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  • Day125

    Amenecer en las aguas calientes. 🌅X🔥🌊

    February 12 in Bolivia ⋅ ⛅ 15 °C

    5:15 Uhr: wir ziehen durch. Mit Stirnlampen bewaffnet gehen wir durch die eiskalte Wüstenluft zu den heißen Quellen, wo wir schnurstracks ins Wasser hüpfen. Es ist schon ein orangenes Band am Horizont zu erkennen, was sich langsam ausbreitet. Im Vordergrund stehen Flamingos im dampfenden Wasser und sind schon auf der Suche nach Plankton. Alles wahnsinnig schön.
    45 min später geht die Sonne auf. Wir saugen den Moment auf.

    Komplett heiß gelaufen ist es für den Körper auf einmal kein Problem mehr in der kalten Wüste, aus dem Wasser zu steigen und sich anzuziehen. Um 7 Uhr gibt es Frühstück. Alle hellwach und gut gelaunt sitzen wir am Tisch. Bis auf Marta. Marta hat mit der Höhe zu kämpfen und sie hat Kopfweh. So schlimm dass Ganzalo dann die Sauerstoffflasche ausgepackt hat und Marta die erste Stunde unserer Fahrt puren Sauerstoff geatmet hat. Ob es so schlau ist, am dritten Tag in Bolivien eine Wüstentour bis auf 5.000 Meter zu machen?? - man weiß es nicht, aber Beispiel Marta zeigt: ist es nicht..🤦‍♂️

    Unser Ziel heute Vormittag war auf jeden Fall die Lagune Verde. Normalerweise ist das Wasser türkis oder grün gefärbt. Gerade nicht weil des irgendwie mit der Regenzeit zusammenhängt. Der Ort ist aber nicht nur wegen der Lagune besonders, sondern auch weil hier drei Grenzen aufeinander treffen: Bolivien, Argentinien und Chile.

    Um nach Chile einzureisen braucht man ja zurzeit ewig viel bürokratischen Mist auszuführen, wie Impfungen im Ausland anerkennen lassen, separaten Impfausweis beantragen, Covid Krankenversicherung bis 50.000$ vorweisen, einen PCR-Test vor der Einreise und einen bei Einreise mit anschließender Quarantäne bis das negative PCR-Testergebnis da ist, und und und.. hier wäre es gerade so einfach über die Grenze zu spazieren, doch leider steh ich dann mitten in der Wüste..

    Nachdem wir paar Gruppenbilder gemacht haben und weiterfahren wollten, hat Gonzola bemerkt, das beim Reifen etwas nicht stimmt und hat den Reifen abgenommen und ein abgebrochenes Stück von der Bremse rausgefischt. Dafür dass der Jeep schon 20 Jahre alt ist, ist er nochmal ziemlich gut im Schuss. Vor allem dafür, dass er den ersten Tag ja immer durch das aggressive Salzwasser der Salar Uyuni fährt. Auch der Innenraum ist komfortabel und ist einfach groß und ziemlich perfekt für solche Wüstentouren. Gonzalo hat das Reifenproblem behoben und so haben wir die Rückreise angetreten. Es geht jetzt den ganzen Weg wieder zurück.

    Immer wieder mal Fotospots, ich hab im Auto geschlafen und werd für meinen schiefen Kopf von Vera ausgelacht, und irgendwann sind wir an der Lagune Claro angekommen, wo wir dann Mittagessen bekommen haben. Zwei Wochen das Essen von Gonzalo, und du nimmst 3 kg ab sag ich da nur.

    Ich hab hier an der Lagune Bimsstein gefunden, und war stolz als ich den anderen zeigen konnte, dass er im Wasser schwimmt. Sonst haben wir eigentlich nichts groß gemacht in dieser Mittagspause, bis auf alte Ziegelmauern die da waren mit großen Steinen abwerfen und joa. Heute mal eher jugendlich unterwegs = Spielkalb.

    Was dann am Nachmittag noch bisschen aufregend war, als unser Jeep von sechs Soldaten aufgehalten wurde. Alle mit Maschinengewehren bewaffnet und in voller Montur. Sie wollten alles durchsuchen und nachdem sie festgestellt haben, dass wir Touristen sind und unsere Reisepässe kontrolliert haben, haben sie das Interesse an uns verloren. Also weiter!

    Jetzt hab ich endlich wieder Internet und kann mal wieder ein Lebenszeichen von mir absetzen. Auch den Footprint von gestern kann ich hochladen. Während der Fahrt haben wir auch Bilder untereinander ausgetauscht und ganz viele sind am IPad und ich hab sie noch nicht angeschaut. Also hier in dem Footprint sind jetzt nur Bilder von meiner Kamera bzw. von anderen Androidhandys bei uns in der Gruppe. Es gibt noch viele viele Weitere gute Bilder!

    Auf dem Weg sind uns dann noch wilde Sträuße über die Straße gelaufen! Sehr cool! Noch nie zuvor in freier Wildbahn gesehen. Und was natürlich auch die ganze Zeit sieht, sind Lamas und Pequnas.

    In Uyuni stand dann der Abschied von der Gruppe an. Ich hab noch von Vera 100 BOBS in die Hand gedrückt bekommen, weil Olivia und Vera mich schon die letzten 3 Tagen mit Bargeld versorgt haben. Spar ich mir die Abhebekosten bei der Bank. Mit dem Geld hab ich mir dann das Ticket zur Grenze zu Argentinien gekauft. Bei dem Busbahnhof musste ich dann noch 1,5 Stunden warten und dann ging um 8 Uhr die wylde Fahrt los.. Es war eine Horrorfahrt. Ich sags euch wies ist. Der Busfahrer ist um die Kurven gefahren wie bei Harry Potter. Hat beschleunigt wie blöd, abgebremst und wieder Vollgas gegeben. Gegen 10 Uhr musste ich nochmal den Platz wechseln, weil ich spontan doch meinen großen Backpack nach oben in der Busraum gebracht habe. Mir war das alles zu unsicher und des war auch kein Busunternehmen und nichts, sondern ein Familienbetrieb oder so..

    Ich hatte dann auf jeden Fall meine beiden Backpacks neben mir und ich war beruhigt. An Schlafen war zwar trotzdem nicht zu denken. Ich bin immer vom Sitz runtergerutscht und es war einfach sooo unbequem. Omg. Um 1 Uhr gabs dann nochmal den mega Schreck, weil das alte zimperliche französische Pärchen neben mir gedacht hat, dass wir den Stop verpasst haben und sie mim Taxi in der Nacht jetzt alles wieder zurück fahren müssen... Sie sind Hals über Kopf ausgestiegen und haben sich aufgeführt...unglaublich. Ich war mit den beiden die einzigen Gringos im Bus. Der Rest: Locals. Mitten in der Nacht steigen Kinder zu und alte Frauen mit ihrem traditionellen Outfit stemmen sich durch den Bus. Die Busorganisatorin brüllt jede Stunde quer durch den Bus. Sie schreit. Es war wirklich eine scheiß Nacht.

    Um 2 Uhr sind wir dann in Villazon angekommen, wo der Bus gehalten hat und wir dort auf einem Parkplatz im Bus weiterschlafen konnten bis wir um 6:30 Uhr rausgeschmissen wurden. Jetzt schließt schon der nächste Tag an.. ich sag euch es geht noch beschissener weiter.. seid gespannt lol.
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