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  • Day371

    Geburtstagsklettern mit Terror-Touris

    January 22, 2019 in Myanmar ⋅ ☀️ 26 °C

    Kurz nach unserem einjährigen Reisejubiläum, feiere ich auch schon wieder Geburtstag. Den Zweiten auf Reisen. Letztes Mal in Uruguays Montevideo, dieses Mal in Myanmars Bagan. Und somit schon wieder nicht zu Hause bei Freunden und Familie. Schon traurig. Da helfen auch die geburtstäglichen sexuellen Gefälligkeiten nur bedingt. Aber sie helfen. Wie immer. Und dank Elektroscooter, Pizza und Vodka steigert sich die Stimmung im Laufe des Tages auf ein durchaus ansehnliches Niveau. Auf den letzten Metern helfen dann noch Tequila und Cohiba mit. Ich fands toll. Den Rest vom schönen Bagan und den einhundertsechsundvierzigtausendvierhundertzwölf Tempeln und Pagoden sollen der schönen Sue ihre schönen Fotos erzählen. Ich mag nicht mehr schreiben. Hab schliesslich Geburtstag. Verdammt nochmal.

    Ok, eine Sache noch. Uns fällt auf, dass im heutigen Myanmar - wohl anders als in Thailand vor dreissig Jahren - relativ viel Angebot auf relativ wenig Touristen trifft. Trotz Hochsaison. Viele Restaurants sind leer und im Hotel in Inle Lake waren wir stellenweise die einzigen Gäste. Wie ein Tourguide erklärt, sind die Touristenzahlen rückläufig und man vermutet, dass das nach dem letzten grossen Erdbeben 2016 verabschiedete Verbot zur wilden Besteigung von Tempeln und Pagoden einer der Gründe sein könnte. Als ob Touristen in erster Linie hierher kommen, weil man hier noch auf religiösen Bauten rumklettern und Kulturgüter zerstören kann. Wir können den Mann beruhigen, daran liegt es wohl nicht. Das war in Thailand vor dreissig Jahren ziemlich sicher auch schon verboten. Die Geschichte mit den Rohingya dürfte da mehr Einfluss haben. Wir hatten uns deswegen selber überlegt, ob wir überhaupt kommen sollen. Nicht einfach für die Leute hier, die erst vor wenigen Jahren die ersten grossen Touristenströme erlebt, darauf reagiert und viel investiert haben und nun bereits wieder mit schwindenden Besucherzahlen kämpfen. Vielleicht merkt das die angeschlagene Regierung um Suu Kyi irgendwann auch noch. In der Zwischenzeit versuchen wir - zumindest in diesem einen Fall - das Richtige zu tun und klettern trotz Geburtstag nicht wie die vielen Terror-Touris auf irgendwelchen Pagoden rum. Denn trotz Verbot lässt man die Geld bringenden Touristen weiterhin gewähren und bestraft stellvertretend lieber einen lokalen Guide, sollte sich denn einer in der Nähe befinden. Lustige Welt.

    Ach ja, da war noch was. Der eine Top-Türke wollte für eine abschliessende Beurteilung ja noch zusätzliche Fotos mit längerem Haar. Soll er haben. Und siehe da, trotz den neununddreissig Lenzen scheint plötzlich alles ganz toll in meinem Spenderbereich. Ha, sag ich doch! Verdammte Pfuscher. Also ab nach Ankara. Irgendwann.
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