden. Sehr zu meiner Freude vergehen an dem Tag keine dreissig Minuten, ohne dass ich mir nicht irgendetwas zwischen die Kiemen schiebe. Love it! Als weitere Reise-Neuheit schliessen wir uns am Abend einem Pub-Crawl an. Eine Art Führung durch das hiesige Nachtleben mit Verkostung diverser - teils grenzwertig stinkender - nationaler und lokaler Getränkespezialitäten. Acht Mädels und ich. Schon wieder Hühnerstall. Dann lasse ich wie beim Mini-Skorpion eben auch ein wenig die Prinzessin raushängen. Den Hahn im Korb traue ich mir bei Sue‘s teils strengem Blick leider nicht zu. Wobei, vielleicht ist sie auch nur müde. Egal, lieber nichts riskieren und Prinzessin ist ja auch cool. Als Teil des Pub-Crawls gibt es auch ein mehrteiliges Quiz, bei welchem neben Wissen auch Zeichnen mit der schwachen Hand gefragt ist. Das erste Sujet soll ein „sweet puppy“ sein. Genau, ein süsser Welpe. Ich dachte zu dem Zeitpunkt und im Nachhinein völlig unerklärlich aber einfach an Jungtiere. #vollidiot #noenglishskills #totallyoverrated #hateme. Hab ein Küken gezeichnet. War süss. Aber falsch. Null Punkte. Schade.

    Da ich das Quiz völlig unerwartet nicht gewonnen habe - Gary fehlt eben schon ein wenig -, besuchen wir tags darauf einen Nationalpark per Speed-Boat. Ein zwanzig Kilometer langer Canyon voller Affen, Krokodile, Pelikane und sonstigem Geflügel. Gary würde es hier aber nicht gefallen. Hat keine Bar. Uns gefallen die eindrücklichen Felswände die bis zu tausend Meter senkrecht gen Himmel schiessen. Noch eindrücklicher ist nur der ganze Abfall und Plastikmüll, der auf dem Fluss treibt und sich an diversen Stellen sammelt. Das Boot muss über weite Strecken den wachsenden Müllinseln ausweichen, auf welchen sich schon diverse Wasservögel niedergelassen haben. Schönes Naturschutzgebiet haben die hier. Und bevor ich meine Hände kurz ins verdreckte jedoch kühle Nass tauchen kann, warnt mich Sue mit einem leider offensichtlich ernst gemeinten „Achtung, susch chätscht der es Kokodril no d Manikür ab de Finger!“ Auf Deutsch heisst das so viel wie „Achtung, sonst kaut dir ein Krokodil noch die Maniküre von den Fingern!“ Klar, wir kamen erst gegen zwei Uhr morgens ins Bett. Trotzdem, das Mädchen hat sowohl Bachelor wie auch Master locker geschafft und ich frage mich, wie aus einem so schönen Gesicht dennoch solcher Quatsch kommen kann. Sue sich auch. Hoffentlich.

    Nach weiteren Besuchen in der Weinbar und gemütlichen Mädels- und Prinzessinnen-Runden mit Lisa und Cécile - zwei böhmisch-fränkische Prinzessinnen, die sich den Pub-Crawl mit uns angetan haben -, zieht es uns als nächstes nach Palenque. Wieso weiss ich nicht mehr. Schöner als unsere Weinbar kann es eigentlich nicht sein. Wir werden sehen.
    Read more

  • Day217

    Die nächsten vier Tage verbringen wir in Santa Cruz la Laguna am wunderschönen Lake Atitlan. Ein wenig Erholung vom Driftwood-Trubel und den verdammten Zimt-Schnaps wieder aus dem Körper waschen. Der See erinnert in seiner Erscheinung irgendwie an den Vierwaldstädtersee, wobei hier anstelle von Titlis, Pilatus, Brienzer Rothorn & Co stramme Vulkane das tiefe Blau einsäumen und bis in die Wolken reichen. Sollte es denn welche haben. In unserem ungewöhnlich geräumigen Zimmer werden wir von einem Mini-Skorpion empfangen. Sue ist not amused. Ich finds spannend, hatten wir auf der Reise auch noch nicht. Mit der Beseitigung bin ich allerdings auch leicht überfordert. Da drückt dann doch die Prinzessin in mir durch. Gary, der meistens mit Geländer streichen beschäftigt war, wüsste sicher was zu tun ist. Wir nicht. Darauf angesprochen, bereinigt der Typ vom Hostel die Situation rasch, unzimperlich und mit tierischer Todesfolge. Mit einem Besen. Ich wünsche mir trotzdem, Gary wäre hier.

    Und ja, wie gesagt, viel haben wir hier nicht gemacht. Gemütliche Tage am See eben. Ein weiteres Reise-Novum und Highlight ist sicherlich das authentische Südstaaten-BBQ bei Smoking Joe’s in San Pedro. Und was hat das mit Guatemala zu tun? Natürlich nichts. Und das ist ausnahmsweise scheiss egal, denn Ami-Style Brisket, Rips und Smoked Chicken sind einfach geil. Egal wo. Das Brisket ist denn auch ein absoluter Traum und die eine Portion Mac&Cheese schaffen wir auch zu zweit nicht. Das hätte dem Deutz sicher auch gefallen, aber wir haben ihn hier nicht gesehen. Schade. Das war es dann aber auch schon mit der Aufregung. Einzig als wir in San Marcos das Restaurant „Comedor Susi“ und das Hotel „Paco Real“ passieren, kommt das Blut noch kurz in Mini-Wallung. Doch zwei Sekunden und ein Lächeln später, ist bereits wieder Entspannung angesagt. Bloss kein Stress! Das nächste Ziel, San Cristobal de las Casas, liegt schliesslich in Mexico und Stress an der Grenze ist nie gut.

    Das Schiff um zum Shuttle - welches das nette Hostel für uns gebucht hat - zu kommen, fährt schon um 06:30. Meine Stimmung hält sich also in Grenzen. Kaum beim Shuttle, gerät meine kleine Welt dann vollends aus den Fugen. Wie sich herausstellt, zahlen wir knapp fünfzig Prozent mehr für den doofen Bus, als alle anderen Anwesenden. Es gibt wenig, das ich so sehr hasse wie derartige Ungerechtigkeit und Unfairness. Spontan kommt mir nur das Verlieren gegen Kurt in den Sinn. Egal bei was. Ich schaue den kleinen Guatemalteken also mit leicht geneigtem Kopf an und ziehe eine Augenbraue wie Dwayne „The Rock“ Johnson, bevor ich meine offensichtliche Unzufriedenheit versuche in Worte zu fassen. Nach kurzer und äusserst erfolgloser Diskussion - Preise sei Sache der Travel-Agencies und nicht vom Busfahrer, was wohl stimmt, mich an der Stelle aber nicht im Geringsten interessiert - reisse ich meine Tasche aus dem Kofferraum und laufe davon. Sue hinterher. Leicht verunsichert und wohl not really amused. Gary hätte den kleinen Azteken sicher verhauen. Für mich. Wie sich herausstellt und das Bus-Männchen mehrmals betonte, gibt es aber tatsächlich nur ein einziges Shuttle pro Tag. Toll gemacht, Pascal. Ganz toll.

    Mir ist das irgendwie egal. Eher bezahle ich uns eine Nacht in einem schönen Hotel, als mit dem teuersten Ticket im Bus zu sitzen. Aber soweit kommt es dann doch nicht. Obwohl wir keinen Saldo mehr auf unseren Handys haben, Gary nicht zu Hilfe eilt und der Weg nach San Cristobal weit ist, besteigen wir mittel-optimistisch und mit dem kaum vorhandenen Gefühl, das Richtige getan zu haben, einen vorbeifahrenden Chicken-Bus, um in Richtung der mexikanischen Grenze zu fahren. Und siehe da. Wir fragen und schlagen uns so durch und schaffen es doch tatsächlich ohne Zwischen- und Todesfälle, um knapp nach Zehn beim Hostel in San Cristobal zu klingeln. Fazit: Knapp fünfzehn Stunden für eine Schiff-, sechs Bus- und drei Taxifahrten, viel Abwechslung, eine Tüte Gummibärchen und im Vergleich zum Shuttle nur die Hälfte bezahlt. Toll gemacht. Pascal. Sue auch. Gary nicht.
    Read more

  • Day213

    Von Fireballs und anderen Kugeln

    August 17 in Guatemala

    Der Pool vom The Driftwood Surfers, von dem Immi so geschwärmt hat, ist schnell gefunden. Gibt ja auch nur einen hier. Und da José Andres aus Guatemala City eben erst Geburtstag hatte, gibts gleich mal eine Runde Fireballs. Sue hasst diese Zimt-Whiskey-Shots. Ich finde sie ganz ok. Wobei, nein, wie Laura und Lasse find ich die Dinger sogar richtig geil. Die nächste Runde geht auf mich! Ich brauche also nicht lange, um zu verstehen, was dem Immi hier so gefallen hat. Neben der Pool-Bar sind es die Leute, das Essen und allerlei drum herum. So entwickelt sich im Laufe der kurzen drei Tage zwischen Gary - einem Engländer wohl so Mitte vierzig, der schon länger hier fest sitzt und sich sein Bett und Essen mit ein paar Stunden körperlicher Arbeit pro Tag verdient - und mir gar eine richtige Bromance. Neben dem Gesamtsieg der Quiz-Night gipfelt unsere Blitz-Freundschaft im Gewinn des Extra-Shots für die wildeste angedeutete Sexstellung. Jup, wir gewannen dank einer Double-Penetration-Performance auf dem Billard-Tisch, bei der mir Gary über mir kniend mit einem Billard-Queue und einem "who's your daddy?" einheizt, während ich auf dem Rücken liegend die rote Drei als eine Art Liebeskugel zwischen meinen Lippen balanciere. Leider gibt es davon keine Fotos. Hoffentlich. Oder Sue?

    Für den Rest des Abends bringt uns in der Folge auch niemand mehr weg vom Billard-Tisch. Also spielerisch, das mit der erotischen Performance war kein Vor- sondern eher ein kurzes Zwischenspiel. Ähnlich der Unschlagbarkeit von Fönz und mir am Töggeli-Kasten oder beim Kubb - dieses Vikingerschach, bei dem man mit Stöcken um sich wirft -, bleiben Gary und ich - die zwei ältesten Hasen in diesem Hühnerstall - trotz fortgeschrittener Volltrunkenheit unbesiegbar. Zumindest an dem Abend. Sonst ist ja eher Tischtennis mein Ding. Ausser Kurt ist dabei, dann ist Verlieren mein Ding. Doch auch ohne Kurt scheint Tischtennis nicht mehr so mein Ding zu sein. Hier an der Pazifik-Küste macht mich nämlich ein kleines albanisch-stämmiges Mädchen ohne zu zögern und mit gelangweiltem Bitch-Face 21:11 fertig. Unser Altersunterschied hatte in etwa das gleiche Verhältnis. Zum Glück habe ich mich schon vor dem Start deutlich gegen die Hausregel ausgesprochen, womit ich zur Strafe nicht nackt um den Pool rennen muss, sondern die Schmach mit einem Jägermeister und einem kurzen aber respektvollen Doppeladler bereinigen kann. Kurt macht den ja auch gerne. Trotzdem Kacke. Zum Glück ist Gary da, um mich nach einer siegreichen Runde Beach-Volley an der Bar wieder aufzumuntern. Bromance eben.
    Read more

  • Day208

    Wow, wow, wow. Antigua ist total schön und einladend. Tolles Essen. Wein. Zigarre. Und die Liebste an der Seite. Genau, Sue. Das Städtchen macht in unserem Fall irgendwie alles richtig. Ideales Timing, denn die schöne Sue hat ja Namens- und Geburtstag gleich nacheinander. Vielleicht liegt unsere überschwängliche Glückseeligkeit aber auch einfach daran, dass ich uns nicht wie behauptet ein süsses Hostel reserviert habe, sondern bei Booking.com die übliche Sortierung nach dem Preis einfach umgedreht und uns als kleine Überraschung ein piekfeines Luxus-Hotel gebucht habe. Alles riecht so gut, ist wunderschön und fühlt sich total toll an. Schon bemerkenswert, wie sehr man sich nach einigen Monaten an Shitholes gewöhnen kann und wie sehr man Luxus auf ein Mal zu schätzen weiss. Nicht wie zu den besten Zeiten als Manager bei einer Schweizer Bank, als man(n) sich im 5*-Palast in Singapur noch daran störte, dass man von der Marmor-Badewanne aus nur zwei Drittel der Start/Ziel-Geraden der Formel 1-Strecke im direkten Überblick hatte. Scheiss Zimmer.

    Aber hier ist das anders. Als ich am ersten Morgen erwache, muss ich erst einmal Sue suchen. Irgendwann fand ich sie - am anderen Ende vom Bett. So gross ist das. Und die Bettwäsche! Für ein Mal sind wir beide den Tränen nahe. So angenehm ist die. Und das äusserst zuvorkommende und heimlich instruierte Personal überrascht das Geburtstagskind sowohl im Bett als auch beim anschliessenden Frühstück gleich zwei Mal mit Schoko-Torte. So nett sind die hier. Vom Frühstück selber rede ich erst gar nicht. Ansonsten würde ich hier wirklich noch in Tränen ausbrechen. Ich weiss also nicht, ob wir nach zwei Nächten in dieser himmlischen Habitation zurück in diese andere Welt können. Ein Welt ohne dezent aromatisierte Räumlichkeiten, ohne überdimensionierte Whirlpools und ohne fünfzehn total kuschelige und doch saugstarke Frottee-Tücher pro Tag - und Person. Wir werden sehen. Zuerst besteigen wir den Volcan Acatenango in der Hoffnung, der kürzlich ausgebrochene und todbringende Volcan Fuego gleich daneben bleibt die zwei Tage anständig. Ich bin schliesslich beim Frühstücks-Buffet auch nicht in Tränen ausgebrochen. Zumindest nicht von aussen sichtbar.

    Fuego war anständig und ganz unspektakulär blieben alle unverletzt und am Leben. Sue auch. Ihr Fazit nach dem Abstieg lautet: "Guet hämmers gmacht, de muesis nie meh mache!" Das klingt jetzt doch etwas gar nudelfertig. Und das war die kleine Sue auch. Vom Fusse auf 2'000m erreichen wir das Basislager auf 3'600m nach etwa fünf Stunden und die Sonnenaufgangs-Besteigung zum Gipfel auf knapp 4'000m startet am zweiten Tag um 03:45. Und das nach den zwei verwöhntesten und erholsamsten Nächte der bisherigen Reise. Starker Tobak! Wobei genau das hatte ich vergessen. Eine Zigarre. Schade. Ansonsten gilt auch hier, dass das Erlebte und Gesehene schwer in Worte zu fassen sind. Daher überlasse ich das den Bildern und Videos. Sue fand es dann doch auch ganz toll. Meistens. Und um die geschundenen Füsse und die schwindende Bräune etwas zu pflegen, zieht es uns als Nächstes nach El Paredon an der Pazifik-Küste. Immi - mein kleiner Bruder - hat sich an der dortigen Pool-Bar scheinbar schon massiv die Kante gegeben. Da muss ich hin. Sue demzufolge auch.
    Read more

Never miss updates of Sue and Pasci with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android