• Daruma & more

    March 31 in Japan ⋅ 🌧 19 °C

    Kyoto // Der Wetterbericht verspricht Regen. Deshalb lassen wir uns im Hotel vorsichtshalber Schirme geben. Unser erster Weg führt uns zur Post. Kimmidoll ist voll. Wir wollen das Paket aufgeben. Gestern hatten wir schon stundenlang Zolltarifnummern für den vielseitigen Inhalt herausgesucht und die Zollerklärung ausgefüllt. Die strenge junge Dame am Schalter hatte uns bereits vorab signalisiert, dass sie kein Paket annimmt, in dem als Inhaltsangabe Souvenirs steht.

    Da wir diesmal eine entspannte Runde Japan erleben wollen, ist unsere Wunschliste relativ kurz. Zuoberst steht bei Kyoto: Darumatempel. Mit dem Bus kann man sehr gut alles erreichen. Nach 20 Minuten stehen wir vor dem Horinji Tempel oder auch Darumadera. Zu unserem Erstaunen sind wir hier die einzigen Besucher. Yesssss! Endlich haben wir mal unsere Ruhe! Meine verkalkte Schulter macht mir ja nach wie vor Probleme und deshalb beschließe ich, mich dem Ruf nach Ablass hinzugeben. Ein Daruma ist ein Glücksbringer. Vielleicht kann er mir ja bei meiner Problematik helfen. Das Brettchen ist schnell beschriftet und aufgehängt. Außerdem werden noch zwei Räucherstäbchen gezündet. Sicher ist sicher. 😉 Für diese Art "Dienstleistung" hinterlässt man einen kleinen Betrag. Eigentlich kaum der Rede wert. Der Tempel an sich ist ein wahres Kleinod. Überall stehen Darumafiguren. Man darf sich fast alle Bereiche anschauen. Die Mönche putzen gerade. Alles strahlt eine angenehme Ruhe aus. Hier könnte ich ne Weile bleiben... Aber - jetzt fängt es wirklich an zu regnen. Wir ziehen weiter.

    Unser nächstes Ziel soll der Ninnaji Tempel sein. Spätestens jetzt geht uns ein Licht auf, wie viele große Tempel es in Kyoto geben könnte. Niemand kennt die genaue Anzahl. Man müsste vermutlich Jahre hierbleiben, um sie alle zu besuchen. Wir beginnen mit dem Omuro Kirschblütenhain. Es wäre jetzt wirklich langsam Zeit, dass hier mal was losgeht. Hm, nicht so wirklich. Ein paar Bäume blühen, aber der größte Teil zeigt nur Knospen. (Gerade haben wir im Prospekt gelesen, dass es sich um eine sehr spät blühende Kirschsorte handelt, die dort steht.)

    Mittlerweile schüttet es wie aus Kübeln. Wir flüchten uns in den angrenzenden ehemaligen Kaiserpalast. Ein ausgesprochen schöner Gebäudekomplex, der locker mit der Burg Nijo mithalten kann, nur dass der Nachtigallenfußboden fehlt. Außerdem darf man hier fotografieren. Und es sind bei weitem nicht so viele Touristen unterwegs. Diese Anlage hat Hasi sehr gut ausgesucht.

    Zurück ins Hotel geht es mit der Randen-Straßenbahn, einer Bimmelbahn mit einem oder zwei Triebwagen, die hier gemütlich durch die Stadt trödelt. Abends nehmen wir noch einmal den Bus nach Gion in das historische Vergnügungsviertel Kyotos. Wir erhoffen uns einen ruhigen Bummel durch die engen Gassen ohne Touristen. Dieser Wunsch bleibt leider unerfüllt. Alle anderen Besucher Kyotos sind auf die gleiche Idee gekommen. Wir schießen ein paar Fotos und nehmen Reißaus aus dem hoffnungslos gefluteten Stadtteil. Insgeheim sind wir froh, dass wir letztes Jahr schon alles gesehen haben.
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